Embedded Systeme

Frank Riemenschneider | Stefan Kuppinger,

Intels Visionen

Abseits der embedded world diskutierte Intel mit Partnerunternehmen und Kunden über den Wandel der embedded Systeme zu "intelligenten Systemen".

Ton Steenman ist Vice President und General Manager von Intels Intelligent Systems Group.

© Elektronik

Gemäß dem Motto "Was mit den Ultrabooks geklappt hat, wird auch im Embedded-Markt klappen" hat Intel erklärt, warum man ab sofort nicht mehr von embedded-Systemen sprechen wird, sondern vielmehr mit "intelligenten Systemen" einmal mehr eine neue Kategorie definiert hat. Intels Embedded-Systems-Group wurde in "Intelligent-Systems-Group" umbenannt. Ihr General Manager Ton Steenman (Bild) erläuterte, dass vor allen Dingen durch die Vernetzung von Systemen (zum Beispiel die Vernetzung von Komponenten der Fabrikautomatisierung mit der IT) die Datenmengen explodieren und neue Anforderungen an die Sicherheit gestellt werden. Mit seinen Partnern will Intel hierfür validierte Lösungen in Form von Chips, Betriebssystemen und Softwarekomponenten anbieten.

Drei strategische Zielmärkte wurden definiert: Automotive, Kommunikation und Verkauf. Die übrigen Märkte wie Medizinelektronik sollen von Partnern und Distributoren bedienen. Im Automobilbereich will Intel die Hersteller unterstützen, den "digitalen Lebensstil" aus dem Haus auch ins Auto zu übertragen. Zudem sollen die heute in Oberklasse-PKWs vorhandenen mehr als hundert Steuergeräte und deren Hunderte Millionen Codezeilen konsolidiert werden. Intel will hierzu mehr und mehr branchenspezifische SoCs herausbringen.
Im Kommunikationsbereich verfolgt man den sogenannten  4:1-All-in-One-Ansatz. Dabei will Intel ganzheitliche Lösungen für die Anwendungen und Services, die Datenpaketverarbeitung im Netzwerk, die Übertragungsalgorithmen und die Signalübertragung bereitstellen. Ziel ist, mehr Teilnehmer ins Netzwerk zu bekommen.

Intel-Kunde Adidas gab mit der "Shopping Wall" ein Beispiel für eine Verkaufs-Applikation: Adidas  hat rund 55.000 Produkte im Programm, von denen in einem Ladengeschäft aber im Schnitt jeweils nur etwa 2.500 Teile des Sortiments vorhanden sind. Kunden können sich in den Geschäften in Zukunft das komplette Sortiment über ein großes Display anzeigen lassen - der Vorteil eines Online-Shops wird quasi in den Laden übertragen. Zudem kann der Käufer mehr Informationen über real existierende Produkte abrufen, als auf dem Preisschild darstellbar wäre. Um dieses Projekt, das zur Zeit noch in verschiedenen Adidas-Filialen getestet wird, realisieren zu können, sind Daten aus insgesamt 50 Datenbanken zusammenzuführen.

Die Marktforschungsfirma VDC Research sieht für die nächsten Jahre drei Trends: Im Automobilbereich eine Verdreifachung der Systeme mit Virtualisierung (14 % in 2013 gegenüber 5 % in 2011), Cloud-Computing auch in Embedded-Systemen und ein doppelt so hohes Wachstum von intelligenten Systemen (31 % pro Jahr) gegenüber herkömmlichen, das heißt nicht vernetzten, embedded-Systemen (15 % pro Jahr). Infolge dessen steigt laut VDC der Anteil intelligenter Systeme von 39 % in 2011 bis 2013 auf 51 %.

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