ABB Q2/2020
Antriebstechnik im Wachstum
Kosten senken und so die Widerstandsfähigkeit erhöhen war das erklärte Ziel von ABB. Die Bemühungen führten zu einem besseren Quartalsergebnis als erwartet.
»Die Covid-19-Pandemie hat unser Ergebnis im zweiten Quartal wie erwartet deutlich beeinträchtigt. Allerdings haben wir uns gleichzeitig konsequent darauf fokussiert, die Kosten zu senken, und damit unsere Widerstandsfähigkeit erhöht. Die operativen Margen des Konzerns sind besser als erwartet ausgefallen, wobei sich der Geschäftsbereich Antriebstechnik besonders gut entwickelt hat«, kommentierte Björn Rosengren, CEO von ABB, das Ergebnis des Konzerns Ende Juli.
Auch das zweite Quartal war geprägt von den Unsicherheiten durch die Pandemie. Das zeigte sich in einem Nachfragerückgang im kurzzyklischen Geschäft und sorgte für einen verringerten Produktabsatz bei ABB. Der globale Lockdown hatte sich zudem auf die Systeminstallationen und Serviceaktivitäten ausgewirkt. Diese führte insgesamt zu einem rückläufigen Auftragseingang sowie Umsatz: Der Auftragseingang sank von 7,401 Mrd. US-Dollar in Q2/2019 auf 6,054 Mrd. Dollar, der Umsatz ging von 7,171 Mrd. Dollar auf 6,154 Mrd. Dollar zurück.
Antriebstechnik auf dem Vormarsch
Dass das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum besser als erwartet ist, liegt auch am Wegfall einer Belastung, die 2019 im Zusammenhang mit dem Verkauf des Solarwechselrichtergeschäfts gebucht worden war. Das Ergebnis aus Geschäftstätigkeit stieg von 123 auf 571 Mio. Dollar. Begünstigt wurde der Anstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal auch durch einen Nettoertrag von 86 Mio. US-Dollar aus zeitlichen Bewertungsdifferenzen bei Rohstoffen und Devisen und durch geringere Restrukturierungs- und Integrationskosten.
Das operative EBITA (Gewinn vor Steuern und Zinsen) sank um 21 % (-20% auf vergleichbarer Basis) von 825 auf 651 Mio. Dollar. Besonders den Geschäftsbereich Antriebstechnik hob das Unternehmen hervor: Hier konnten die Margen gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht werden, während alle anderen Geschäftsbereiche trotz verstärkter Kostensenkungsmaßnahmen rückläufige Margen verzeichneten, hauptsächlich bedingt durch geringere Absatzmengen.
Die Absatzmärkte im Überblick
Insbesondere in der Automobil- und Automobilzuliefererindustrie sowie im Maschinenbau gingen die Aufträge deutlich zurück. Ebenfalls als herausfordernd beschreibt der Konzern den 3C-Sektor (Computer, Communications, Consumer), obwohl sich dort zum Quartalsende positive Tendenzen abzeichneten.
In der Prozessindustrie schwächten sich die Aktivitäten im Berichtsquartal erheblich ab. Das Servicegeschäft wurde sowohl durch Ausgangssperren als auch durch das kundenseitige Reduzieren von Betriebsausgaben stark gebremst. Darüber hinaus wurden mehrere Investitionsprojekte zurückgestellt.
Im Verkehrs- und Infrastruktursektor setzten sich Investitionen in den Segmenten Bahn, Elektromobilität, Wasser und Abwasser sowie Rechenzentren fort. Auch im Segment der Energieverteilerunternehmen war die Auftragslage robust. In den Sektoren Schifffahrt und erneuerbare Energien gingen die Aktivitäten dagegen stark zurück.
Die konkreten Zahlen finden Sie in unserer Bilderstrecke.













