Smart Cities

Davina Spohn,

VDE forciert gemeinsame Standards mit Japan

Deutschland und Japan wollen im Bereich Normung für Smart Cities enger zusammenarbeiten. Beide Länder verbinden laut dem VDE über Jahrzehnte hinweg intensive Handelsbeziehungen. Zudem existieren ähnliche ökonomische, ökologische und demographische Problemstellungen.

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Laut VDE sollen die strategischen Allianzen mit Japan in konkrete Normungsprojekte münden. Eine deutsch-japanische Expertengruppe aus VDE / DKE und dem JISC (Japanese Industrial Standards Committee) ist hier aktiv. Sie entwickelt Kriterien, die die Smart City messbar und skalierbar machen sollen. Bis jetzt haben die Akteure aus Japan und Deutschland beim so genannten Standardisation Management Board (SMB) der IEC einen Vorschlag für eine Roadmap zur Evaluation Group eingereicht, über den im Juni 2013 entschieden werden soll.

"Japan hat durch das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami gerade bei der Stromversorgung schwere Beeinträchtigungen bei den Stromnetzen hinnehmen müssen, zudem wurden in Folge der Naturkatastrophe alle Atomkraftwerke vom Netz genommen", erklärt Michael Teigeler, Mitglied der Geschäftsführung der VDE-Normungsorganisation DKE. In Deutschland hingegen müssten sich durch den Ausstieg aus der Atomenergie und den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energiequellen die Netzinfrastruktur für den Transport und die Elektrizitätsverteilung einer kompletten Überarbeitung unterziehen. Deshalb sei die Lage in beiden Ländern ähnlich, so Teigeler.

Auch bei der Realisierung von Smart Cities, der Anpassung der Städte an die neuen energetischen Strukturen gibt es laut dem VDE Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern: Im Gegensatz zu China und den Golfstaaten, die komplett neue Städte vom Reißbrett planen und umsetzen, müssen sich "bestehende deutsche und japanische Städte behutsam und im Einklang mit vorhandenen Strukturen fortentwickeln", sagt Teigeler.

Energiewende und alternde Bevölkerung

Japan will nach Verbandsangaben die Erfahrungen nutzen, die Deutschland mit der Energiewende macht. Ähnlich wie Deutschland verfügt Japan über wenig eigene Rohstoffe im Bereich Energie, so der VDE. Mit 200 Millionen Einwohnern baue das Land zunehmend auf Photovoltaik und Windkraft. Mit Blick auf die alternde Bevölkerung hätten beide Länder zudem ähnliche demographische Herausforderungen.

Übereinstimmungen sieht der VDE auch beim Thema Sicherheit – sowohl im Sinne von Ausfall- und Funktionssicherheit, aber auch im Sinne einer Gefahrenabwehr gegen Eingriffe von außen. Einen Erfolg der Smart Cities prognostiziert der VDE nur, wenn die breite Akzeptanz der Bevölkerung vorhanden ist. Voraussetzungen dafür sind eine durchgängige Sicherheit in den Versorgungsnetzen und auch bei der Interoperabilität von Geräten und Systemen.

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