Interview mit Thomas Hilbig, Janitza electronics
Die Energieflüsse im Blick
Effizientes Energiemanagement macht Energie zur planbaren Größe in der Produktion. Mit der Netzvisualisierungssoftware GridVis bietet Janitza ein zentrales Tool, das Energieverbräuche, Spannungsqualität und Differenzströme transparent macht. So lassen sich Lastspitzen frühzeitig erkennen und Prozesse gezielt optimieren. Thomas Hilbig zu den Details.
Wie verändert sich durch Energiemanagement das Verständnis von Energie als Produktionsfaktor?
Schon lange ist Energie in der Industrie einer der großen Kostenfaktoren. Sie wird aber immer mehr zur strategischen Ressource, der über die Effizienz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit einer Produktion entscheidet.
Wer also Energie systematisch erfasst, erkennt Zusammenhänge zwischen Verbrauch, Qualität und Produktion – und kann Energie gezielt steuern, bewerten und optimieren, wie andere zentrale Ressourcen auch.
Ein modernes Energiemanagementsystem verschafft Unternehmen die notwendige Transparenz, damit sie Energieflüsse einer Anlage verstehen, Verluste erkennen und Prozesse effizienter gestalten können. Das Ergebnis sind geringere Betriebskosten, eine höhere Versorgungssicherheit und eine messbare Verbesserung der Energieeffizienz. Das sind strategische Wettbewerbsvorteile.
Welche langfristigen Vorteile ergeben sich aus einem ganzheitlichen Energiemanagementsystem?
Ein durchgängiges Energiemanagementsystem schafft nicht weniger als die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und Nachhaltigkeit. Unternehmen, die ihre Energiedaten systematisch erfassen und auswerten, treffen einfach bessere Entscheidungen – im laufenden Betrieb und bei Investitionen. Sie identifizieren ineffiziente Anlagen, erhöhen deren Verfügbarkeit und vermeiden Stillstände, weil sie kritische Zustände frühzeitig erkennen. Und weil sie Lastspitzen erkennen und vermeiden, senken sie ihre Kosten. Wer in diesem Prozess Energie als steuerbare Größe versteht, kann seine Produktionsprozesse viel nachhaltiger, sicherer und wettbewerbsfähiger gestalten.

Interview mit Jessica Bethune, Schneider...
Baustein fürs Energiemanagementsystem
Digitale Stromdaten für mehr Effizienz. Die Digitalisierung der Stromversorgung schafft Transparenz über Energieflüsse in Echtzeit. Jessica Bethune von Schneider Electric erläutert, wie sich so Verbrauch, Verluste und Effizienzpotenziale in Produktionsprozessen erkennen und gezielt optimieren lassen.
Welche Unterstützung und Lösungen bieten Sie Unternehmen an, die noch am Anfang stehen?
Wir wissen, dass der Einstieg in ein Energiemanagementsystem oft mit vielen Fragen verbunden ist – gerade bei Unternehmen, die bislang nur punktuell messen. Deshalb begleiten wir von Janitza unsere Kunden mit klar definierten Projektphasen: von der Analyse der bestehenden Infrastruktur über die Auswahl geeigneter Messgeräte bis hin zur vollständigen Systemintegration. Mit Janitza Project Solutions zum Beispiel bieten wir ein schlüsselfertiges und zukunftssicheres System an: ein modulares Konzept, das Hardware, Software und Engineering vereint. Das Ergebnis ist eine skalierbare Lösung, die Energieflüsse transparent macht und die Einhaltung von Normen vereinfacht. Damit zeigen wir, wie ganzheitliche Lösungen für Energiemanagement, Automatisierung und Spannungsqualität heute aussehen müssen: modular, skalierbar und passgenau auf die Anforderungen unserer Kunden zugeschnitten.
Wie lässt sich ‚GridVis‘ zur Überwachung von Spannungsqualität und Differenzströmen in einem Energiemanagementsystem einsetzen?
Die Netzvisualisierungssoftware ‚GridVis‘ ist die zentrale Plattform eines jeden Energiemanagementsystems von Janitza. Sie erfasst und analysiert Energieverbräuche, Spannungsqualität und Differenzströme zentral an einem Ort. Damit können Unternehmen die Einhaltung von Normen wie EN 50160 und IEC 61000-4-30 (Klasse A) sicherstellen und frühzeitig auf Abweichungen reagieren. Ein besonderer Vorteil ist die gleichzeitige Überwachung der Differenzströme; so lassen sich schleichende Isolationsfehler erkennen, bevor sie zu Produktionsausfällen oder Sicherheitsrisiken führen. GridVis verknüpft alle Messdaten intelligent, stellt sie übersichtlich dar und meldet kritische Ereignisse automatisch. Dadurch behalten Energie- und Instandhaltungsverantwortliche jederzeit den Überblick über die elektrische Infrastruktur.
Wie unterstützt GridVis bei der Erfüllung der ISO 50001-Zertifizierung, und welche spezifischen Funktionen helfen dabei, die Anforderungen der Norm zu erfüllen?
Die ISO 50001 verlangt Transparenz, Dokumentation und kontinuierliche Verbesserung des Energieeinsatzes – genau hier spielt GridVis seine Stärken aus. Die Software erfasst alle relevanten Energie- und Prozessdaten automatisch und archiviert sie revisionssicher. Sie ermöglicht die Bildung von Kennzahlen und Energie-Performance-Indikatoren (EnPI), erstellt Berichte für Audits und unterstützt Management-Reviews mit aktuellen Daten. Die integrierte Benutzer- und Rechteverwaltung sorgt für klare Verantwortlichkeiten. Dashboards und Alarmfunktionen machen Abweichungen oder Einsparpotenziale sofort sichtbar. Damit liefert GridVis die technischen Voraussetzungen für die ISO 50001-Zertifizierung und macht das Energiemanagement im Alltag greifbar und effizient.
Janitza electronics auf der SPS 2025: Halle 6 Stand 260











