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Artikel und Hintergründe zum Thema

Bosch Rexroth

Andrea Gillhuber | Andrea Gillhuber,

Zuversichtlich trotz zweistelligem Umsatzrückgang

Bosch Rexroth meldet für das Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang von 17 %. Für 2021 ist das Unternehmen zuversichtlich, denn seit Mitte letzten Jahres erholt sich der Auftragseingang.

Das neue Herzstück der Automatisierungstechnik von Bosch Rexroth: die Automatisierungsplattform »ctrlX Automation«

© Bosch Rexroth

Trotz 17-prozentigem Umsatzrückgang gegenüber dem Rekordjahr 2019 bleibt Bosch Rexroth im Geschäftsjahr 2020 profitabel. Ein seit Mitte 2020 steigender Auftragseingang sorgt für Zuversicht im Unternehmen, dass für 2021 umfangreiche Investitionen auch an deutschen Standorten plant. Dass der Automatisierungsspezialist den schwierigen Rahmenbedingungen, eine Kombination aus konjunkturellem Abschwung und Pandemie, getrotzt hat, sieht Rolf Najork, Geschäftsführer von Robert Bosch, als Verdienst der Mitarbeiter: »Wir sind stolz auf unser weltweites Team. Es hat einen ganz besonderen Einsatz geleistet. Mit ihrer Flexibilität und beeindruckendem Durchhaltevermögen haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit vor Ort bei unseren Kunden, an unseren Standorten und mobil für unseren Erfolg gearbeitet. Auch in schwierigen Zeiten richten wir stets den Fokus auf die Kunden. Bosch Rexroth bleibt ein stabiler Partner in der stationären und mobilen Hydraulik, in der Fabrikautomation sowie im Engineering.«

Den Umsatz 2020 gibt das Unternehmen mit 5,2 Mrd. Euro (2019:6,2 Mrd. Euro) an, der Auftragseingang lag mit 5,2 Mrd. Euro etwas unter dem im Jahr 2019 (5,4 Mrd. Euro). Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) für 2020 gibt das Unternehmen mit rund 326 Mio. Euro (Vorjahr: 348 Mio. Euro) an, allerdings stieg deren Anteil am Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 5,6 auf 6,3 %.

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Steigender Auftragseingang ab Mitte 2020

Seit dem 2. Halbjahr 2020 steigt der Auftragseingang an und sorgt dafür, dass das Unternehmen vorsichtig zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr blickt. Dennoch bestehen durch die weitere Entwicklung der Pandemie, mögliche Veränderungen in einzelnen Märkten oder die strukturellen Veränderungen im Automobilsektor weiterhin Risiken. Najork: »Die Erholung wird länger dauern als die Krise selbst. Für diesen Weg sind wir mit unserer ausgewogenen Strategie des Wandels gerüstet: Wir berücksichtigen langfristige strukturelle Entwicklungen und erhöhen gleichzeitig unsere Flexibilität für konjunkturelle Schwankungen.«

Digitalisierung des Kundenkontakts

Um den Kontakt zu Anwendern und Kunden aufrechtzuerhalten, setzt Bosch Rexroth konsequent auf die Digitalisierung. So etablierte das Unternehmen neue Chat-Funktionen auf der Website, bot digitale Veranstaltungen und Schulungen an und unterstützte Anwender mit Fernwartung und digitalem Support bei Inbetriebnahmen von Antriebs- und Automatisierungslösungen.

Hydraulik und Fabrikautomation im Aufwind

Bosch Rexroth erzielte mehr als die Hälfte des Umsatzes im Geschäftsjahr 2020 in Europa. Nord- und Südamerika gingen die Umsätze im Jahr 2020 um etwa 20 % zurück. Gestützt durch das starke Geschäft in China konnte hingegen in der Region Asien-Pazifik/Afrika der Rückgang auf knapp 5 % begrenzt werden.

Für eine Stabilisierung des Geschäfts vor allem seit der zweiten Jahreshälfte 2020 sorgte der Bereich Hydraulik. Bei der Technologie setzt Bosch Rexroth auf eine Kombination aus hoher Kraftdichte und digitaler Vernetzbarkeit.

Die Auftragseingänge im Bereich der Fabrikautomation ziehen ebenfalls an. Die neue Automatisierungsplattform ctrlX Automation hilft Anwendern, in der Fabrik der Zukunft flexibler zu agieren, Anlagen schneller in Betrieb zu nehmen sowie sehr unterschiedliche Mengen und Varianten von Produkten wirtschaftlich zu fertigen.

Weitere Investitionen geplant

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen rund 100 Mio. Euro in seine weltweit 47 Fertigungsstandorte, davon zwölf Standorte in Deutschland, investiert. Mit rund 45 Mio Euro wurde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte gestärkt, beispielsweise mit dem zweiten Bauabschnitt des Kunden- und Innovationszentrums in Ulm, wo rund 250 Spezialisten bereichsübergreifend arbeiten werden. Das weitere Gebäude wird eine Modellfabrik für Industrie 4.0-Lösungen beherbergen, moderne Büroräume, Labors sowie Teststände für die Elektrifizierung von mobilen Arbeitsmaschinen. Rund 28 Mio. Euro gingen nach China, insbesondere für einen Ausbau des Werks in Xian als Zentrum für Fabrikautomation in Asien.

Bosch Rexroth plant weitere Investitionen. Diese erfolgen entweder im Sinne eines „local for local“-Ansatzes nahe bei den Kunden oder es werden Kapazitäten dort gebündelt, wo es wirtschaftlich erforderlich ist. Dabei sind auch an deutschen Standorten erhebliche Investitionen vorgesehen.

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