Umfrage: ERP und MES im Mittelstand
Fertigungsindustrie spürt steigende Komplexität
Das Marktforschungsunternehmen IDC Manufacturing Insights hat im Auftrag der Firmen Infor und IBM eine weltweite Umfrage bei über 700 kleinen und mittelständischen Unternehmen der diskreten Fertigung in vier Untersegmenten und acht Ländern durchgeführt. Die Komplexität der Abläufe kristallisiert sich als ein Problemfeld heraus.
Im Rahmen der weltweiten Umfrage hat das Marktforschungsunternehmen IDC Manufacturing Insights ein Whitepaper erstellt. Es zeigt, dass sich die Geschäftsprozesse der Produktionsindustrie heute wesentlich komplexer darstellen als noch vor fünf Jahren. Dies hat unter anderem seine Ursache darin, dass Profitabilität weniger durch bloße Kostensenkung, sondern vielmehr über Kundenzufriedenheit und Kundenbindung realisiert wird.
Die Auswertungen basieren auf einer im Mai 2010 durchgeführten Umfrage in mehreren Untersegmenten der diskreten Fertigungsindustrie, unter anderem der Automobilbranche, dermetallverarbeitenden Industrie, dem Maschinenbau und der Hightech-Elektronik. Insgesamt 722 Interviews wurden mit Führungskräften kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) zwischen 100 und 5000 Mitarbeitern geführt. Die Teilnehmer stammen aus den wichtigsten Ländern Westeuropas (Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Benelux), dem Asiatisch-Pazifischen Raum (Japan, China) sowie Nord-, Mittel- und Südamerika (USA, Brasilien).
Für europäische und nordamerikanische Fertigungsunternehmen hat die Optimierung der Produktions- und Geschäftsprozesse (Operational Excellence) an Komplexität zugenommen. Fast 53 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass die Komplexität ihrer Geschäftsprozesse heute höher ist als fünf Jahre zuvor. Mit 55,2 Prozent beziehungsweise 56,1 Prozent verzeichnen vor allem Unternehmen aus der Automobil- und Hightech-Branche einen sehr hohen Komplexitätsanstieg. Kostensenkung und Profitabilität führen die Liste der größten Herausforderungen für Unternehmen an. Gleichzeitig gilt Kundenzufriedenheit als wichtigste Geschäftsinitiative, um diese Probleme anzupacken. Damit hat sich das Bild im Vergleich zum Krisenjahr 2009 gewandelt - als oft allein Kostensenkungen das Handeln der Unternehmen bestimmte.
Die Studie zeigt auch, dass der Umgang mit der Rezession länderabhängig ist: In Westeuropa und den USA liegt der Fokus darauf, über konventionelle Wege Kunden zu binden und Unternehmen profitabler zu machen. Japan und China hingegen setzen mit Expansionsstrategien auf Innovation und die Entwicklung neuer Produkte. In allen vier Märkten zeigt sich unisono eine gewisse Kostenbesorgnis. Speziell in der metallverarbeitenden Industrie spielen Kostenaspekte eine große Rolle: Rohstoffpreise, zum Beispiel von Stahl oder Gummi, unterliegen hohen Schwankungen.
Auf die Frage, welche Komponenten der Operational Excellence in den kommenden zwei Jahren am verbesserungswürdigsten sind, nannten die Führungskräfte vor allem die Bedarfsplanung und Prognose. Hinzu kommen Fachkräftemangel, Defizite in der Flexibilität sowie fehlender Zugriff auf akkurate, aktuelle Informationen als anstehende Problemfelder. Nach wie vor sind Kostensenkungen und Produktivitätsverbesserungen die wichtigsten Ziele.
Die Maßnahmen und Prioritäten
Wie die Studie jedoch aufzeigt, gibt es abhängig von Unterbranche, geografischem Standort und Funktion der Befragten Unterschiede hinsichtlich der strategischen Maßnahmen und Prioritäten. Auch die Rolle der Informationstechnologie (IT) wurde einer Evaluierung unterzogen - der Fokus lag dabei darauf, die steigende Komplexität in den Griff zu bekommen, Kosten zu senken und die Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen.
Nach Aussage von 59 Prozent der befragten Firmen aus Westeuropa und Nordamerika stellt das Thema Komplexität unabhängig von der Unternehmensgröße eines der Hauptprobleme dar. Ganz im Gegensatz dazu berichteten nur 27,5 Prozent der chinesischen Studienteilnehmer von einer zunehmenden Komplexität; 35 Prozent der chinesischen Fertiger haben sogar das Gefühl, dass die Komplexität ihrer Märkte abnimmt.
Die Kunden stehen im Laufe der nächsten Jahre im Mittelpunkt und die diskreten Fertiger wollen deshalb unbedingt den Angebots- und Projektmanagementprozess verbessern - eine wesentliche Voraussetzung für Rentabilität und Kundenzufriedenheit. Laut der IDC-Befragung sind in diesem Bereich in den nächsten Jahren vor allem drei Themen relevant: Bedarfsplanung & Prognose, Produktneuentwicklung und -einführung sowie das Produktionsmanagement.
Das komplette Whitepaper steht gegen Registrierung kostenlos zum Download auf der Homepage der Firma Infor zur Verfügung.










