Robotik
Kuka AG treibt Restrukturierung voran
Am 20. Juli 2009 fand eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung der Kuka Aktiengesellschaft statt. Das Ergebnis: Das Frankreichgeschäft wird neu geordnet und mit Dr. Lothar Bakowsky hat die Kuka Roboter GmbH einen neuen Geschäftsführer.
In den letzten Monaten gab es einige Spekulationen über anstehende Personalwechsel im Vorstand des Augsburger Robotik-Spezialisten. Jetzt herrscht Klarheit: Auf der gestrigen Sitzung wurde dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Dr. Rolf Bartke, durch die Mitglieder des Gremiums einstimmig und uneingeschränkt das Vertrauen ausgesprochen. Auch wird der Kuka-Konzern weiterhin von Dr. Horst J. Kayser, Vorsitzender des Vorstands, und Dr. Matthias J. Rapp, Vorstand Finanzen und Controlling geführt. Zusammen wollen sie sich darauf konzentrieren, in schwierigem Umfeld das Automotive-Geschäft abzusichern und das Geschäft mit der General Industry auszubauen.
Des Weiteren hat der Vorstand Personalien im Geschäftsbereich Robotics entschieden. Ab dem 1. September 2009 wird dieser Geschäftsbereich von Dr. Lothar Bakowsky (56) geführt. Er übernimmt das Ressort Vertrieb inklusive der Verantwortung für das Produktmanagement und Marketing. Manfred Gundel, seit Februar 2009 als kommissarischer Vorsitzender der Geschäftsführung der Kuka Roboter fungierend, wird ab 1. September als stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung das Ressort Technik, inklusive Produktion, Einkauf sowie Forschung und Entwicklung verantworten.
Bakowsky war seit 2001 Alleingeschäftsführer der Echinger Hekuma GmbH, einem Unternehmen für Automationslösungen, und in den Jahren 1993 bis 1998 bereits bei der Kuka Roboter GmbH tätig - zunächst als Direktor Vertrieb Ausland und später als Gesamtvertriebsleiter.
Negatives Ergebnis im zweiten Quartal
Der Einstieg von Lothar Bakowsky bei Kuka erfolgt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für den Roboteranbieter. Nach vorläufigen Zahlen hat Kuka im zweiten Quartal 2009 ein negatives Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe 23 Mio. Euro und ein ebenfalls negatives Ergebnis nach Steuern in Höhe von 34 Mio. Euro zu Buche stehen. Im Ergebnis nach Steuern wirkte sich im Wesentlichen der Verfall von steuerlichen Verlustvorträgen durch die Überschreitung der 25-Prozent-Grenze des Aktienanteils der Grenzebach Maschinenbau GmbH an Kuka mit -10 Mio. Euro aus.
Was den Auftragseingang betrifft, so lag dieser mit 253 Mio. Euro um 40 Mio. Euro über dem des Vorjahresquartals, der Umsatz hingegen sank um 16 Mio. Euro auf 211 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2009 erwarten die Augsburger ein ausgeglichenes operatives Betriebsergebnis und einen ausgeglichenen Free Cashflow. Unter Berücksichtigung der außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen geht Kuka allerdings von einem deutlich negativen Betriebsergebnis und einem deutlich negativen Free Cashflow aus.
Zu den Restrukturierungsmaßnahmen gehört nach der Anpassung der Kapazitäten in den letzten Monaten nun auch die Neuordnung des Frankreich-Geschäftes. Im Klartext: Im Zuge der anhaltenden Schwäche des Automobilgeschäfts will sich Kuka in Zukunft auf das Robotergeschäft der Tochtergesellschaft Kuka Automatisme + Robotique S.A.S., Villebon sur Yvette, konzentrieren. Hier sollen verstärkt Roboteranwendungen für die General Industry vertrieben werden. Die Standorte von Kuka Systems in Tours und Montigny bei Paris mit 144 Mitarbeitern hingegen werden geschlossen. Anlagenkunden in Frankreich werden zukünftig von Kuka-Systems aus Deutschland betreut.










