Feldgeräteintegration per FDI

Stefan Kuppinger,

Firmengründung beschleunigt Entwicklungsarbeiten

2006 war es eines der Messe-Highlights auf der SPS/IPC/Drives – die einheitliche Feldgeräteintegration per FDI (Field Device Integration). Mit Gründung der FDI-Cooperation setzen die Beteiligten Organisationen zum Schlussspurt an. Achim Laubenstein, Geschäftsführer der FDI-Cooperation, LLC skizziert die aktuelle Lage.

Achim Laubenstein, Executive Director FDI Cooperation: „Die Firmengründung sorgt für klare Spielregeln zwischen den einzelnen Entwicklungspartnern und wird die Fertigstellung der FDI-Technologie forcieren.“

© computer-automation.de

Herr Laubenstein, die gleichen Kooperationspartner haben ihre Zusammenarbeit nun auf eine formale Basis gestellt. Was kann die Firma FDI Cooperation denn besser als die bisherige FDI-Kooperation?

Die FDI Cooperation, eine Limited Liability Company amerikanischen Rechts, wurde von den Mitgliederorganisationen FDT Group, Fieldbus Foundation, HART Communication Foundation, OPC Foundation und Profibus&Profinet International gegründet. Sie bildet den organisatorischen und rechtlichen Rahmen für die Entwicklung einheitlicher, protokollübergreifender Softwarewerkzeuge und -komponenten und bildet eine rechtlich sicherere Grundlage für alle weiteren Arbeiten. Beispielsweise können wir jetzt als LLC auch Aufträge an Firmen vergeben. Das war vorher nicht so leicht machbar.

Was wurde konkret geregelt?

Die FDI-Cooperation stellt künftig die gemeinsame Technologie den Foundations und den beteiligten Leitsystemherstellern zur Verfügung. Konkret sind das die FDI-Spezifikationen, die Entwicklungsumgebung für Device-Packages, Standard-Host-Softwarekomponenten und Werkzeuge für Konformitätstests. Die Vereinbarungen regeln den Umfang der Arbeiten, das Geschäftsmodell, das Einbringen vorhandener Technologien und die künftige Verwendung der Entwicklungsergebnisse. Die Foundations vermarkten die Technologie und führen die entsprechenden Konformitätstests durch. Nach Auflösung der FDI-Cooperation wird die Technologie gemeinschaftlich von den Foundations gepflegt und weiterentwickelt.

Was heißt „nach Auflösung der FDI-Cooperation?

Ziel ist, die FDI-Technologie und ihre Komponenten zügig fertig zu stellen und FDI als IEC Standard zu etablieren. Dazu haben wir drei Jahre veranschlagt. Danach ist Schluss und die Foundations übernehmen wieder die Verantwortung.

Ändert sich nun etwas an der Roadmap und geht die Entwicklung der FDI-Technologie künftig schneller voran?

Ja, nach den leichten Verzögerungen aufgrund des fehlenden rechtlichen Rahmens wird es jetzt schneller gehen, da die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Foundations und die Aufgabenverteilung nun klar geregelt sind. Noch im Dezember werden wir mit der FDI-Standardisierung in der IEC SC65E/WG7 beginnen und den ersten Entwurf der Spezifikation veröffentlichen. Mitte 2012 steht die Fertigstellung des Konzepts für FDI-Konformitätstests an sowie die Freigabe der Spezifikationen für den Review durch die Mitglieder der fünf Foundations. Bis Ende 2012 sollen dann auch die Standard-Softwarekomponenten für FDI-Hostsysteme fertig sein. Das betrifft beispielsweise die EDD-Engine, UID-Renderer und UIP-Hosting. Damit könnten 2013 schon erste Produkte auf den Markt kommen.

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