Lebensmittelindustrie

Stefan Kuppinger,

Einheitliche BDE-Schnittstelle entwickelt

Unter Federführung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) haben Fleischverarbeiter, die Food Processing Initiative Bielefeld (FPI) sowie diverse Maschinenlieferanten eine einheitliche Schnittstelle für die Betriebsdatenerfassung entwickelt: WS-Food.

Maschinen und Kontrollgeräte können künftig per Plug-and-Play über die Schnittstelle WS-Food 1.0 einheitlich mit bestehenden IT-Systemen kommunizieren. WS-Food basiert auf den etablierten Weihenstephaner Standards für Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen. Diese umfassen die physikalische Schnittstelle für Anbindung von Maschinen mit Datenerfassungssystemen sowie die Datenstrukturen, welche die Maschinen bereitstellen müssen. Zudem wurde eine OMAC-konforme Datenbasis geschaffen (OMAC:Organization for Machine Automation and Control).

Bisher musste eine Maschinen- und firmenübergreifende Betriebsdatenerfassung individuell auf die unterschiedlichen Kommunikationsprotokolle der verschiedenen Maschinenlieferanten angepasst werden. Dies verteuert für Anwender bislang den Aufbau von Maschinen übergreifenden Betriebsdatenerfassungssystemen und Automatisierungslösungen. Vor diesem Hintergrund haben der VDMA-Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen gemeinsam mit dem FPI (Food Processing Initiative e.V.) vor zwei Jahren die Initiative ergriffen und zusammen mit 15 Unternehmen und zwei Hochschulinstituten die Entwicklung einer einheitlichen Datenschnittstelle initiiert.

Die Firma Bizerba stellte auf der Fachmesse für die Fleischindustrie IFFA bereits eine Durchlaufwaage mit WS-Food Schnittstelle vor. Die Waage ermöglicht eine dynamische Gewichtserfassung sowie die Steuerung von Waren- und Materialflüssen. Die Produkterkennung erfolgt über Sensoren, etwa einen Barcodeleser. Der CWL Eco kann Gewicht und Volumen ermitteln, Füllmengen und Stückgewichte kontrollieren und Waren auf Vollständigkeit und Qualität hin überprüfen. Die Durchlaufwaage erreicht dabei eine Fördergeschwindigkeit von bis zu zwei Metern pro Sekunde im geeichten Betrieb und verfügt über verschiedene Programme wie Zählen, Toleranzkontrolle sowie Serienfehlererkennung.

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