Physical AI mit virtuellen Zwillingen und Robotik

Melanie Steinbeck,

Dassault Systèmes und Neura Robotics kündigen Partnerschaft an

Dassault Systèmes und Neura Robotics haben eine Partnerschaft angekündigt, um die Entwicklung sogenannter 'Physical AI' in der Industrie zu beschleunigen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, industrielle Automatisierung enger mit virtuellen Planungs- und Entwicklungsumgebungen zu verbinden. Künstliche Intelligenz soll dabei nicht nur in digitalen Anwendungen eingesetzt werden, sondern direkt in Robotersysteme und Produktionsprozesse integriert werden.

Auf dem Bild „Dassault Systèmes NEURA Robotics Partnerschaft“ sind von links nach rechts zu sehen: Arne Nordmann, Vice President Technology & Innovation bei NEURA Robotics; Michael Mayr, Business Strategy Director Industrial Equipment bei Dassault Systèmes; Philippe Bartissol, Vice President Industrial Equipment bei Dassault Systèmes; David Reger, Gründer und CEO von NEURA Robotics; Sabine Scheunert, Vorsitzende der Geschäftsführung in Zentraleuropa bei Dassault Systèmes; sowie Jeroen Buring, Senior Director Zentraleuropa bei Dassault Systèmes. © Dassault Systèmes

Im Kern geht es um die Verbindung zweier Plattformwelten: die Virtual-Twin-Technologien des französischen Softwareunternehmens Dassault Systèmes und die kognitive Robotik des deutschen Unternehmens Neura Robotics. Konkret soll das Neuraverse, eine lernende Plattform, die Roboter, Menschen und Daten vernetzt, mit der '3DEXPERIENCE'-Plattform von Dassault Systèmes zusammengeführt werden. Dort werden virtuelle Abbilder von Produkten, Prozessen und ganzen Industrieanlagen erstellt.

Die Idee dahinter ist, dass sich Planung, Simulation, KI-Training und der Einsatz realer Roboter künftig nicht mehr als getrennte Schritte verstehen lassen, sondern als durchgängiger Prozess. So soll etwa der humanoide Roboter '4NE1' von Neura Robotics direkt in die virtuelle Entwicklungsumgebung eingebunden werden. Weitere Robotertypen sollen folgen.

Im Unterschied zu bisherigen Ansätzen, die virtuelle Zwillinge auf die Simulation einzelner Komponenten oder Prozesse beschränken, wird dadurch laut Unternehmensangaben erstmals eine durchgängige End-to-End-Pipeline realisiert – vom virtuellen Modell bis zum operativen Robotereinsatz. Unternehmen sollen damit in der Lage sein, Produkte, Abläufe und Umgebungen direkt auf der Plattform zu planen und Neura-Roboter vom ersten Tag an als natives, betriebsbereites und vollständig integriertes System einzusetzen.

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Die Unternehmen sprechen von einem geschlossenen Kreislauf: Digitale Modelle bilden die Grundlage realer Anwendungen, während die eingesetzten Roboter im Betrieb Daten sammeln und daraus lernen. Mit jeder Nutzung soll sich die Leistung der Systeme verbessern. Eingebettet ist das Vorhaben in den sogenannten 3D UNIV+RSES-Ansatz von Dassault Systèmes, der virtuelle Zwillinge, Robotik und KI in einer gemeinsamen Entwicklungsumgebung zusammenführen soll.

Über die Industrie hinaus sehen die Partner weitere Einsatzfelder. Die Plattform 'HomeByMe' etwa verbindet virtuelle Wohnumgebungen mit Robotik und nutzt diese als Trainingsumgebung für KI-Systeme. Daraus könnten Anwendungen im Bereich Assistenz, Service und alltägliche Automatisierung entstehen.

Die Kooperation umfasst nach Angaben der Unternehmen den gesamten Lebenszyklus von Robotersystemen: von der Planung über die Simulation bis zum Einsatz. Ziel ist es, Entwicklung und Skalierung zu beschleunigen und ein Ökosystem zu schaffen, in dem Anwendungen und KI-Modelle gemeinsam entstehen und weiterentwickelt werden.

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