Wonderware, Invensys, Eurotherm

Stefan Kuppinger,

Nach der Umstrukturierung: Fokus aufs Lösungsgeschäft

Anfang Oktober wurden die bisher getrennt agierenden Invensys-Bereiche Wonderware, Eurotherm und Invensys Process Systems (IPS) zusammengeführt. Invensys Operations Management heißt der künftige Lösungsanbieter, dem Harald Konermann als Managing Director vorsteht.

Harald Konermann, Invensys Operations Management: „Wir wollen mit der Operations-Management-Strategie die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partner-Unternehmen erleichtern.“

Herr Konermann, welche Ziele verfolgt Invensys mit der Umstrukturierung?

Konermann: Die Integration der bisherigen Geschäftsbereiche ist der nächste logische Schritt in unserer Weiterentwicklung, um Synergien zu nutzen: Künftig bieten Wonderware, Eurotherm und Invensys Process Systems ihre Produkte im Rahmen der neuen Division gemeinsam als Gesamtlösungen an. Dies ermöglicht uns, ein größeres Leistungsspektrum bereitzustellen.

Warum ist dazu eine eigene Division notwendig?

Konermann:Die bisherigen Strukturen waren bezüglich der strategischen und taktisch-operativen Ziele suboptimal. Wenn Optimierungspotenzial vorliegt, sollte man dieses auch nutzen. Das tun wir mit der Konzentration der drei Bereiche in einer Division. Unter einer gemeinsamen operativen Führung ist es viel leichter, gemeinsame Ziele zu formulieren und zu erreichen. Dies erhöht zum einen unsere Effizienz und erleichtert zum anderen Kunden und Partnern die Interaktion mit uns bei Projekten. Ziel ist, eine deutlich verbesserte regionale Betreuung sowie einen höheren Zufriedenheitsgrad bei unseren Kunden und Partnern.

Insgesamt erwarten wir eine Erhöhung der Marktabdeckung hinsichtlich Produktangebot sowie die Erweiterung der Vertriebs-, Service- und Produktionsstandorte. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der regionalen Anpassung von globalen Produkten und Leistungen.

Was verstehen Sie unter regionaler Anpassung globaler Produkte?

Konermann: Als Beispiel wären hier die Adaptierung von Lösungen an unterschiedliche lokale Standards im Energie- und Sicherheitssektor zu nennen. Im Bereich Software geht es um Themen wie Sprachumschaltung und Deploy-to-Disc.

Wie organisieren Sie die bisher getrennten Vertriebsorganisationen und das Produktmanagement?

Konermann: Hinsichtlich Vertrieb haben wir eine einheitliche operative Vertriebsführung für die jeweiligen Regionen und Landesorganisationen aufgebaut. Dies gilt auch für die Bereiche Marketing und Produktmanagement.

Eurotherm und Wonderware haben bisher überwiegend Produkte entwickelt und vermarktet. Besteht nun nicht die Gefahr einer Fokussierung auf prozesstechnische Branchen und Leittechnik-Funktionen durch Invensys Process Systems?

Konermann: Wonderware und Eurotherm haben sich zu starken Namen mit ausgereiften Produkten mit Marken wie Intouch, Infusion und IntelaTrac entwickelt. Diese Lösungen sind auch weiterhin ein signifikanter Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Allerdings orientieren wir uns künftig vor allem an den Bedürfnissen unserer Kunden und Partner und nicht an der bisherigen Produktstruktur.

Wonderware viele Systemintegratoren. Gibt es Überlegungen, die Wonderware-Partner einzubinden?

Konermann: Das Wonderware-Ecosystem hat großen Anteil am Erfolg von Wonderware. Für uns wie auch die Wonderware-Partner ist dies eine einzigartige Möglichkeit, das Netzwerk zu erweitern. Mit der Integration und Erweiterung der Wonderware- und auch Eurotherm-Partner erwarten wir eine Vielzahl neuer Betätigungsfelder. Dies betrifft sowohl die Erweiterung des Produktspektrums unserer Partner durch unsere Produkte als auch die verbesserte Kundennähe.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Konermann: Die ersten positiven Ergebnisse aus der Integration sind bereits sichtbar: Innerhalb kürzester Zeit sind verschiedene Organisationsbereiche aufeinander abgestimmt worden. Live zu sehen ist das Anfang Dezember auf der Anwenderkonferenz "Invensys Operations Management", die bis dato als WonderWorld bekannt war. Unser Ziel ist, einen optimalen Vertriebs-, Service- und Produkt-Mix zu schaffen, der die Division klarer strukturiert und eine Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern erleichtert.

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