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Artikel und Hintergründe zum Thema

Europäischer Bauteilemarkt

Andrea Gillhuber,

DMASS meldet Wachstum im Q4/2025

Europas Elektronikdistribution ist im vierten Quartal 2025 um fast 10 % gewachsen. Laut Branchenverband DMASS bleibt die Erholung jedoch ungleichmäßig verteilt und geopolitische Risiken belasten den Ausblick auf 2026.

© Tung Lam/Pixabay

Der europäische Markt für elektronische Bauteile hat im vierten Quartal 2025 deutlich zugelegt. Nach Angaben des Branchenverbands DMASS stieg das Distributionsvolumen um 9,8 % auf 3,77 Milliarden Euro. Halbleiter wuchsen um 7,7 % auf 2,30 Milliarden Euro, das Segment Interconnect, Passive und Elektromechanik (IP&E) um 13,3 % auf 1,47 Milliarden Euro.

DMASS weist zugleich darauf hin, dass die Zuwächse vor dem Hintergrund eines schwachen Vergleichsquartals 2024 zu sehen seien und Europa weiterhin anfällig für geopolitische Spannungen sowie Störungen in globalen Lieferketten bleibe – insbesondere im Verhältnis zwischen den USA und China. Für 2026 erwartet der Verband zwar einen positiven Trend, bezeichnet dessen Grundlage jedoch als fragil.

Nach Angaben des Branchenverbands DMASS stieg das Distributionsvolumen um 9,8 % auf 3,77 Milliarden Euro. © DMASS

Hermann Reiter, Chairman von DMASS Europe, sagte: „ Nach einer langen Phase der Stagnation gewinnt der Markt wieder an Dynamik. Trotz anhaltender Unsicherheiten findet der europäische Komponentenmarkt eindeutig zurück zum Wachstum. Ein starkes viertes Quartal und ein Anstieg von 6,9 % in der zweiten Jahreshälfte 2025 markieren eine entscheidende Wende, auch wenn der Gesamtjahresumsatz mit 15,2 Milliarden Euro weiterhin 3,3 % unter dem Wert von 2024 liegt. Die Hoffnungen auf eine weitere Verbesserung überwiegen nun die Bedenken.“

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DMASS Europe deckt nach eigenen Angaben rund 85 % des europäischen Distributionsmarktes für elektronische Bauteile ab.

Halbleiter: Uneinheitliche Entwicklung

Im Halbleitersegment verzeichnete Europa im Schlussquartal 2025 ein Umsatzplus von 7,7 %. Während Länder wie die Türkei (+29,1 %), Deutschland (+14,4 %), Benelux (+13,3 %) und Großbritannien (+13,3 %) kräftig wuchsen, gingen die Erlöse in der Schweiz (-16,9 %), Irland (-15,8 %), auf der Iberischen Halbinsel (-5,8 %) und in Frankreich (-1,5 %) zurück.

Auf Produktebene entwickelten sich Standard-Logikbausteine (+61,7 %), Speicher (+34,5 %) sowie Sensoren und Aktoren (+21,7 %) deutlich besser als der Marktdurchschnitt. Rückgänge meldet DMASS dagegen bei programmierbarer Logik (-27,9 %) und Optoelektronik (-6,9 %).

IP&E-Segment wächst zweistellig

Auch im Bereich Interconnect, Passive und Elektromechanik setzte sich der Aufwärtstrend aus dem dritten Quartal fort. Besonders stark wuchsen die Türkei (+32,5 %), Osteuropa (+21,5 %) und Benelux (+15,0 %). Frankreich, Österreich und die Schweiz erzielten lediglich einstellige Zuwächse. Deutschland blieb in diesem Segment hinter dem europäischen Durchschnitt zurück, obwohl es bei Halbleitern zu den stärkeren Märkten gehörte.

Bei den Produkten legten passive Bauteile um 16,2 % zu, elektromechanische Komponenten um 12,8 %. Netzteile (+4,9 %) und AC/DC-Wandler (+2,2 %) wuchsen nur moderat, während Batterien und Akkumulatoren um 13,2 % nachgaben.

Marktanteile und Ausblick

Reiter betonte, dass Europas Wachstum zwar stabil sei, im globalen Vergleich jedoch zurückbleibe, da sich Investitionen in den vergangenen Jahren stark auf KI-Zentren in den USA und Asien konzentriert hätten. Zugleich verwies er auf strukturelle Stärken der europäischen Industrie, darunter langlebige Anwendungen und planungsintensive Produktionsmodelle.

DMASS sieht die Branche weiterhin mit Rohstoffschwankungen, KI-getriebenem Strukturwandel sowie steigender Nachfrage aus Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung konfrontiert. Staatliche Förderprogramme böten Chancen, müssten jedoch wirksamer umgesetzt werden.

Der 1989 gegründete Verband DMASS erhebt quartalsweise Marktdaten zur Distribution elektronischer Komponenten in Europa und hat derzeit rund 40 aktive Mitglieder. Nach eigenen Angaben repräsentiert die Organisation je nach Region 80 bis 85 % des Marktes.

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