zuruck zur Themenseite

Artikel und Hintergründe zum Thema

Expo 2017

Der Körper als Stromquelle

Handy leer, Powerbank leer, zweite Powerbank auch leer und keine Sonne. Wenn alle portablen Stromquellen versagen, ist nur noch auf eines Verlass: den eigenen Körper. Mit seiner Hilfe auch Strom zu erzeugen, daran arbeiten Forscher des Karlsruher Institutes für Technologie.

Mit Systemen, die Körperenergie in Strom umwandeln, wie diese Fußprothese, wollen Forscher des KIT transportable Elektrogeräte wie Smatphones oder Herzschrittmacher betreiben.

© KIT – Andreas Kell

Smartphone, MP3-Player, Pulsmesser: Eine wachsende Zahl elektronischer Begleiter erleichtert unser Alltagsleben. Doch so nützlich die smarten Helfer auch sein mögen, ihr steter Hunger nach Strom ist ein Problem. Eine mögliche Lösung ist die Stromversorgung mittels körpereigener Bewegungsenergie. Daran arbeiten Forscherinnen und Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Anzeige

Minikraftwerk im Schuh

Ein wichtiges Kriterium ist, dass die Stromerzeugung vom Nutzer keinen zusätzlichen Kraftaufwand fordert. Der Mediziner Christian Pylatiuk vom Institut für Angewandte Informatik (IAI) hat mit seinem Team zwei Systeme auf Basis dieses Anspruches entwickelt. Eine Konstruktion für die Füße nutzt das Körpergewicht beim Gehen. Unter Ferse und Ballen des Läufers ist dabei je ein kleines mit Flüssigkeit gefülltes Kissen angebracht. Beim Auftreten und Abrollen wird Öl durch eine Schlauchverbindung dazwischen hin und her gepumpt und treibt einen Kolben, der wiederum einen Generator antreibt. Das Minielektrizitätswerk ist derzeit in einer mit Sensoren versehenen Fußprothese eingebaut, die Bewegungen des Trägers aktiv unterstützt.

Mit der Zeit gehen

Ein anderer Generator kann wie eine Uhr am Arm getragen werden. Die Schwierigkeit hier: Um einen Generator zu betreiben, müssen die sehr unsteten Armbewegungen in eine gleichmäßige Bewegung umgewandelt werden. Pylatiuk hat dafür auf eine bewährte Technik zurückgegriffen. Im Gegensatz zum Uhrwerk einer Automatikuhr, wo die Energie mittels Schwungmasse, die eine Feder spannt, gespeichert wird, ist hier ein Induktionsmotor aktiv, in dem ein Exzenter einen Magneten in einer Spule vor und zurück bewegt. Jedoch reicht die maximale Leistung von 2,2 Milliwatt noch nicht, um etwa ein Hörgerät zu betreiben oder ein Smartphone aufzuladen. Die KIT-Forscher rechnen aber mit verbesserten Ergebnissen bis Ende des Jahres.

Expo 2017

Beide Geräte sind derzeit im „Kinetic Lab“ des Museums für Energie der Zukunft auf der Weltausstellung Expo 2017 zu sehen, die noch bis zum 10. September in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfindet. Neben dem KIT sind dort auch Firmen wie Samsung, Siemens und BMW vertreten. Die diejährige Weltausstellung widmet sich ganz dme Thema Energie der Zukunft. Das Tehmenfeld erstreckt sich über Erneuerbare Energien, Klimaerwärmung und weltweite Energieversorgung.

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Meistgelesen

Die Top-Artikel im Juli 2024

Innovationsgeist und unternehmerisches Denken prägen die meistgelesenen Beiträge aus dem Juli. Erfahren Sie mehr über Wettbewerbsvorteile durch KI, klicken Sie sich durch prämierte Entwicklungen und lesen Sie mehr über Model-Based Design und...

mehr...

Karlsruher Institut für Technologie

Das Projekt EDAI

Im Projekt EDAI koppeln die Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) den Entwurf von KI-Algorithmen und KI-Chips. EDAI baut auf Open-Source-Software auf, um insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen den Zugang zu...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

FZI

Nachhaltigkeit ist digital

Die Hannover Messe 2024 steht unter dem Motto Energizing a Sustainable Industry. Das FZI Forschungszentrum Informatik präsentiert mit zahlreichen Forschungsprojekten die Möglichkeiten der Digitalisierung auf dem Weg zu einer nachhaltigen und...

mehr...

Festo

Intelligente Roboter dank KI

Bei Festo fand der Abschluss des Forschungsprojekts Flairop statt, das daran arbeitete, Kommissionierroboter mit verteilten KI-Methoden intelligenter zu machen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren