Selbstbau-Roboter

Jan Bihn,

Der Papp-Kollege für den Schreibtisch

Auf dem „Hack Day“ der britischen Zeitung The Guardian im Juli, stellte der Entwickler Ken Lim einen selbstgebauten Roboter vor. Auf seiner Website hat Lim jetzt alles veröffentlicht, was zum Nachbau des „Twitter-Wächters“ notwendig ist und ruft in einem Internet-Blog zum Aufbau einer Armee von Spaß-Robotern auf.

© Bild: The Guardian

Der Guardian Robot von hinten. Die Steuerung wird über USB mit dem Rechner verbunden.

© Bild: The Guardian

Der Roboter ist komplett Low-Tech: Sein Körper besteht aus Karton; zwei Elektromotoren bewegen Kopf und Arm und zwei Druck-Schalter sind an Arm und Bauch verbaut. Gesteuert wird er von einem Arduino-Board, das per USB mit dem Computer verbunden ist. Dieses Microprozessor-Board ist für etwa 30 Euro erhältlich und lässt sich mit Open-Source-Tools programmieren. Laut Lim kommt der komplette Roboter so auf etwa 60 Euro. Auch die Steuerungsprogramme hat der Entwickler auf seiner Homepage veröffentlicht, so dass einem Nachbau nichts im Wege steht.

Für was ist der Robot eigentlich gut? – Der Schöpfer des Gerätes ärgerte sich über verpasste Nachrichten in seinem Twitter-Posteingang und entwickelte deshalb den Papp-Gesellen. Der Roboter rührt sich sobald eine neue Nachricht in Lims Twitter-Feed eingeht. Dabei zeigt er die Nachrichten aber nicht nur an, sondern der Besitzer kann direkt über seinen Roboter antworten. Der Twitter-Bot unterscheidet in traurige und fröhliche Nachrichten; kommt eine fröhliche Nachricht an hebt er freudig Kopf und Arm. Aus dieser Jubelpose kann ihn der Besitzer durch abklatschen – „Fünf geben“ – befreien. Dadurch wird der Roboter nicht nur in eine neutrale Position gebracht: Er antwortet gleichzeitig dem Nachrichtenschreiber mit der Nachricht „Got a high-five! You rock!“.  

Traurige Nachrichten kommentiert der Twitter-Bot mit hängendem Köpfchen: durch streicheln am Bauch des Roboters löst Lim dann eine aufmunternde elektronische Umarmung "I just received a hug; Sending it to you" an den trauernden Nachrichtenverfasser aus. Der Entwickler hat für sich so einen effizienten Weg gefunden, schnell seinen überfüllten Posteingang leerzuräumen.

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Wenn Sie diese Geschichte auf eine eigene Idee zu einem Spaß-Roboter gebracht hat – oder sogar schon einer bei Ihnen im Einsatz ist – dann schreiben Sie uns unter dem Stichwort „Spaß-Roboter“!

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