Lapp auf der SPS 2025
Nachhaltig dank Hybridleitungen
Lapp präsentierte auf der SPS erstmals Prototypen von Hybridleitungen mit ‚zeroCM‘-Technologie und gab einen Ausblick auf kommende Lösungen für die Antriebstechnik.
Hybridleitungen ermöglichen es, bei Antriebssystemen im Maschinen- und Anlagenbau die Forderungen nach kompakter Bauweise, hoher Energieeffizienz und maximaler Betriebssicherheit mit gleichzeitig reduzierter Komplexität der Verkabelung in Einklang zu bringen, indem sie Energieversorgung, Steuerungssignale und Datenübertragung in einer einzigen Leitung vereinen. So können Ein-Kabel-Lösungen die Anzahl der Leitungen um bis zu 40 % verringern, in Daisy-Chain-Topologien sind Einsparungen von bis zu 90 % möglich. Dies führt zu weniger Komponenten, kürzeren Verlegewegen und einer vereinfachten Montage. Gleichzeitig bedeuten weniger Schnittstellen ein geringeres Risiko für Kontaktprobleme und Montagefehler. „Bei Hybridleitungen entfallen viele der aufwendigen Arbeitsschritte, die in der Praxis Zeit und Personal binden“, sagt Stefan Hilsenbeck, Head of Advanced Technology Development bei Lapp.
Ein weiterer kritischer Faktor ist die elektromagnetische Verträglichkeit. Hier setzt die zeroCM-Technologie an, die Ableitströme um bis zu 80 % reduziert und Störpotenziale direkt an der Quelle minimiert. Dadurch lassen sich Energie- und Datenleitungen auch auf engstem Raum störungsfrei kombinieren, was hochintegrierte Antriebe erst ermöglicht. „Hybridleitungen mit zeroCM sorgen dafür, dass Feedback-Signale störsicher und stabil beim Regler ankommen“, erklärt Hilsenbeck. „Neben den Vorteilen, die wir bei den Standardleitungen erzielen konnten, wie beispielsweise geringere HF-Ableitströme, die Freigabe längerer Kabelinstallationslängen oder geringere Störaussendung, konnten wir mit dem Einsatz der zeroCM-Technologie bei Hybridleitungen das Noise-Level auf dem Datenpaar quasi halbieren. In der Anwendung bedeutet das höhere Funktionsreserve bei der Störfestigkeit und Signalintegrität.“ Hybridleitungen leisten zudem einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Weniger Kabel und Steck- verbindungen bedeuten weniger Materialeinsatz und geringeren Ressourcenverbrauch. Kompaktere Maschinenkonstruktionen können den Energiebedarf in Herstellung und Betrieb senken. Über den gesamten Lebenszyklus hinweg reduzieren sich Verschleiß, Wartungsaufwand und Entsorgungskosten.










