Werkzeugmaschinenbau

Jan Bihn,

Schwacher Online-Auftritt in China

Chinesische Internetauftritte deutscher Werkzeugmaschinenhersteller weisen gravierende Mängel auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine nun veröffentlichte Studie der Internetangentur echolot digital worx.

© Screenshot baidu.com

China zählt zu den wichtigsten Exportmärkten für deutsche Werkzeugmaschinen. Das chinesische Internet erreicht über 384 Millionen Anwender (Stand 2009) und gilt damit als eines der wichtigsten Medien in China. Die nun veröffentlichte Studie deckt Schwächen bei den 110 untersuchten deutschen Werkzeugbaumaschinenbaufirmen auf: Nur zwanzig leisten sich überhaupt einen Internetauftritt in chinesischer Sprache. 14 Internetauftritte sind unvollständig oder mangelhaft übersetzt oder missachteten kulturelle und politische Eigenheiten. Lediglich sechs sind frei von gravierenden Mängeln.

Echolot digital worx betont, dass ein Internet-Auftritt in chinesischer Sprache im Vergleich zu einem englischen Auftritt höhere Anforderungen an Online-Redaktion und Technik stellt. Zum einen sind Texte in das chinesische Schriftsystem zu übersetzen, müssen korrigiert und redaktionell bearbeitet werden. Zum anderen muss das Internet-Redaktionssystem die Verwaltung und Präsentation von Inhalten im chinesischen Schriftsystem unterstützten.

Einige der untersuchten Unternehmen gaben an, dass sie nur unzureichend in der Lage seien, chinesische Inhalte zu verstehen und die Qualität ihrer Internetseiten selbst zu kontrollieren. Deshalb greifen sie auf externe Dienstleister zurück.

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China ist anders

Das erfolgreichste chinesische Jobportal 51job strotzt vor bunten blinkenden Bannern - die aus Sicht eines westlichen Betrachters irritieren. Ästhetik und gestalterischer Geschmack chinesischer Nutzer unterscheiden sich deutlich von westlichen Online-Nutzern. Dieser Umstand sollte auch in der Gestaltung eines chinesischen Internet-Angebotes beachtet werden.

Im chinesischem Internet unterscheiden sich die Inhalte deutlich vom westlichen Pendant. Die chinesische Behörde für Presse und Publikation sperrt westliche Angebote ganz oder teilweise. Wer die chinesischen Alternativen nicht beachtet wird nicht gesehen. In China ist besipielsweise die Suchmaschine Baidu Marktführer. Erst mit deutlichem Abstand folgt Google auf Platz zwei. Doch laut echolot digital worx nutzt kaum ein Unternehmen die Vermarktungsmöglichkeiten in Baidu um für eigene Produkte zu werben.

Tipps für das China-Netz

Aus den Erkenntnissen der Untersuchung leitet echolot digital worx praktische Tipps für die Etablierung von Online-Auftritten in China ab.

  • Sichern Sie sich eine Domain .cn für Ihren chinesischen Auftritt
  • Übersetzen Sie Ihren Firmennamen und Slogan sinnvoll ins Chinesische 
  • Stellen Sie sicher, dass alle Seiten korrekt und vollständig übersetzt werden
  • Beachten Sie in Ihren Übersetzungen Aspekte der chinesischen Kultur und Politik
  • Kommunizieren auf Ihrer Internetseite spezielle Ansprechpartner für chinesische Kunden
  • Präsentieren Sie auf Ihrer Internetseite Neuigkeiten und Termine, die Chinesen interessieren
  • Beobachten Sie das Ranking Ihrer chinesischen Internetseite in der Suchmaschine Baidu
  • Vernetzen Sie Ihre chinesische Internetseite mit Branchen- und Fachportalen in China
  • Social media-Angebote wie Internetvideos nur dann verlinken, wenn sie aus China erreichbar sind
  • Reservieren Sie ein Budget für Online-Werbung in Baidu und Branchenportalen
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
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