Siemens/SAP

Stefan Kuppinger,

Siemens kündigt Wartungsvertrag

Siemens hat jetzt den rund 30 Millionen Euro schweren Wartungsvertrag mit SAP gekündigt. Nachdem die Wartungs-Thematik schon seit längerem für Unruhe in den Reihen der SAP-Anwender sorgt, könnte die Siemens-Entscheidung Signalwirkung bekommen.

Nach Informationen der Wirtschaftswoche wurde der aktuelle Wartungsvertrag mit SAP zum Jahresende gekündigt. Mit der Wartungspauschale, die bei Großkunden wie Siemens derzeit 17 Prozent der jährlichen Lizenzkosten beträgt, finanzieren SAP-Anwender den Support sowie regelmäßige Updates ihrer Software. Nach Schätzungen eines Analysten bezahlt Siemens allein für Wartung mehr als 30 Mio. Euro pro Jahr an SAP.

Die Aktion von Siemens könnte der Startschuss für andere Unternehmen sein, ebenfalls über Alternativen nachzudenken. Denn es rumort schon länger innerhalb der SAP-Anwendergemeinde. Der Grund: SAP will seine Kunden auf neue Support-Verträge mit deutlichen Kostensteigerungen umstellen - stufenweise von aktuell 17% auf 22 %. Auch die SAP-unabhängige DSAG - Deutschsprachige SAP Anwendergruppe - macht schon seit längerem gegen die aktuelle SAP-Strategie Front. Die Interessensvertretung forderte schon im November 2008 eine Überarbeitung der Wartungsmodelle. Ende April hat SAP nachgebessert. Unter anderem wurde die schrittweise Preiserhöhung von vier auf sieben Jahre gestreckt und auf jährlich 3,1 % gedeckelt. Bei zentralen Forderungen wie ein optionales Support-Modell konnte laut DSAG-Pressemitteliung vom April aber keine Einigung erzielt werden.

Ein Indiz dafür, wie heiß das Thema unter SAP-Anwendern nach wie vor diskutiert wird, sind die auf der DSAG-Homepage eingerichteten „FAQs zu SAP Enterprise Support" (nur für Mitglieder) und ein Webinar am 15. September zum Thema Support/Service. Auch auf dem DSAG-Kongress Ende September in Bremen ist dem Thema Enterprise Support ein Vortragsblock gewidmet.

 

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