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Artikel und Hintergründe zum Thema

ZVEI

dpa/ZVEI | Andrea Gillhuber,

Elektroexporte schrumpfen weiter

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie bekommt eine wieder schwächere Nachfrage aus dem Ausland zu spüren. Auch der wichtigste Handelspartner hält sich zurück.

© StockSnap/Pixabay

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie leidet unter einer schwächelnden Nachfrage aus dem Ausland. Im Mai schrumpften die Exporte um 7,6 % auf 18,7 Mrd. Euro, wie der Branchenverband ZVEI in Frankfurt mitteilte. »Nach dem vorherigen zwischenzeitlichen Anstieg im April bedeutet der jüngste neuerliche Lieferrückgang, dass sich die Erholung im Elektro-Außenhandel weiterhin hinauszögert«, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann. Von Januar bis Mai 2024 summierten sich die Ausfuhren der wichtigen Industriebranche auf 102,9 Mrd. Euro, ein Minus von 2,9 %.

Grund seien Rückgänge im Geschäft mit allen größeren Industrieländern, darunter die USA, Frankreich und China, so der ZVEI. Die Lieferungen in die Volksrepublik, das größte Abnehmerland der deutschen Elektrobranche, fielen nach Zuwächsen in den Vormonaten im Mai um 5,3 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. 

Die Importe von Elektro-Erzeugnisse nach Deutschland gingen im Mai um 10,5 % auf 19,3 Mrd. Euro zurück und damit noch stärker als die Ausfuhren. In den ersten fünf Monaten beliefen sich die Einfuhren damit auf 104,1 Mrd. Euro – 8 % weniger als im Vorjahr. 

Mit einem Umsatz von rund 238 Mrd. Euro und mehr als 900.000 Beschäftigten 2023 zählt die Elektro- und Digitalindustrie zu den größten Industriebranchen in Deutschland. 

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Der Ländervergleich

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie lieferte im Mai 2024 Waren im Wert von 12,0 Milliarden Euro in die Industrieländer. Das waren 8,7 % weniger als ein Jahr zuvor. Ein Zuwachs konnte im Mai lediglich bei den Exporten nach Dänemark erzielt werden, die um 9,6 % auf 256 Millionen Euro zulegten.

Im Geschäft mit allen anderen größeren Industrieländern wurden dagegen Rückgänge vermeldet. So sanken die Lieferungen in die USA (-3,0 % auf 2,0 Mrd. Euro), nach Tschechien (-3,2 % auf 795 Mio. Euro), Südkorea (-4,7 % auf 284 Mio. Euro), Frankreich (-8,0 % auf 1,1 Mrd. Euro), Spanien (-8,2 % auf 641 Mio. Euro), UK (-8,4 % auf 717 Mio. €), Japan (-8,5 % auf 217 Mio. €) und Belgien (-9,8 % auf 409 Mio. Euro).

Zweistellig nach unten ging es bei den Ausfuhren nach Schweden (-10,2 % auf 395 Mio. Euro), in die Niederlande (-10, 9 % auf 1,1 Mrd. Euro), die Schweiz (-12,0 % auf 592 Mio. Euro), nach Österreich (-16,9 % auf 747 Mio. Euro) und Italien (-19,0 % auf 814 Mio. Euro). Besonders ausgeprägt war der Rückgang der Exporte nach Taiwan (-28,0 % auf 219 Mio. Euro).

Im Gesamtzeitraum von Januar bis Mai 2024 summierten sich die Elektroausfuhren in die Gruppe der Industrieländer auf 66,3 Milliarden Euro – ein Minus von 4,6 Prozent zum Vorjahr.

»Aber auch die Lieferungen nach China, das größte Abnehmerland der deutschen Elektrobranche, fielen im Mai um 5,3 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zurück, nachdem die vorherigen Monate des laufenden Jahres hier mehrheitlich wieder Zuwächse gebracht hatten«, sagte Gontermann.

Die Schwellenländer wurden von der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Mai 2024 mit Waren im Wert von 6,7 Milliarden Euro beliefert. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Rückgang um 5,5 Prozent.

Zuwächse verzeichneten die Branchenlieferungen nach Südafrika und Indien, die um jeweils 1,8 Prozent auf 132 bzw. 252 Millionen Euro stiegen.

Demgegenüber waren die Ausfuhren nach Malaysia (-1,7 % auf 194 Mio. Euro), in die Türkei (-3,0 % auf 339 Mio. Euro) sowie nach Rumänien (-5,4 % auf 413 Mio. Euro) leicht rückläufig. Die Exporte nach Polen (-7,7 % auf 843 Mio. Euro), Mexiko (-9,0 % auf 277 Mio. Euro), Brasilien (-10,0 % auf 141 Mio. Euro) und Ungarn (-13,4 % auf 586 Mio. Euro) gaben stärker nach. Mit einem Rückgang von 21,7 % auf 91 Mio. Euro war der Einbruch der Ausfuhren nach Thailand besonders ausgeprägt.

Die von Januar bis Mai kumulierten Elektroexporte in die Gruppe der Schwellenländer beliefen sich auf 36,6 Mrd. Euro und lagen damit um 0,4 % höher als im gleichen Vorjahreszeitraum.

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