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Artikel und Hintergründe zum Thema

IAA Nutzfahrzeuge 2016

Günter Herkommer,

Roboter hilft Rettungskräften

Bei Erdbeben wie jüngst in Italien zählt für Rettungskräfte jede Minute. Doch oft fehlt ihnen die passende Ausrüstung, um etwa gefahrlos in geschädigte Gebäude zu gelangen. Ingenieure der TU Kaiserslautern haben nun zwei Roboter entwickelt, die Helfer hierbei unterstützen.

Den kleinen Roboter hat der Projektpartner, das britische Technikunternehmen Allen Vanguard, zur Verfügung gestellt. Das größere Fahrzeug wurde von dem französischen Unternehmen Metalliance gebaut. Es besitzt einen Presslufthammer und einen drei Meter langen Greifarm.

© TU Kaiserslautern

In Katastrophengebieten bringen sich Rettungskräfte oft selbst in Gefahr, wenn sie Überlebende suchen und bergen. Um ihnen in unwegsamen Gelände nach Erdbeben, Überflutungen oder Anschlägen zu helfen, haben Forscher im Projekt ‘Integrated Components for Assisted Rescueand Unmanned Search operations’ (Icarus) an Robotern gearbeitet, die an Land, im Wasser und in der Luft zum Einsatz kommen sollen.

Die Ingenieure der TU Kaiserslautern haben gemeinsam mit Kollegen an einem System gearbeitet, das aus einem großen und einem kleinem Roboterfahrzeug besteht. Beide Systeme können sich dank ihres Kettenantriebs in unwegsamem Gelände mühelos fortbewegen. Um das Innere von Gebäuden zu erkunden, kommt der kleine Roboter zum Einsatz, den das größere Gefährt in einer eigenen Transportbox mit an Bord hat. „Mit Hilfe des Greifarms kann er den kleinen Roboter zum Beispiel auf einem Balkon oder ein Dach setzen“, erklärt Massimo Tosa, der am Lehrstuhl für Robotersysteme der TU Kaiserslautern bei Professor Dr. Karsten Berns forscht. Dieser kleine Roboter kann im Anschluss das geschädigte Gebäude untersuchen.

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Den kleinen Roboter haben die Forscher mit zwei Laserscannern und einem 3D-Kamerasystem ausgestattet. Mit dem Greifarm kann er außerdem Türen öffnen.

© TU Kaiserslautern

Die Informatiker um Tosa und Berns haben die Roboter unter anderem mit neuer Software ausgestattet. Mit Sensoren und Kameras können sie sich dabei einen Lageplan ihrer Umgebung erstellen und sicher vorankommen. „In freiem Gelände nutzen wir für unsere Technik hauptsächlich GPS-Daten“, so Tosa. „Doch im Inneren von Gebäuden müssen wir auf eine sogenannte intertiale Messeinheit zurückgreifen.“ Dieses System misst mittels Sensoren verschiedene Größen wie zum Beispiel die Beschleunigung und kann so die genaue Position errechnen.

Beide Roboter besitzen ein Assistenzsystem, um beispielsweise nicht gegen ein Hindernis zu fahren. In einer Gefahrensituation übernimmt die Technik die Kontrolle, um eine Kollision mit dem Hindernis zu vermeiden. Zudem hat das Team ein Kommunikationssystem entwickelt, mit dem Rettungskräfte die Roboter einfach fernsteuern und schnell wichtige Informationen erhalten können.

Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) Nutzfahrzeuge in Hannover stellen die Forscher die Roboter vom 22. bis 29. September 2016 am Gemeinschaftsstand von Rheinland-Pfalz (Halle 13, Stand C26) vor.

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