Rittal
Kühlgerät benötigt bis zu 75 % weniger Energie
Rittal hat auf der Hannover Messe 2015 eine neue Kühlgeräte-Generation, genannt Blue e+, angekündigt. Gegenüber bisheriger Technik sollen sich damit bis zu 75 % Energie einsparen lassen, wie erste Tests in der Fertigung bei Audi ergeben hätten.
Rittal-Entwicklungschef Dr. Thomas Steffen: "Als Benchmark für die neue Gerätegeneration dienten nicht irgendwelche Kühlgeräte, sondern die ohnehin schon sehr effiziente, aktuelle Serie 'Blue e' von Rittal."
© Computer&AUTOMATION / Günter Herkommer"Europaweit sind Schätzungen zufolge circa zwei Millionen Schaltschrank-Klimageräte am Netz, die mit einer angenommen Anschlussleistung von zwei Terrawatt ein gesamtwirtschaftlich relevantes Verbrauchspotenzial darstellen und für einen CO2-Ausstoß von etwa vier Millionen Tonnen pro Jahr verantwortlich sind", rechnet Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung von Rittal, vor. Vor diesem Hintergrund hat sich der Herborner Schaltschrank-Systemanbieter zum Ziel gesetzt, den Energiebedarf von Kühlgeräten soweit zu senken, dass ein signifikanter Beitrag zum Klimaschutz geleistet und steigenden Energiepreisen begegnet werden kann.
Die Near-Field-Communication-Schnittstelle (NFC) ermöglicht eine einfache Parametrierung mehrerer Kühlgeräte über ein NFC-fähiges mobiles Endgerät.
© RittalMaßgeblich hierzu beitragen soll die neue Kühlgerätegeneration Blue e+, die Rittal auf der Hannover Messe erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt hat. "Um die Energieeffizienz deutlich zu erhöhen, setzen wir bei diesen Geräten erstmals auf ein patentiertes Hybridverfahren", merkt Steffen an und erläutert weiter: "Dieses arbeitet mit einer Kombination aus einem Kompressor-Kühlgerät und einer Heat Pipe, die für eine passive Kühlung sorgt. Der Kompressor kommt nur dann zum Einsatz, wenn die passive Kühlung nicht mehr ausreicht."
Wesentlichen Einfluss auf die enorme Wirkungsgradsteigerung hat Steffen zufolge die Regelstrategie für den Hybridbetrieb. Dieser ist auf Energieeffizienz im Teillastbetrieb optimiert. So sei das Blue e+-Gerät bei Teillast von 15 % im reinen Heat-Pipe-Modus sechsmal effizienter als ein herkömmliches Kühlgerät. Bei Teillast von 65 % arbeiten beide Systeme im Hybridbetrieb und damit viermal effizienter als ein herkömmliches Gerät. Mittels der Inverter-Technik, mit der über eine Spannungsregelung die Drehzahl von Kompressor und Lüfter einstellbar ist, wird immer exakt die Kühlleistung zur Verfügung gestellt, die aktuell benötigt wird.
Die Blue e+ Geräte decken insgesamt einen Leistungsbereich von bis zu 6.000 W ab (vorher maximal 4.000 W) und sind bei Temperaturen von –30 bis + 60 °C einsetzbar. Verfügbar sind seit der Hannover Messe die 6-kW- und 2,5-kW-Geräte. Zur SPS IPC Drives 2015 will Rittal dann eine Kompaktversion des Kühlgerätes mit 1,5 kW vorstellen. Zur Hannover Messe 2016 schließlich sollen die Leistungsklassen 2 kW und 4 kW folgen.
Mehrspannungseingang für die Netze
Neben dem Energiespar-Aspekt hat Rittal bei der Neuentwicklung auch in anderen Bereichen auf die Wirtschaftlichkeit ein besonderes Augenmerk gelegt. So können sämtliche Geräte aufgrund der patentierten Mehrspannungsfähigkeit in allen weltweit üblichen Netzen betrieben werden. Der mögliche Eingangsspannungsbereich geht von 110 V (einphasig) bis 480 V (dreiphasig) bei Netzfrequenzen von 50 Hz oder 60 Hz. Der große Vorteil, der insbesondere weltweit tätigen Maschinenbauern zu Gute kommen soll, ist der geringere Logistikaufwand. Das Kühlgerät ist immer das gleiche, egal ob die Maschine nach Japan, in die USA oder innerhalb Europas ausgeliefert werden soll.
Das neue grafische Touchdisplay der Kühlgeräte bietet alle relevanten Informationen auf einen Blick. Standardisierte Kommunikationsschnittstellen sorgen für eine einfache Einbindung in die Leitsysteme der Produktionsanlagen. Darüber hinaus erlauben verschiedene Protokolle wie CAN-Bus oder Modbus TCP einen Datentransfer in Echtzeit über die CAN- beziehungsweise Ethernet-Schnittstelle.














