Automatica 2012
Leichtbau wird Top-Thema
Die Automatica 2012, die vom 22. bis 25. Mai in München stattfindet, hat das Thema „Automatisierte Composite Produktion“ zu einem ihrer Top-Themen erklärt. Mit einer vielschichtigen Aktion will die Fachmesse für Automation und Mechatronik dazu beitragen, die Herausforderung einer automatisierten Fertigung von Leichtbauteilen aus Faserverbundwerkstoffen zu meistern.
Faserverbundwerkstoffe gehören zu den Materialien der Zukunft. Die so genannten Composites sind durch ihr geringes Gewicht und ihre enorme Belastbarkeit nicht nur in der Luft- und Raumfahrt begehrt. Ebenso setzen die Automobilindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Windenergietechnik hohe Erwartungen in diese Werkstoffe. Der Umsatzverlauf der Leichtbauteile zeigt schon jetzt steil nach oben. Nach Expertenschätzungen soll sich das Umsatzvolumen von Faserverbundwerkstoffen – darunter hauptsächlich Carbon-faserverstärkte Kunststoffe (CFK) – bis zum Jahr 2015 auf 14 Mrd. Euro verdoppeln. Größtes Manko: Sie müssen noch immer weitgehend manuell gefertigt werden.
Die Herausforderungen für eine automatisierte Composite-Bauteil-Fertigung sind vielschichtig, denn die Automatisierung betrifft das flexible Flechten oder Stricken von Formteilen, das Zuschneiden der Gewebe oder Verbundplatten, das Einlegen, Pressen und Entnehmen der Teile, die Verbundtechnologien (Laminieren, Injektion, Vakuumtiefziehen, Kleben) sowie das Handling zwischen den Verarbeitungszentren und die Montage der Bauteile. Außerdem werden industrielle Online-Qualitätssicherungsverfahren benötigt.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Verantwortlichen der Automatica dazu entschlossen, die Automatisierungsmesse in die Dienste der automatisierten Composite Produktion zu stellen – und zwar mit dem Know-how aus den Bereichen Montage- und Handhabungstechnik. Um die aktuellen Trends bei der automatisierten Composite Produktion umfassend abzubilden, hat die Automatica ein mehrteiliges Maßnahmen-Paket geschnürt. Hierzu zählt beispielsweise die Sonderschau „Automated Composite Production“. Sie soll Plattformen liefern für den Austausch der Experten untereinander sowie mit Entscheidern und Produktionsverantwortlichen aus den Anwenderindustrien.
Unterstützung erhalten die Messe-Macher unter anderem von Prof. Dr. Klaus Drechsler, Leiter des Lehrstuhls für Carbon Composites an der TU München. Seiner Aussage zufolge zeigen die aktuellen Entwicklungen, „dass ausgereifte Robotik-, Handling- und Montage-Konzepte aus anderen Branchen durchaus auf die Bedürfnisse der Composite-Industrie übertragen werden können.“ Messebegleitend findet zudem erneut ein Fachkongress der SAMPE (Society for the Advancement of Material and Process Engineering) unter der Leitung von Professor Drechsler zu diesem Themenbereich statt. Nicht zuletzt richtet die Automatica im Rahmen der Sonderschau mit der „Composite Technology Lounge“ eine Plattform ein, wo sich Experten und Interessenten austauschen beziehungsweise über aktuelle Trends und Aktivitäten informieren können.










