Ethercat Technology Group
ETG zeigt Profil
Vor einem Jahr startete die Ethercat Technology Group ihr 'Profil-Projekt' für die Halbleiterindustrie. ETG-Sprecher Martin Rostan stellte nun die in "rekordverdächtigem Tempo" erzielten Ergebnisse vor. Weitere Neuheit der ETG-Pressekonferenz war die Ankündigung neuer Chips mit Ethercat-Unterstützung onboard.
"Ich bin jetzt seit 20 Jahren in unterschiedlichsten Feldbus-Gremien unterwegs; aber eine solch breit angelegte Bereitschaft zur Mitarbeit sowohl von Seiten der Gerätehersteller als auch der Anwender habe ich noch nicht erlebt" – mit diesen Worten kommentierte Martin Rostan, Executive Director der ETG, den Umstand, dass die Semiconductor Working Group der ETG innerhalb von nur zwölf Monaten insgesamt zwölf umfangreiche Profildokumente erstellt hat. Alleine die bisherigen Arbeitskreis-Treffen im Silicon Valley in Kalifornien entsprechen Rostan zufolge einem kumulierten Beitrag von über fünf Mannjahren.
"Das außergewöhnliche starke Engagement der vielen Teilnehmer aus Nordamerika, Europa und Asien zeigt, dass es die Halbleiterbranche ernst meint mit ihrer Entscheidung für Ethercat. Die Kunden warten darauf, dieses Kommunikationssystem nicht nur für Motion Control, Standard-I/O und Gateways einzusetzen, sondern die branchenspezifischen Geräte wie etwa Massendurchflussregler, Vakuum-Messgeräte oder Turbopumpen direkt in das Ethercat-System einbinden zu können", ergänzt Florian Häfele, der den Arbeitskreis vom ETG-Büro in Deutschland aus technisch betreut.
Nachdem die Semiconductor Technical Working Group ihr erstes bedeutendes Ziel – die Erstellung der Profile – erreicht hat, arbeitet sie aktuell an den Test-Cases, um die branchenspezifischen Ethercat-Geräte auf Konformität prüfen und zertifizieren zu können.
Neue Chips für Ethercat
Zweites Thema auf der ETG-Pressekonferenz war die Vorstellung eines neuen Chips mit integriertem Ethercat-Slave-Controller von Renesas; und auch die Firma HMS Industrial Networks kündigte einen neuen Baustein mit integriertem Ethercat an.
Rostan betonte in diesem Zusammenhang: "Renesas ist ja nicht nur als weltgrößter Mikrocontroller-Anbieter, sondern auch als Auftragsfertiger und Vermarkter von speziellen Industrial-Ethernet-Chips bestens bekannt (Anm. d. Red.: Renesas fertigt unter anderem die Ertec-Chips von Siemens sowie netX-Bausteine von Hilscher). Jetzt integriert Renesas Industrial-Ethernet-Schnittstellen aber erstmals in eigene Entwicklungen – und beginnt hierfür mit Ethercat." Der Chip mit der Bezeichnung 'R-IN32M3-EC' basiert auf einer 100-MHz-ARM-Cortex-M3-CPU und enthält neben einem 2-Port-Ethercat-Slave-Controller einen Ethernet-MAC. Damit eignet er sich auch zur Integration eines Ethercat-Masters. Alternativ lassen sich Stack-basierte Industrial-Ethernet-Protokolle wie Modbus-TCP, Ethernet/IP und Profinet-RT implementieren. Muster des Chips sind Ende Januar 2013 erhältlich, im Februar folgt ein Starterkit und im Juni soll der Chip dann in Stückzahlen verfügbar sein.
Mit dem Multiprotokollchip 'Anybus NP40' integriert HMS Industrial Networks Ethercat ebenfalls direkt in einen eigenen Ethernet-Chip, den das Unternehmen für 2013 angekündigt hat. "Für unsere Kunden wird Ethercat immer wichtiger", begründet Michael Volz diesen Schritt und ergänzt: "Mit unserem neuen Anybus NP40 bieten wir eine für anspruchsvolle Slave-Anwendungen optimierte Lösung zum Beispiel für Umrichter und Antriebe mit Motion-Control-Funktionen".










