Robotikindustrie
Steigende Verkaufszahlen seit dem 3. Quartal 2009
Das Statistical-Department der International Federation of Robotics (IFR) hat am 18. Februar die Ergebnisse der IFR-Quartalsstatistik für Industrieroboter vorgelegt. Demnach brachen 2009 die verkauften Stückzahlen im Vergleich zu 2008 - einem der erfolgreichsten Jahre - weltweit um 50 % ein. Seit dem 3. Quartal 2009 geht es allerdings wieder aufwärts.
„2009 war das schwierigste Jahr für die weltweite Roboterindustrie", kommentierte IFR-Präsident Åke Lindqvist von ABB die Zahlen und ergänzt: „Auch 2010 wird ein Jahr mit großen Herausforderungen für unser Geschäft. Es wird einige Zeit dauern, bis unsere Kunden die notwendigen Projekte realisieren können. Ich bin aber überzeugt, dass die Automatica im Juni wesentliche Impulse für neue Investitionen in die Automation geben wird".
Im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise stürzten im ersten Quartal 2009 die Verkaufszahlen von Industrierobotern dramatisch ab. Hauptsächlich die Bestellungen der Automobilindustrie wurden storniert oder verschoben. Nach einem weiteren Rückgang im 2. Quartal 2009 ziehen die Verkäufe von Industrierobotern seit Mitte des vergangenen Jahres wieder an. Die wichtigsten Impulse für die langsame Erholung kamen von den Wachstumsmärkten in Asien, besonders von China. Auch in Nordamerika stiegen die Roboterverkäufe seit dem 3. Quartal. In Europa begann die Erholung erst ab dem 4. Quartal. Die IFR schätzt, dass die Verkaufszahlen erst in 2012 wieder an das Niveau von 2008 anknüpfen können.
Produktionsüberschuss in Japan
„Nachdem die Investitionen der japanischen Automobilhersteller sechs Jahre lang kontinuierlich gestiegen sind, hat der Einbruch der Wirtschaft einen gewaltigen Überschuss der Produktionskapazitäten aufgedeckt. Das hat die japanische Roboterindustrie hart getroffen. Die Erholung setzte langsam im dritten Quartal ein, aber es wird einige Jahre dauern, um wieder auf den Stand vor 2008 in Japan zu kommen", so Junji Tsuda, IFR- Vizepräsident und Chef der Robotersparte von Yaskawa/Motoman zur Situation in Asien. Neue Investitionen, so Tsuda, gingen hauptsächlich in die Fertigung von Hybrid-Elektro-Autos und in neue Modelle von leichten und umweltfreundlichen Autos.
Die Automobilindustrie in China habe stark wachsen können und trotz der schwierigen Wirtschaftssituation außerhalb Chinas weiter investiert. Nachdem es scheine, dass auch die Investitionen in Südostasien wieder anlaufen, bewertet Tsuda die Aussichten für eine Erholung der Robotikindustrie in Asien in 2010 als gut; das Tempo sei aber nicht vorhersagbar. Dr. Andreas Bauer, Vorsitzender der IFR-Robot-Suppliers-Group und Leiter Strategisches Marketing bei Kuka, fügt hinzu: „Wir sind zuversichtlich, dass die weltweit gestiegenen Verkaufszahlen der letzten Quartale von 2009 der Beginn einer Erholung auch in Europa sind. Robotik und Automation ist immer noch eine der am stärksten wachsenden Branchen in den letzten 20 Jahren."
Die Situation in Nordamerika
„Betrachten wir die Auftragseingänge in Nordamerika, so zeigt sich eine Steigerung der Bestellungen von Robotern im zweiten Halbjahr 2009 von über 9 % im Vergleich zum ersten Halbjahr", berichtet Lindqvist, der auch Mitglied des Vorstandes des nordamerikanischen Roboterverbandes RIA ist. Dieser Anstieg sei wegen der Erholung im verarbeitenden Gewerbe nicht verwunderlich. Die Nachfrage nach Autos in Nordamerika sei derzeit noch schwierig vorherzusagen. Als sehr ermutigend bezeichnet Lindqvist hingegen den Aufwärtstrend bei den Verkaufszahlen von Robotern für die Pharma- und Biomedizinindustrie. Diese seien 2009 um beeindruckende 43% gestiegen. „Wir spüren, dass die Situation außerhalb der Automobilindustrie definitiv ansteigt, während sich die Situation in der Automobilindustrie stabilisiert. Und auch wenn 2010 noch ein schwieriges Jahr sein wird, so spüren wir doch, dass sich das Blatt in Nordamerika gewendet hat", so Lindqvist abschließend.
Die International Federation of Robotics
Die International Federation of Robotics (IFR) wurde 1987 von nationalen Robotikorganisationen aus über 15 Ländern in Zusammenhang mit dem 17. internationalen Robotik-Symposium (ISR) gegründet. Zweck der IFR ist Forschung, Entwicklung, Anwendung und internationale Kooperationen im gesamten Feld der Robotik zu fördern und als zentrale Anlaufstelle für Organisationen beziehungsweise Regierungsvertreter im Zusammenhang mit Robotik zu dienen. Die IFR wird beim VDMA-Fachverband Robotik + Automation geführt.










