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SPS 2019

ZVEI propagiert ­Klimaschutz

26. November 2019, 11:30 Uhr   |  Günter Herkommer

ZVEI propagiert ­Klimaschutz
© Computer&AUTOMATION

Dr. Jan Mrosik, ZVEI (links): „Der Klimaschutz geht uns alle an, er ist eine ‚Menschheitsaufgabe‘ – wie die Bundeskanzlerin sagt.“

Der ZVEI nahm die traditionelle Pressekonferenz auf der SPS zum Anlass, für den Klimaschutz zu werben. Ein weiteres Thema: Industrie 4.0 mit 5G.

„Technologischer Fortschritt ist ein wichtiger Hebel für mehr Klimaschutz“, lautet das zentrale Statement von  Dr. Jan Mrosik, neuer Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation, vor versammelter Fachpresse in Nürnberg auf der SPS 2019. Das Klimaziel, den CO2-Ausstoß bis 2050 gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 um 80 % zu reduzieren, lasse sich erreichen – bei höheren Anstrengungen sogar bis zu 95 %. Das belege die vom BDI veröffentlichte Klimapfade-Studie, an der sich der ZVEI beteiligt hat. Mrosik hierzu: „Die Industrie hat bereits geschafft, was anderen Sektoren noch bevorsteht: die Entkopplung von Wachstum und Energieverbrauch.“ Zwischen 2005 und 2016 sei die Brutto-Wertschöpfung um fast ein Fünftel gestiegen, der Stromverbrauch im selben Zeitraum hingegen gesunken. Dieses Verhältnis werde sich weiter zugunsten der Stromproduktivität verbessern. „Wir sehen, dass die Effizienzpotenziale noch nicht ausgeschöpft sind und moderne Automatisierungstechnik weitere Chancen eröffnet“, so Mrosik.

Ein Beispiel für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sei das Digitale Typenschild, das der ZVEI auf der SPS 2019 erstmals vorstellt. Als Teilmodell der Industrie-4.0-Verwaltungsschale (AAS) biete es zahlreiche Vorteile. „Nicht nur spezifische Geräteinformationen können digital, mehrsprachig und stets aktuell abgerufen werden, sondern perspektivisch auch die ganzer Maschinen“, erläutert Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation und ergänzt: „Die altherbrachte papierbegleitende Dokumentation entfällt somit – das ist eine riesige Entlastung für die Umwelt.“

Auch das vom ZVEI begleitete Forschungsprojekt DC-Industrie, welches im September nach drei Jahren Forschungsarbeit abgeschlossen wurde, weist Koschnick zufolge hohe Einsparpotenziale nach – im Durchschnitt bis zu 10 %: „Ein gleichstrombasiertes Smart Grid in der industriellen Produktion ist deutlich energieeffizienter als eine wechselstrombasierte Energieversorgung. Darüber hinaus bietet es mehr Energieflexibilität und eine über das einzelne Produkt hinausgehende systemische Betrachtung.“ Der ZVEI arbeitet deshalb aktuell in dem Nachfolgeprojekt DC2 mit Partnern daran, die Gleichstromversorgung in einer gesamten Produktionshalle zu erforschen.

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