PLCopen
Der CPU-Benchmark
Die PLCopen arbeitet derzeit mit Intel, AMD und ARM an einem CPU-Benchmark. Zu den Hintergründen hierzu bezieht Eelco van der Wal Stellung.
Herr van der Wal, die PLCopen beschäftigt sich normalerweise mit Software-Umgebungen in der Automatisierungstechnik. Wie kommt es nun, dass sich der Verein daranmacht, einen Benchmark für CPU-Architekturen zu definieren und umzusetzen?
Eelco van der Wal: Ja, das ist eigentlich gar nicht unsere Spielwiese, da haben Sie recht. Aber es schien, dass es keine andere Interessensgruppe gibt, die sich dieser Sache annehmen konnte. Ergo sind wir selbst aktiv geworden.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse des Benchmarks?
Eelco van der Wal: Uns geht es nicht darum, einen Prozessoren-Vergleich als solchen zu generieren. Sondern wir wollen vielmehr ein Benchmark-Werkzeug erstellen. Wir erarbeiten unterschiedliche Test-Scripts – und das nicht nur für die Echtzeit-Thematik sondern auch für alles andere drum herum: den Speicher-Zugriff, das Caching, den PCI-Express-Zugriff, die Kommunikation über OPC UA und den Stromverbrauch.
Die wohl interessanteste Erkenntnis bei all den Arbeiten ist: Beim Erstellen des Benchmark hat sich gezeigt, dass sowohl die CPU-Lieferanten als auch die Steuerungs-Hersteller davon profitieren, endlich mal dieselbe Sprache zu sprechen und somit ein viel besseres Verständnis für den jeweilig anderen aufzubauen.
Welchen letztendlichen Nutzen kann wer aus dem Benchmark ziehen?
Eelco van der Wal: Sowohl die CPU Lieferanten profitieren, indem sie ihre CPU-Implementierungen nun fundiert an die Anforderungen der Steuerungslieferanten anpassen können. Und die Steuerungshersteller profitieren von den CPUs, die aufgrund des Benchmark auf ihre Bedürfnisse hin besser ausgerichtet werden.
Wird es Folge-Projekte geben?
Eelco van der Wal: Wir sind momentan in der ersten Phase des Projektes: Verständnis füreinander aufbauen und die ersten Testanforderungen spezifizieren, inklusive der ersten Test-Scripts. In Folge-Projekten wollen wir diese Tests erweitern, auch dahingehend um die Runtime-Umgebungen für Software von 3rd.-Party-Anbietern zu unterstützen.
Wer kann das Benchmark-Tool nutzen? Oder anders gefragt: Für wen ist es erhältlich?
Eelco van der Wal: Das Tool steht momentan nur den Mitgliedern der Arbeitsgruppe zur Verfügung. Wir möchten es aber demnächst allen PLCopen-Mitgliedern zugänglich machen.
Wie offen wir das Werkzeug letztendlich freigeben und ob die Testscripts etwa in Github zur allgemeinen Verfügung stehen, haben wir noch nicht beschlossen.
Was wir auf jeden Fall vermeiden möchten ist, dass das Tool als generischer Benchmark gesehen wird, um Steuerungen unterschiedlicher Hersteller gegeneinander zu positionieren.










