Asset Management / Instandhaltung

Stefan Kuppinger,

Forschungsprojekt Papyrus gestartet

Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie hat ABB das auf 2,5 Jahre angelegte Forschungsprojekt Papyrus gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Asset Managements für Industrieanlagen, um den Zustand einer Anlage unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu verbessern.

Koordiniert wird das von der Europäischen Union mit knapp 1,8 Millionen Euro geförderte Projekt vom ABB-Forschungszentrum in Ladenburg. Ausgangspunkt der Optimierung ist der „Gesundheitszustand" einer Industrieanlage. Papyrus soll dazu beitragen, dass Anlagen bei gleichem Kostenaufwand „gesünder" werden oder bei gleichem Gesundheitszustand kostengünstiger zu betreiben sind. Für dieses „Gesundheitssystem" entwickelt die Projektgruppe Methoden, Algorithmen und Rechnerwerkzeuge.

Die Projektteilnehmer untersuchen zum Beispiel wie sich der Verschleiß einzelner Komponenten, wie Pumpen oder Motoren, auf die komplette Anlage oder die Produktqualität auswirken. Üblicherweise muss der Anlagenmechaniker diese Folgen auf die Gesamtanlage selbstständig beurteilen und ohne technische Unterstützung eine Lösung finden. Er kann dabei eine „Krankheit" diagnostizieren und therapieren - wenn etwa der Motor stark vibriert und ein Teil ausgetauscht werden muss. Weiterreichende Auswirkungen, zum Beispiel auf die Qualität des hergestellten Produktes, kann er bislang aber nicht in seine Entscheidung mit einbeziehen.

Mit Hilfe der zu entwickelnden Software-Anwendungen sollen Diagnose- und Therapiephase künftig anlagenweit und vorausschauend als „Plant-wide Asset Management" durchgeführt werden. Der Anlagenmanager kann dann auf Basis definierter Kennzahlen den Gesundheitszustand der Anlage beurteilen und mithilfe von Analysetools das jeweilige Problem beheben. Die Maßnahmen reichen von Wartungsaufträgen bis zur Veränderung der Anlagensteuerung. Dadurch verbessert oder stabilisiert sich der Zustand einer Anlage bei gleichem oder geringerem Aufwand. Papyrus wird bei der Firma Stora Enso an einer großen Kartonmaschine erprobt. Teilnehmer am Forschungsprojekt sind:

  • ABB Deutschland,
  • ABB Oy (Finnland),
  • Universität Duisburg-Essen,
  • Universität Henri Poincaré Nancy (Frankreich),
  • Universität Aalto (Finnland),
  • Predict SAS (Frankreich),
  • Stora Enso Oy (Finnland)
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