SAP Support-Modell
SAP Anwendervereinigung kritisiert Preispolitik
Die Vergütung für das SAP-Support-Modell bleibt ein Dauerbrenner unter den SAP-Anwendern, angeheizt durch die jüngste Preismitteilung der SAP AG an ihre Kunden.
Werner Schwarz, CIO-Beiratsmitglied der DSAG: „Über die angekündigte Preiserhöhung sollen Kunden bewegt werden, sich für den SAP Enterprise Support zu entscheiden.
Mit einem Ende Oktober verschickten Brief teilt SAP den Kunden die Preiserhöhungen der Wartungssätze speziell beim Standard Support (Pflegevergütung) mit. Damit herrscht laut DSAG - Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe - für viele Unternehmen nun Gewissheit: Der Support wird deutlich teurer!
Der von SAP gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geplante Preiserhöhungsmechanismus beim Standard Support in Deutschland und Österreich trifft langjährige Kunden besonders hart, da die Rückrechnung der Preissteigerung gemäß Index des Statistischen Bundesamts bis zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses erfolgt - maximal bis zum Jahr 2000. Durch diese individuellen Preiserhöhungen werden viele Anwender nun deutlich schlechter gestellt als Kunden, die ihre Verträge zu einem späteren Zeitpunkt umgestellt haben.
Beim SAP Enterprise Support gibt es zumindest in Deutschland und Österreich dagegen keine Preiserhöhungen. Ursache ist die Entwicklung des vom Statistischen Bundesamt ausgegebenen Index „Arbeitnehmerverdienste und Indizes der Arbeitnehmerverdienste Fachserie 16, Reihe 2.1". Dieser Index dient SAP als Grundlage für die Berechnung der Preiserhöhungen.
„Über die angekündigte Preiserhöhung sollen Kunden bewegt werden, sich für den SAP Enterprise Support zu entscheiden, auch wenn sie für die darin enthaltenen Leistungen über den Standard Support hinaus keinen Bedarf haben", betont Werner Schwarz, Experte für die Support-Thematik im CIO-Beirat der DSAG. Deshalb fordern Vorstand und CIO (Chief-Information Officer)-Beirat der DSAG weiterhin eine klare inhaltliche und preisliche Differenzierung der beiden Support-Modelle. Außerdem legt die DSAG großen Wert auf den Nachweis des Mehrwerts des Enterprise Supports.
Laut DSAG herrscht bei vielen Unternehmen jetzt Unsicherheit hinsichtlich des zu nutzenden Support-Modells. Unter Umständen kostet der Standard Support mehr als der Enterprise Support. Da SAP-Kunden im Rahmen ihres Sonderkündigungsrechts nur 14 Tage Zeit für die Rückmeldung haben, ist Eile geboten. „In Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und um zu einer vertrauensvollen Geschäftsbeziehung zurückzukehren, wäre eine generelle Aussetzung der Preiserhöhung das richtige Signal gewesen", betont Schwarz.
Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe in Walldorf versteht sich als eine unabhängige Interessenvertretung aller SAP-Anwender in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zielsetzung des 1997 gegründeten Vereins ist es, bedarfsgerechte SAP-Lösungen zu schaffen. Mit mehr als 2200 Mitgliedsunternehmen hat sich die DSAG als eine der größten SAP-Anwendergruppen weltweit etabliert.










