Kuka/Grenzebach
Berater des Hauptaktionärs soll Kuka-Vorstand werden
Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Unternehmenskreise meldet, will der Großaktionär Grenzebach den Investmentbanker Till Reuter, der Grenzebach berät, in den Kuka-Vorstand wählen lassen. In der Folge würde Reuters Stellvertreter Jürgen Kerner – ein Sekretär der IG Metall - in den Kuka-Aufsichtsrat nachrücken.
Hintergrund der Aktion: Der Roboterhersteller wäre in einer Woche ohne Vorstände führerlos gewesen, da bisher kein geeigneter Kandidat für den Posten gefunden wurde. Reuter muss bei einem Wechsel in den Vorstand sein Amt als Aufsichtsratschef ruhen lassen. Dann würde sein Stellvertreter Jürgen Kerner nachrücken und stünde als IG Metall-Sekretär dem Aufsichtsrat eines Milliardenkonzerns vor.
Intern gelte dies aber nicht als Problem. Die Belegschaft habe ich sogar gewünscht, dass Reuter die Führung übernimmt und kein Interimsmanager. Nach den Plänen von Grenzebach soll Reuter so lange im Vorstand bleiben, bis ein dauerhafter Nachfolger für die Position des Vorstandsvorsitzenden gefunden ist.
Die Hauptaufgabe von Reuter und dem mutmaßlichen neuen Finanzvorstand Stephan Schulak - der das Unternehmen nach einem Streit mit dem alten Vorstand verlassen hatte - sind Verhandlungen mit den Banken. Laufende Kreditverhandlungen hatte Kuka kürzlich abgebrochen, was als ein Grund für das Zerwürfnis zwischen dem Großaktionär Grenzebach und den noch amtierenden Vorständen Horst Kayser und Matthias Rapp gilt. Beide hatten ihren Rücktritt erklärt, mit ihnen verließen vier Aufsichtsräte das Unternehmen.
Kuka machte 2008 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und beschäftigt mehr als 6000 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr 2009 schrieb das Unternehmen ein operatives Minus von 23 Millionen Euro. Grenzebach hält knapp 30 % der Aktien des Roboterherstellers.










