Industrie-PCs

Michael Naumann | Lukas Dehling,

Alles im Blick

Detaillierte Daten erheben, die Qualitätskontrolle vereinfachen, Rückverfolgbarkeit sichern und ­Rüstzeiten verkürzen – hierfür verlässt sich das Mondi-Werk Gronau seit 2001 auf robuste Industrie-PCs. Neue Modelle erhöhen Ergonomie und Lesbarkeit.

© noax

Sie funktionieren 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche – und das seit 2001. Die Rede ist von den Noax-Industrie-PCs im Mondi-Werk Gronau. Im Jahr 2001 haben die Verantwortlichen dort die ersten Rechner angeschafft. Denn Mondi erkannte sehr früh, dass Produktionsprozesse wirtschaftlicher und effizienter sind, wenn man die entsprechend geeignete Hardware zur Erfassung von Informationen einsetzt. Und bereits damals hat das Unternehmen die Industrie-Computer dazu genutzt, detaillierte Daten aus der Fertigung zu erheben, die Qualitätskontrolle zu vereinfachen, Rückverfolgbarkeit zu sichern und die Rüstzeiten zu verkürzen. Ein weltweit agierendes Unternehmen mit rund 25.000 Mitarbeitern wie die Mondi-Group benötigt moderne und robuste Technik, um hier den Anschluss nicht zu verlieren. Die Mondi-Group fertigt Papier, Hygiene-Produkte und Verpackungsmaterialien. In Deutschland ist das Unternehmen an vierzehn Standorten vertreten. Die Niederlassung im nordrheinwestfälischen Gronau produziert Folien, Verpackungsmaterial und Komponenten für Hygiene-Artikel. 

Rückverfolgbarkeit ist essenziell

Besonders bei Hygiene-Produkten, zum Beispiel Windeln oder Damenbinden, ist eine minutiöse Dokumentation des Produktionsprozesses für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von großer Bedeutung, auch dann, wenn die Erzeugnisse von Mondi ihrerseits als Komponenten in Produkten anderer Hersteller Verwendung finden. Um diese Rückverfolg-barkeit zu gewährleisten, verlässt sich das Unternehmen auf die Industrie-PCs. Doch die robusten Computer leisten noch mehr: Vor allem sind sie zentrales Element für die Erfassung der Betriebs- und Maschinendaten. 

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Ob via Tastatur, per Touchscreen oder mittels Barcode-Scanner – die Bedienmöglichkeiten der Industrie-PCs sind vielfältig.

© noax

Als sich die Verantwortlichen im Jahr 2001 entschlossen, Noax-Industrie-PCs zu verwenden, war die Stabilität der Industrie-Computer ihr Hauptargument. Denn da sie wichtige Informationen registrieren, verarbeiten und speichern sollten, stand das Argument Laufsicherheit an erster Stelle, insbesondere für die Rückverfolgbarkeit: Nur so lässt sich lückenlos nachweisen, dass sämt-liche Vorgaben 24/7 beachtet worden sind. 

Darüber hinaus bietet die permanente Erfassung von Maschinen- und Betriebsdaten einen detaillierten Einblick in alle Fertigungsvorgänge. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise feststellen, wo noch Rationalisierungspotenziale liegen.

Die Erfassungsterminals befinden sich in unmittelbarer Nähe der Produktionsmaschinen. Den Mitarbeitern der Produktion stehen sie dort für die manuelle Erfassung von Betriebsdaten zur Verfügung. Sie können aber auch direkt Signale von den Maschinen empfangen, verarbeiten und visualisieren. Das Erfassen von Betriebs- und Maschinen-daten ist Teil eines Manufacturing Exe-cution Systems (MES). Mit ihm kann man die Produktion überwachen und Störgründe schneller aufspüren, so dass Produktionsunterbrechungen möglichst kurz ausfallen. Für diese Aufgaben setzt das Unternehmen neben den Industrie-PCs eine Branchenlösung speziell für die Herstellung von Folien, Papier, Nonwovens und Hightech-Textilien ein. 

100 Rechner, eine Software

Über 100 Industrie-PCs von Noax sind im Mondi-Werk im Einsatz . Die Besonderheit dabei: Auf allen Geräten läuft die gleiche Software mit dem gleichen Speicherabbild. Der Systemadministrator begründet diese Maßnahme folgendermaßen: „Wir sind einfach zu groß, als dass wir uns einen Mix aus verschiedenen Lösungen leisten können. Die gleiche Konfiguration und das gleiche Image auf den Industrie-PCs erleichtert unsere Arbeit enorm.“ Bei sämtlichen Vorgängen werden die Mitarbeiter durch die Indus-trie-Computer erheblich unterstützt. 

Zum Beispiel bei der Datenerfassung bei der Folienherstellung: Die Folie wird zunächst als Schlauch aus einem Extruder mit rund 1,3 Meter Durchmesser etwa fünf Meter mit einem Luftzug nach oben gesogen. Sobald sie am oberen Ende des Extruders abgekühlt ist, wird sie in zwei Bahnen geschnitten und auf Rollen gewickelt. Jede Rolle wird mit Hilfe eines Noax-BDE-Terminals registriert und mit einer Bodenwaage gewogen. Die Mitarbeiter verwenden den Industrie-PC, um das Gewicht zu erfassen, Daten abzuspeichern und maschinenlesbare Etiketten mit Angaben zu dem jeweiligen Produkt zu generieren. Ohne die Industrie-Computer müssten diese Vorgänge manuell ausgeführt werden, was einen erheblichen Aufwand bedeuten würde. Das Verbuchen von Rollen ist nur einer von zahlreichen Produktionsschritten. 

Flusen, Staub und Lösungsmittel

Die Industrie-PCs sind bei der Produktion zahlreichen Belastungen ausgesetzt: Dazu gehören der Flug von Kleinteilen ebenso wie der feine Nebel, der von Druckerfarben oder Lösungsmitteln ausgeht, die bei der Herstellung von Kunststofffolien anfallen. In der Komponentenfertigung für Hygiene-Produkte muss die Hardware mit dem extrem feinen Staub des verwendeten Zellstoffes zurechtkommen, der sich überall absetzt.

Hier, wie auch in den anderen Produktionsbereichen, hat sich die komplett geschlossene Bauweise der Noax-Systeme gemäß Schutznorm IP65 bewährt, wie der Systemadministrator berichtet: „Zunächst hatten wir gewöhnliche Büro-Rechner in der Produktion. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sie den Geist aufgaben. Wir haben sie geöffnet und stellten fest, dass die Lüfter voller Flusen und Staub waren. Im Gegensatz dazu ist in den neuen Rechnern alles sauber.“

Neben dem feinen Staub überträgt sich die Vibration der Produktionsmaschinen auf die Rechner, zumal sie zum Teil mit Edelstahlarmen direkt an den Maschinen montiert sind. Doch auch der permanenten Belastung durch Erschütterungen halten die Industrie-PCs seit Jahren stand. „Hier macht sich die Laufsicherheit und Verlässlichkeit der Noax-Industrie-PCs bezahlt“, berichtet der Systemadministrator. Darum haben wir uns wieder für diesen Hersteller entschieden, als wir 2015 einen Generationswechsel bei der Hardware durchgeführt haben.“ 
 
Mit dem Austausch der Rechner haben die Verantwortlichen im Mondi-Werk einen Teil der Terminals durch In­dustrie-PCs mit einer Touchscreen­größe von 21,5-Zoll-Bildschirmdia­go-nale und Full-HD-Fähigkeit ersetzt.
 

Neue 21,5-Zoll-Modelle

Während die alten Geräte eine Bildschirmdiagonale von 12 beziehungsweise 15 Zoll hatten, bieten die neuen Touchscreens mehr Ergonomie und eine bessere Lesbarkeit der Daten, wie der Systemadministrator betont: „Denn auf einen Full-HD-Touchscreen passen mehr Informationen. Wir können mehr Prüfpunkte ­erfassen. Darüber hinaus ist die Grafik mit allen Einzelheiten stets lesbar.“ Den Mitarbeitern bieten die neuen Touchscreens eine bessere Bedienung und ein einfacheres Arbeiten.

Autor: Michael Naumann ist freier Fachjournalist aus München.

Die Projekt­anforderungen

Mondi hatte für die Rechner folgende Anforderungen und Anwendung im Blick:

■ Maschinendatenerfassung (MDE)
■ Betriebsdatenerfassung durch Mitarbeiter (BDE)
■ Sicherung der Rückverfolgbarkeit
■ Dokumentation der einzelnen Verarbeitungsschritte
■ Steigerung der Produktivität
■ Senkung von Rüst- und Nebenzeiten
■ Steigerung der Maschinenlaufzeiten
■ Nutzung von Rationalisierungs­potenzialen

Aus den Zielen ergaben sich folgende Anforderungen an die Industrie-PCs:

■ Einsatz in der gesamten Produktionskette von Verpackungsmaterial und Hygiene-Artikeln
■ Komplett geschlossene Bauweise gemäß Schutzart IP65
■ Helles, gut lesbares Display mit Touchscreen 
■ Widerstandsfähigkeit bei Dauervibration
■ Einsatz von Peripherie wie Scanner oder Etikettendrucker 
■ Schutz vor Zellstoffstaub, Feuchtigkeit, Lösungsmittelnebel
■ Laufsicherheit und Stabilität
 

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