Bernecker + Rainer Industrie Elektronik
Die magischen 15 Prozent!
15 Prozent jährliches Wachstum hat sich das Unternehmen B&R auf die Fahnen geschrieben. Ob und wie B&R dieses Ziel in 2013 erreicht, berichtete Geschäftsführer Hans Wimmer Ende September im Rahmen der jährlichen Vorpressekonferenz zur SPS IPC Drives.
Hans Wimmer, Geschäftsführer von B&R: "Die nahtlose Skalierbarkeit steht im Mittelpunkt unseres diesjährigen SPS IPC Drives Auftrittes."
© B&RSoviel vorneweg: "Die Zielmarke von 15 Prozent Wachstum erreichen wir in 2013 nicht!" sagt Hans Wimmer zu Beginn seines Jahresausblickes. Nachdem sich B&R in 2012 schon mit 5 Prozent Wachstum begnügen musste, werden sich die Umsatzzahlen dieses Jahr bei rund 475 Mio. Euro und damit bei einem Plus von 10 Prozent einpendeln.
Dennoch sieht Wimmer das Unternehmen auf einem gesunden Wachstumskurs und verweist auf die zunehmende Zahl an Neukunden: In 2012 kamen insgesamt 300 Firmen in der Kundendatei neu hinzu, dieses Jahr sind es voraussichtlich 350 Unternehmen.
Insgesamt wird B&R dieses Jahr 18.2000 Steuerungssysteme, 160.000 Industrie-PCs und Panels sowie 192.000 Antriebssysteme verkaufen. In Umsatzanteilen ausgedrückt bedeutet dies: Die Steuerungen tragen zu 30 %, die IPCs und Panel zu 31%, die Antriebssysteme zu 26 %, die Leittechnik zu 3,6%, die Software zu 3,8% und die Dienstleistungen zu 4,4% zum Gesamtumsatz von 475 Mio. Euro bei.
Die Umsatzverteilung nach Regionen stellt sich folgendermaßen dar: Mit 65% macht B&R den Großteil des Umsatzes nach wie vor in Europa, Nordamerika schlägt mit 16% zu Buche, Asien mit 17% und die restlichen 2 % verteilen sich weltweit.
Nach wie vor auf Wachstumskurs in allen drei Produktsegmenten: Bei den Steuerungssystemen, den Industrie-PCs und Panels sowie bei den Antriebssystemen.
© Computer&AUTOMATIONNach Branchen konnte B&R nur in der Energie-Branche nicht zulegen: Um 22 Prozent ging der Umsatz hier zurück, insbesondere durch die alternativen Energien bedingt. Wachstum hingegen gab es in der Kunststoffindustrie (+5%), in der Nahrungs- und Getränkeindustrie (+14%), in der Papier- und Druckindustrie (+4%), in der Metallverarbeitungsindustrie (+12%) und bei Handling/Robotik mit 17%.
Den Großteil des rund 142 Mio. Euro umfassenden Umsatzes der Steuerungstechnik generiert B&R mit der X20-Produktlinie. Insgesamt 1,6 Mio. X20 Scheiben wird B&R in 2013 verkaufen (in 2012: 1,35 Mio. Scheiben). Um den Erfolg dieser Gerätelinie auszudehnen wurden in den vergangenen Jahren mehrere Aktivitäten angestoßen:
So investierte das Unternehmen im Stammhaus Eggelsberg in eine Fertigungslinie, mit der sich eine individuelle Assemblierung der Geräte in Losgröße 1 durchführen lässt.
Weiter strebte B&R bei den X20-Geräten neben den Spezifikationen für den erweiterten Temperaturbereich und die Ex-Zonen ( ATEX: Ex-Zone 2 und HazLoc: Class 1, Div2) auch die German Lloyd Prüfung nach den Kategorien D und EMC-1 an, um die Geräte auch im Offshore Bereich und den Maritimen Anwendungen anbieten zu können. Diese Zertifikation ist mittlerweile abgeschlossen.
Unter dem Slogan ´X20 goes Mobile` hat B&R zusammen mit dem 2010 erworbenen Unternehmen Mondial das Steuerungs- und I/O-System im vergangenen Jahr in eine robuste Gehäusetechnik gepackt. Die Systeme MA120 und MA 170 sollen vor allem Umsatz in der mobilen Automation generieren. Da sich der Serienanlauf bei Kunden in der Industrieautomation immer mit Zeitversatz vollzieht, spiegeln sich diese neuen Systeme derzeit noch nicht im Umsatz bei B&R wider.
Zur SPS IPC Drives kommen nun neue Compact CPUs der X20-Reihe auf den Markt. Die Compact CPUs mit integrierten I/Os wird es in zwei Produktausführungen geben (CP0381 und CP1382), die sich in punkto Schnittstellen-Angebot und Speichergröße unterscheiden. Beide Ausführungen werden zudem in zweierlei Leistungsklassen angeboten, einmal mit einer Zykluszeit von 4 ms und das andere Mal mit der Zykluszeit von 1 ms. Zudem unterscheiden sich die Leistungsklassen in der Größe des onboard Flash.
Brennpunkt Skalierbarkeit
Auf der SPS IPC Drives besonders hervorheben will B&R das Thema der Skalierbarkeit. Hans Wimmer begründet dies mit den aktuellen Trends im Maschinen- und Anlagenbau. Demnach müssten die Maschinenbauer heute sehr flexibel auf die Wünsche der Kunden reagieren. Wimmer: „Die Serie im Maschinen- und Anlagenbau gibt es nicht mehr, jede Maschine ist individuell und ein Unikat.“ Für die Maschinenbauer sei es deshalb schwierig, wenn es im Angebot der Automatisierungstechnik Systembrüche gäbe. B&R will deshalb auf der Messe die Durchgängigkeit der eigenen Produktlinie – sowohl Hardware- als auch Softwaretechnisch – herausstellen. Der Slogan "Scalabiltity+" soll das reibungsfreie Zusammenspiel der mehreren tausend Soft- und Hardware-Optionen des kompletten B&R-Portfolios verdeutlichen. Für den Maschinenbauer besonders interessant: Sollte sich während des Entwicklungsprozesses herausstellten, dass die Komponenten oder Lösungen hoch- oder herunterskaliert werden müssen, sei dies jederzeit möglich. Dabei soll die komplette Entwicklungsleistung, die bis dahin investiert wurde, zu hundert Prozent übernommen werden können.











