Kuka AG
Führungsriege nimmt den Hut
Noch vor wenigen Wochen sprachen die Aufsichtsratsmitglieder der Kuka AG ihrem Vorsitzenden Dr. Rolf Bartke sowie der Führungsmannschaft das Vertrauen aus. Jetzt kam es doch anders: Auf Drängen des Großaktionärs nehmen Vorstandschef Horst Kayser (im Bild) und Finanzchef Matthias Rapp zum Ende des Monats ihren Hut. Gleichzeitig legen neben Bartke die Aufsichtsratsmitglieder Dr. Reiner Beutel, Dr. Helmut Leube und Dr. Herbert Meyer ihre Mandate zum 18. September nieder.
Wie Kuka offiziell mitteilt, seien Vorstände und Aufsichtsräte gemeinsam zu der Überzeugung gelangt, im Interesse des Unternehmens, seiner Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden den von Grenzebach angestrebten Wechsel im Vorstand und im Vorsitz des Aufsichtsrats einvernehmlich zu vollziehen. Damit solle die Phase der öffentlich geführten Auseinandersetzung beendet und der Zeitraum des Übergangs auf eine neue Führungsmannschaft so kurz wie möglich gestaltet werden.
Die Aktionär Grenzebach Maschinenbau GmbH hat in diesem Zusammenhang erklärt, dass er einen Antrag auf gerichtliche Bestellung von drei Mitgliedern des Aufsichtsrats stellen wird. Als neuer Aufsichtsratsvorsitzender kandidiert Till Reuter (41), ein Vertrauter der Familie Grenzebach. Als Jurist und Betriebswirt hat Reuter Erfahrungen als Investmentbanker gesammelt und war beratend bei der Fusion von Daimler und Chrysler tätig.
Die Neubesetzung des Vorstands der Gesellschaft soll bis zum 30. September 2009 erfolgen. Auf Grund der in der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 3. September getroffenen Entscheidungen hat Grenzebach außerdem den Antrag vom 12. August auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zurückgenommen.
Hinter den Kulissen stellte sich die getroffene Personalentscheidung am Abend des 3. September weniger einvernehmlich dar, als offiziell verkündet. Wie die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtet, hätten Aufsichtsratsmitglieder, die ihre Ämter bald niederlegen, ihren Unmut über das Vorgehen des Investors Grenzebach öffentlich gemacht und eine persönliche Erklärungen abgegeben. So zeigte sich der scheidende Chef des Kontrollgremiums, Bartke, verwundert, dass der Minderheitsaktionär - obwohl er weniger als 30 % an Kuka hält - mit der beantragten Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Vertrauensentzug gegenüber den Vorständen in derart massiver Form die Kontrolle über das Unternehmen beansprucht. Er sieht das Misstrauen gegenüber den Kuka-Führungsleuten „als nicht gerechtfertigt" an. „Ich kann das deshalb nicht mittragen", so Bartke entrüstet.










