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Artikel und Hintergründe zum Thema

Automatisierte Schaltschrankverdrahtung

Günter Herkommer,

Kiesling kündigt Feldtests an

Nach fünfjähriger Entwicklungszeit scheint das Konzept der robotergestützten Schaltschrankverdrahtung von Kiesling Maschinentechnik der Marktreife nahe. Noch in diesem Jahr will das zu Rittal gehörende Unternehmen jedenfalls konkrete Feldtests durchführen.

Auf der zurückliegenden Hannover Messe konnten sich die Besucher live ein Bild vom Potenzial der robotergestützten Verdrahtung machen.

© Computer&AUTOMATION

Die von Kiesling entwickelte Automatisierungslösung für den Maschinen- sowie Steuerungs- und Schaltanlagenbau soll das bislang zeitaufwendige manuelle Verdrahten von Montageplatten durch vollautomatisch erzeugte, norm- und sicherheitsgerechte Verbindungen zwischen Betriebsmitteln ersetzen. „Insbesondere im Maschinenbau, wo wiederholte, seriennahe Verdrahtungskonfigurationen Anwendung finden, kann das Verdrahtungszentrum Averex zu deutlich verkürzten Fertigungsabläufen beitragen“, ist Rolf von Kiesling, Geschäftsführer von Kiesling Maschinentechnik, überzeugt und ergänzt: „Stehen Komponentendaten für das Engineering schnell und komplett zur Verfügung, kann die automatische Verdrahtung bereits ab Losgröße 1 rentabel sein.“

Das Verdrahtungszentrum schneidet Adern auf die richtige Länge, isoliert sie ab, vercrimpt sie mit Adernhülsen, führt Drähte durch die Kabelkanäle und befestigt sie an den Bauteilen wie Klemmen, Schütze und Motorschutzschalter. Gegenüber einem durchschnittlichem Verdrahtungsvorgang per Hand, der in der Regel rund 180 Sekunden dauert, erledigt die Maschine die gleiche Aufgabe in rund 40 Sekunden – und das höchst zuverlässig dank Laserabtastung der Bauteile zur Registrierung und Berücksichtigung von Montagetoleranzen. „Ausgehend von einer Anzahl von 300 Drähten reduzieren sich die Arbeitsstunden pro Schaltschrank um bis zu 15 Stunden gegenüber manueller Tätigkeit“, rechnet Rolf von Kießling vor.

Das technische Highlight ist der patentierte, um 270 Grad drehbare Bearbeitungskopf mit Kabelführungs-, Schneid-, Abisolierungs- und Crimpeinheit sowie drehmomentgesteuerter Verschraubung und einem Werkzeugwechsler mit Platz für sechs Werkzeuge. Zusätzlich zu Schraubanschlüssen sind auch Klemmenanschlüsse über die Push-In-Technik möglich. Ein automatischer Drahtwechsel mit Platz für bis zu 16 verschiedene Drähte sowie eine automatische Drahtbeschriftung erhöhen weiter den Automatisierungsgrad.

Die aus Eplan bereitgestellten Verdrahtungsdaten sowie die Informationen aus dem 3D-Modell zu Bauteilen und ihrer Position auf der Montageplatte werden über eine eigens entwickelte Maschinenschnittstelle an den Verdrahtungsautomaten übergeben. Auf Basis dieser Informationen verifiziert und prüft der Roboter zunächst den manuell erfolgten Aufbau der Montageplatte und nimmt dann die Verdrahtung der Komponenten selbstständig und vollautomatisch vor.

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