Geschäftszahlen 2019
Kuka mit positivem freien Cashflow
Kuka meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr den ersten positiven Free Cashflow seit drei Jahren. Das Unternehmen sei nun »zurück in der Spur«, muss sich nun aber den Hindernissen durch Corona stellen, so CEO Mohnen.
Kuka gab seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt. So verzeichnete der Automatisierungsspezialist einen Rückgang im Auftragseingang von 3,5 % auf 3,19 Mrd. Euro (2018: 3,31 Mrd. Euro). Der Umsatz ging leicht um 1,5 % auf 3,19 Mrd. Euro zurück. Das »Book to Bill«-Verhältnis betrug im Geschäftsjahr 2019 1,00 und sank damit leicht im Vorjahresvergleich (2018: 1,02). Das Unternehmen betont, dass trotz des schwierigen Marktumfelds das EBIT von 34,3 Mio. Euro im Jahr 2018 auf 47,8 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr gesteigert werden konnte. Möglich wurde dies, da der Konzern rechtzeitig auf die geänderten Rahmenbedingungen reagierte und im Januar 2019 umfassende Effizienzmaßnahmen einleitete. Dadurch konnte die Kostenstruktur insbesondere in den Zentralfunktionen verbessert werden. Die EBIT-Marge stieg von 1,1 % auf 1,5 % im Jahr 2019. Die Zahl der Mitarbeiter betrug 14.014 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2019 (Vorjahr: 14.235). Das Anfang 2019 angestoßene Effizienzprogramm umfasste auch einen sozialverträglichen Abbau von 350 Stellen am Standort Augsburg. Dieser wurde zum Jahresende abgeschlossen.
Für 2020 erwartet der Konzern weiterhin ein schwieriges Marktumfeld, was durch die Coronavirus-Krise noch verschärft wird. »Die Pandemie stellt unsere Gesellschaft sowie die Wirtschaft vor völlig neue Herausforderungen. Das spüren wir bei Kukaebenfalls, rund um den Globus«, so CEO Peter Mohnen. Er betonte, statt Diskussionen über die Marktsituation zu führen, sei es nun wichtig, die Hebel für die Zukunft richtig zu stellen: In den kommenden drei Jahren plane der Konzern Investitionen von rund einer halben Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung, um Innovationen voranzutreiben. Dabei fokussiert jeder Geschäftsbereich seine Innovationen aktiv auf Wachstumsfelder. Ziel sei eine Erweiterung des Geschäfts in neue Märkte, Software und digitale Services. Gleichzeitig soll Nachhaltigkeit weiter vornagetrieben werde. Daher arbeitet das Unternehmen daran, bei Portfolio-Verbesserungen noch gezielter Ressourcen zu schonen und den Energiebedarf in den eigenen sowie in Kunden-Anlagen zu senken.
Die Geschäftseinheiten im Überblick
Kuka Systems ist für den Anlagenbau vor allem im Bereich Automotive zuständig. Hier sank der Auftragseingang um 10,6 % von 959,8 Mio. Euro im Jahr 2018 auf 858,0 Mio. Euro im Berichtsjahr. Der Rückgang spiegelt die spürbare Zurückhaltung der Kunden bei Auftragsvergaben wider. Der technologiegetriebene Trend in der Automotive-Branche hin zum Umbau bestehender Fertigungslinien statt der Installation neuer Anlagen trug zu einer wesentlichen Reduzierung der Marktgröße bei. Die Umsätze lagen mit 925,4 Mio. Euro dennoch auf gleichem Niveau wie 2018 mit 925,4 Mio. Euro. Die Umsätze aus dem geringeren Auftragsvolumen konnten durch den Anlauf der Produktion bei KTPO (Kuka Toledo Production Operations in Ohio/USA) kompensiert werden. Das »Book to Bill«-Verhältnis reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum von 1,04 auf 0,93. Das EBIT belief sich auf 26,9 Mio. Euro und lag damit 8,8 % unter dem Vorjahreswert in Höhe von 29,5 Mio. €.
Das Ergebnis wurde aufgrund der schwierigen Auftragslage sowie aufgrund von Verschlechterungen bei Projekten in Europa belastet. Die hohe Komplexität dieser Projekte führte zu Verzögerungen in der Projektbearbeitung und in Folge dessen auch zu Mehrkosten. Die EBIT-Marge sank von 3,2 % auf 2,9 % im laufenden Geschäftsjahr.
Weniger Auftragseingang und Umsatz bei Robotics
Kuka Robotics erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 einen Auftragseingang in Höhe von 1.037,1 Mio. Euro, was einem Rückgang von 13,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (2018: 1.196,5 Mio. Euro). Der Umsatz sank um 7,1 % auf 1.159,2 Mio. Euro im Berichtsjahr (2018: 1.247,3 Mio. Euro). Aufgrund der anhaltend schwierigen Lage der Weltwirtschaft halten sich Kunden bei Auftragsvergaben weiterhin zurück. Das »Book to Bill«-Verhältnis lag bei 0,89 (2018: 0,96). Das niedrigere Umsatzvolumen aber auch die seit Jahren angespannte wirtschaftliche Entwicklung in einem Teilbereich des Segments Robotics wirkten sich negativ auf das Ergebnis aus. Der genannte Teilbereich liefert weltweit automatisierte Fertigungslösungen wie Zellen und Sondermaschinen. Im September 2019 kündigte Kuka hierfür eine Restrukturierung an, die das EBIT im Berichtsjahr in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrages belastete. Das EBIT im Segment Robotics lag bei 37,7 Mio. Euro nach 80,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBIT-Marge lag dementsprechend ebenfalls mit 3,3 % unter dem Vorjahreswert von 6,5 %. Im Vorjahr hatte sich ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen positiv auf das EBIT ausgewirkt.
Logistiksparte im Aufwind
Die Logistik-Sparte von Swisslog verzeichnete im Auftragseingang einen starken Anstieg um 24,8 % auf 750,2 Mio. Euro nach 601,1 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2018. Dieser Anstieg konnte aufgrund der konsequenten Umsetzung der Wachstumsstrategie erzielt werden. Swisslog profitiert von der weiterhin hohen globalen Kundennachfrage in seinen Fokusmärkten E-Commerce/Retail und Consumer Goods. Die Umsatzerlöse betrugen 600,0 Mio. Euro und lagen 1,2 % unter dem Vorjahresniveau von 607,1 Mio. Euro. Das »Book to Bill«-Verhältnis stieg auf 1,25 (2018: 0,99). Das EBIT stieg deutlich auf 10,5 Mio. Euro nach -0,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBIT-Marge stieg auf 1,8 % nach 0,0 % in 2018.
Prognose ausgesetzt
Die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die prognostizierten Ergebnisse können zum aktuellen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden. Daher kann derzeit keine Umsatz- und Ergebnisprognose gegeben werden. Darauf wurde im Geschäftsbericht bereits hingewiesen. Kuka arbeitet daran, sich für die Zeit nach der Corona-Pandemie aufzustellen.













