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Franka Emika

Vom Webshop zur Robotik-Plattform

29. April 2021, 09:55 Uhr   |  Inka Krischke

Vom Webshop zur Robotik-Plattform
© Franka Emika

Als wäre die Entwicklung von Robotern nicht an sich schon anspruchsvoll genug, verlangen auch Vertrieb und Management der Produkte sowie die Vernetzung von Partnern den Herstellern von Robotik-Lösungen wertvolle Ressourcen ab. Ein Ansatz des Roboterherstellers Franka Emika.

Das Deep-Tech-Unternehmen Franka Emika mit Hauptsitz in München, hat sich mit seinem Industrieroboterarm einen Namen gemacht. Dieser Arm wurde mit dem Ziel entwickelt, Robotik-Lösungen breiter zugänglich zu machen. Unternehmen verschiedener Branchen und Größen sollen damit mühsame, zeitaufwendige, monotone und potenziell gefährliche Arbeiten ihren einarmigen Helfern anvertrauen können und sich so automatisieren – unabhängig davon, ob es sich um eine Großserienproduktion oder um maßgeschneiderte Custom-Szenarien mit niedriger Auflage für verschiedenste Anwendungsszenarien handelt.

Dabei ist die Anwendung so einfach wie möglich gehalten. Programmiert wird der Roboter über vordefinierte Codeblöcke im App-Format. Damit sind selbst Benutzer ohne Programmierkenntnisse in der Lage, diese Blöcke auf den Roboterarm aufzuspielen und modular zu Aufgabenketten zu kombinieren. Der gesamte Ablauf erfolgt über ein kompaktes Browser-Interface und ist auch per Smartphone durchführbar. Diese Schnittstelle ist Teil eines Systems mit einer verschiedene Bereiche umspannenden Funktionalität namens ‚Franka World‘.

Zunächst entstand die Plattform ‚Franka World‘ mit dem Ziel, die zum damaligen Zeitpunkt noch komplett manuellen Commerce-Prozesse von Franka Emika zu automatisieren – von der Bestellannahme über die -abwicklung bis zum Versand. Das Hauptziel des gesamten Prozesses war eine möglichst geringe Markteinführungszeit.

Gestartet als Commerce-Plattform

Im Zuge eines Erstkonzepts wurde versucht, verschiedene Komponenten – Stand-alone-Commerce- und Storefront-Technologien, Amazon Web Services und verschiedene weitere externe Services – zu einer Gesamtstruktur zu verschmelzen. Damit bahnte sich allerdings eine fragmentierte Tooling-Landschaft an, die zusätzliche Erweiterungen und Skalierungsanstrengungen höchst komplex gemacht hätte – und Komplexität war genau das Gegenteil dessen, was gewollt war.

Die Lösung für Franka Emika lag in der Kooperation mit dem international agierenden E-Commerce-Unternehmen commercetools, ebenfalls mit Hauptsitz in München. Dessen Cloud-native Headless-Technologie – also der klare Fokus auf Backend-Prozesse, die sich an jedes beliebige kundenseitige Frontend anbinden lassen – bot den Rahmen für die Plattform, die sich Franka Emika vorstellte. Hier bauen APIs zwischen den Bereichen Backend und Frontend flexibel Verbindungsbrücken. So können Nutzer ohne Beeinträchtigungen wie zum Beispiel Zeitverzögerungen auf Services am Frontend zugreifen. Zudem lassen sich Veränderungen an der Plattform vergleichsweise einfach vornehmen und neue Features schneller einführen.

Fragestellungen rund um Einkaufswägen, korrekte Steuerberechnung oder Promotion-Integration müssen so nicht mehr manuell bearbeitet werden. Features stehen modular und frei anpass- und einbindbar zur Verfügung, was eine Skalierung erleichtert. So baute Franka Emika eine zunächst recht simple Commerce-Plattform zu einem komplexen Katalog und schließlich zu einer Plattform für Partner-Onboarding und -Enablement sowie zu einer Community aus. Durch die Auslagerung der technischen Commerce-Prozesse an commercetools sparte das Unternehmen nicht nur Upfront-Kosten bei der Entwicklung ein, sondern auch inkrementelle Kosten für Order und Product Management. So konnte sich der Roboterhersteller ganz auf die Robotik konzentrieren.

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2. Integration von Partnern in der nächsten Version

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