Phoenix Contact
MAIA – Echtzeitinformationen für Fertigungsteams
Der mobile Assistent ‚MAIA‘ überträgt digitalisierte Produktionsdaten direkt an Mitarbeitende. Die App auf iPhone und Apple Watch unterstützt Echtzeit-Maschinenstatus, Benachrichti-gungen und Supportanfragen, reduziert Reaktionszeiten und ermöglicht eine effizientere Betreuung mehrerer Maschinen.
Die Digitalisierung der Fertigung hat in vielen Bereichen Fortschritte gemacht. Während ERP- und MES-Systeme etabliert sind, bestehen häufig noch Informationslücken zwischen Systemen und Mitarbeitenden. ‚MAIA‘ (Mobiler Assistent für industrielle Anwendungen) von Phoenix Contact bringt nun Produktionsinformationen direkt zu den Mitarbeitenden und verbessert die Effizienz und Kommunikation im Fertigungsalltag. Der mobile Assistent wird bereits in verschiedenen Produktionsbereichen von Phoenix Contact eingesetzt. Die Lösung reduziert Reaktionszeiten bei Störungen und ermöglicht eine direkte Kommunikation zwischen Maschinenbedienern und Technikern. Der Fokus auf native Anwendungen unterstützt stabile Abläufe und Benutzerfreundlichkeit in industriellen Umgebungen. Der Vorteil liegt in der direkten Informationsübertragung zwischen bestehenden Leitsystemen, Maschinen und den Mitarbeitenden, wodurch Verzögerungen beim Informationsfluss reduziert werden.
Maschinenzustände, Fehlermeldungen und Support-Tickets werden ohne Medienbruch an den Mitarbeitenden weitergeleitet, wodurch Informationsverluste vermieden und sichergestellt wird, dass alle Beteiligten auf denselben aktuellen Stand gebracht werden.
Kombination aus iPhone und Apple Watch-Anwendung
Die Entwicklung von MAIA entstand aus konkreten Herausforderungen des eigenen Fertigungsbereichs: Es sollte eine schnelle Übersicht über den Anlagenstatus möglich sein, ohne dass Bedienpersonal ständig jede Maschine überwachen muss. Störungen und Wartungsbedarfe müssen umgehend kommuniziert werden, wobei die Maschinenbediener ihre Position nicht verlassen oder komplexe Meldewege durchlaufen sollten. Die Kommunikation zwischen den Maschinenbedienern und Technikern erfolgte meist über Telefonate oder persönliche Gespräche, was zu Verzögerungen und Missverständnissen führte. Gleichzeitig sollten unterschiedliche Leit- und Ticketsysteme integriert werden, ohne dass für jedes System separate Oberflächen erforderlich sind. Die Lösung musste robust, intuitiv verständlich und bedienbar sein.
MAIA wurde als native Lösung für iPhone und Apple Watch entwickelt. Diese Kombination ermöglicht stabile Leistung und Integration in das Apple-Ökosystem. Die Apple Watch ermöglicht diskrete Benachrichtigungen und Schnellaktionen, sodass der Arbeitsablauf nicht unterbrochen wird. Die Architektur basiert auf flexiblen Abstraktionsschichten, die verschiedene Leitsysteme und Maschinen über standardisierte APIs anbinden. Bewährte Standards wie REST-APIs ermöglichen den Datenabruf, MQTT sorgt für Echtzeitbenachrichtigungen. Die serviceorientierte Struktur unterstützt flexible Skalierung und Erweiterung um zusätzliche Systeme, ohne bestehende Logik anzupassen. Unterschiedliche Ticketsysteme werden über universelle Adapter integriert.
Delta-Update-Technologie reduziert Ressourcenbedarf
Die Entwicklung mobiler Industrial-Apps bringt spezifische Herausforderungen mit sich. Besonders bei der Apple Watch ergeben sich architekturbedingte Einschränkungen: Kontinuierliche Netzwerkverbindungen sind nicht möglich, daher setzt MAIA auf Polling, bei dem nur Änderungen übertragen werden. Diese Delta-Update-Technologie reduziert Datenvolumen und Energieverbrauch. Die Watch-App dient als intelligenter Cache, der grundlegende Funktionen auch bei unterbrochener Verbindung bereitstellt.
Die kleinen Displays der Apple Watch erfordern angepasste UX-Konzepte. MAIA nutzt eine hierarchische Informationsarchitektur: Obwohl der Funktionsumfang beider Apps identisch ist, präsentiert die Watch die Inhalte in verdichteter Form und über mehrere Ebenen. Das iPhone bietet hingegen detailliertere Darstellungen auf einem Bildschirm. Farbkodierung und haptisches Feedback verbessern die Bedienbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen. Push-Benachrichtigungen informieren umgehend über kritische Ereignisse (Bild 1).
Reaktion auf Support-Anfragen
MAIA zeigt Maschinenzustände in Echtzeit mit visueller Kodierung für eine schnelle Situtationserfassung. Maschinenmeldungen werden kategorisiert und priorisiert, so sind kritische Störungen unmittelbar erkennbar. Das integrierte Support-System ermöglicht das direkte Erstellen von Support-Anfragen an Maschinen. Techniker erhalten diese mit vollständigem Kontext (Maschinenidentifikation, aktuelle Parameter und Fehlerzustand) und können gezielt reagieren. Der Kommunikationsverlauf ist für alle Beteiligten transparent.
Die Apple Watch-Anwendung fokussiert sich auf Benachrichtigungen und Schnellaktionen: Vibrationsalarme bei kritischen Meldungen, schnelle Bestätigung von Wartungsaufgaben oder direkte Weiterleitung von Support-Anfragen (Bild 2 und 3).
Durch MAIA werden Reaktionszeiten reduziert, die Mehrmaschinenbedienung effizienter. Maschinenbediener können mehr Anlagen ohne Qualitätseinbußen oder Sicherheitsrisiken überwachen. Die Reaktionszeiten bei Störungen verringern sich durch sofortige Benachrichtigungen und einen direkten Support-Kontakt erheblich. Die vereinfachte Kommunikation zwischen Maschinenbedienern und Technikern verhindert Missverständnisse und beschleunigt Problemlösungen. Techniker erhalten präzise Informationen zu Problemen, wodurch zielgerichtete Maßnahmen möglich sind. Die Dokumentation sämtlicher Support-Vorgänge schafft Transparenz und unterstützt die kontinuierliche Optimierung der Prozesse.
Besonders die Apple Watch zeigt überraschende Vorteile: Diskrete Meldungen stören den Arbeitsfluss nicht, während kritische Informationen dennoch umgehend verfügbar sind.
Einbinden weiterer Leitsysteme und Anwendungen
MAIA ist modular aufgebaut und kann in neue Produktionsbereiche integriert werden. Neue Leitsysteme lassen sich schnell anbinden, die einheitliche Benutzeroberfläche reduziert Schulungsaufwand. Weitere Anwendungsgebiete wie Instandhaltung oder Qualitätsmanagement lassen sich über Ticketsysteme integrieren. Die native Entwicklung erlaubt dabei den Einsatz aktueller Apple-Technologien für erweiterte Benutzerinteraktionen und eine optimierte Performance.
Zukünftige Entwicklungen richten sich auf Analytics, Predictive Maintenance und Agentic AI für intelligente Problemlösungen. Die serviceorientierte Architektur schafft die Grundlage für skalierbare Erweiterungen, ohne Leistung oder Benutzerfreundlichkeit einzuschränken. Die App wurde von der Abteilung Digital Innovations bei Phoenix Contact entwickelt. Organisatorisch entkoppelt von der klassischen IT-Abteilung, aber im Austausch mit ihr, werden innovative digitale Technologien mit Blick auf potenzielle Nutzungsgebiete im Unternehmen geprüft, z. B. KI, industrielle Datenlogistik und virtuelle Arbeitswelten ("Metaverse").
Konzentration auf Praxisanforderungen
MAIA zeigt, dass eine durchdachte Anforderungsanalyse, solide technische Umsetzung und Anwenderfokus zu einer erfolgreichen Industrial-App führen. Die native Entwicklung mit Apple Watch-Integration erfüllt Anforderungen an Industrieeinsatz besser als gängige Cross-Plattform-Lösungen. Mehrmaschinenbedienung, Kommunikation und Systemeinbindung werden effizient umgesetzt. Die App zeigt, dass Industrial Apps benutzerfreundlich und effizient sein können.
Phoenix Contact auf der SPS 2025: Halle 9 Stand 310















