Robotik

Meinrad Happacher,

Codezeilen ade!

Fuzzy Logic Robotics kündigt für die Hannover-Messe 2021 die erste Version der Softwareplattform Fuzzy Studio an - ein Produkt, mit dem sich Roboter in der Produktion flexibler einsetzen lassen sollen.

© Fuzzy Logic Robotics

Bislang können nur kleine Teilbereiche der robotergestützten Produktion – etwa Pick-and-Place-Aufgaben - von Nicht-Experten gesteuert werden. Die überwiegende Mehrheit der Robotik- und Cobotik-Anwendungen erfordert komplexe und heterogene Softwaretools, die nur qualifiziertes Fachpersonal bedienen kann.

Soll ein Mitarbeiter diese Softwaretools einsetzen, muss er sich in kosten- und zeitaufwendigen Schulungen zunächst die entsprechenden Fachkenntnisse aneignen. In der Regel machen diese Schulungen und sonstige Dienstleistungen über 75 % der Gesamtkosten eines Roboters aus. In der flexiblen Produktion fällt die Bilanz sogar noch ungünstiger aus: Hier entfallen manchmal über 90% der Gesamtkosten auf die Qualifizierung der Mitarbeiter. Dies führt dazu, dass sich die Investition in ein Rotobersystem oft nicht lohnt.

Fuzzy Logic Robotics stellt jetzt eine intuitiv zu bedienende Plattform für alle Produktionsbereiche vor, mit der sich die Kosten für die Roboterprogrammierung um 90% senken lassen sollen.

Mit dieser Plattform namens Fuzzy Studio sollen sich auch komplexe Anwendungen wie das Dosieren oder Schweißen einfach automatisieren lassen. Dies liegt daran, weil die Software intuitiv und einfach zu bedienen ist wie ein Videospiel. Das Studio verfügt über eine Standardschnittstelle für alle gängigen Robotermarken – von ABB über Fanuc und Kuka bis zu Stäubli und Universal Robots.

Dabei deckt das Tool die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen ab, die in einer Roboterzelle anfallen können: von der Vorprojektierung über die Konstruktion und Inbetriebnahme bis hin zur Echtzeit-Produktionssteuerung, In-System-Programmierung und Wartung.

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Die Roboter-Bibliothek

Der Anwender hat Zugriff auf eine Bibliothek, in der alle Robotermodelle verschiedener Hersteller enthalten sind. Zur Vereinfachung der Arbeitsabläufe lassen sich unterschiedliche Suchfilter einstellen. Durch den Import originalgetreuer und interaktiver CAD- und 3D-Objekte kann der Anwender schnell das gewünschte Robotersystem konstruieren. Unterstützt werden über 40 Formate, einschließlich der in der Industrie verbreiteten Formate STEP und IGES.

Weiter lassen sich aus den unterschiedlichen Werkzeugoptionen führender Hersteller die für Ihren Betrieb passende Anwendung auswählen. Anwender können aber auch ihre eigenen Greiferlösungen importieren. Alle unterstützten Werkzeuge sind Plug-and-Play-kompatibel.

Werkzeugbahnen erstellen

Verwirrende Codezeilen oder Koordinatensysteme braucht es nicht: Werkzeugbahnen lassen sich visuell erstellen. Auch eine nachträgliche Änderung ist in Echtzeit möglich. 3D-CAD-Objekte können also per Drag & Drop-Funktion in die Konstruktion übertragen werden. Die hinterlegten Algorithmen generieren automatisch Werkzeugbahnen, die Kollisionen vermeiden, Zeit sparen, die Leistung verbessern und die Sicherheit erhöhen.

Austausch von Robotern

Über die hinterlegten, firmeneigenen Algorithmen können Anwender in allen Teilbereichen der Produktion einen Roboter mit nur zwei Klicks austauschen und so die richtige Lösung für die jeweilige Aufgabenstellung finden. Alle Werkzeugbahnen und Arbeitsabläufe werden automatisch neu berechnet. Etwaige Schwierigkeiten lassen sich leicht beheben. Dank der deterministischen Echtzeit-Steuerungsalgorithmen gilt: Alles, was die Simulation zeigt, lässt sich auch umsetzen. Jede Aufgabenstellung ist mit einem Klick auf den Roboter übertragbar. – Die Lücke zwischen Simulation und Realität wird so geschlossen.

Das Unternehmen

Fuzzy Logic Robotics entstand aus einigen führenden Robotik-Forschungsinstituten in Frankreich und wurde von einem französisch-amerikanischen Team von Robotik-Experten gegründet. Die Gründer suchten nach neuen Wegen, die Roboteranwendungen der nächsten Generation zu steuern und zu programmieren. Ausgehend von den Vorgaben eines Kunden aus der audiovisuellen Industrie entwickelten die Firmengründer eine Software, mit der sich Industrieroboter auch von ungeschulten Benutzern bedienen lässt. Aufgrund der Erfahrungen in diesem Kundensegment überträgt Fuzzy Logic Robotics diese Erkenntnisse nun auch auf den Industriebereich.

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