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Artikel und Hintergründe zum Thema

Produktentwicklung

Lukas Dehling,

Audi testet 'Virtual Reality Holodeck'

Mit Hilfe von Virtual Reality will Audi die Designs von neuen Autos beurteilen und so aufwändige physische Test-Modelle reduzieren. Auch in der Produktion bietet die Technologie Potenziale.

Das ‚Virtual Reality Holodeck‘ erlaubt gemeinsames Arbeiten in realitätsgetreuer, virtueller Umgebung.

© Audi AG

Audi testet derzeit ein sogenanntes ‚Virtual Reality Holodeck‘. Hierbei handelt es sich um einen etwa 15 mal 15 Meter großen Raum, in dem sich Auto-Prototypen realistisch und proportionsgetreu darstellen lassen. Hierfür haben Mitarbeiter aus der Audi-Planung den Raum, in dem die Designbeurteilung stattfindet, in der virtuellen Welt 1 zu 1 nachgebaut. Dort platzieren sie mit Hilfe aktueller Konstruktionsdaten die virtuellen Modelle, die sie sowohl von innen als auch von außen intuitiv erfahren werden können. Im Gegensatz zu bisherigen VR-Umgebungen können nun bis zu sechs Personen gleichzeitig um das Auto herumgehen.

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Visuelle Beurteilung

Audi testet das Holodeck an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Produktion. Dort bewerten Mitarbeiter aus beiden Bereichen gemeinsam den visuellen Gesamteindruck sowie die Oberflächen des neuen Autos und passen die Lage einzelner Linien und Fugen an. Diese Beurteilung stellt den letzten Schritt dar, bevor die für das Auto notwendigen Werkzeuge in die Produktion gehen. Bisher wurden hierfür fotorealistische 2D-Computergrafiken eingesetzt sowie handgefertigte physische Modelle, deren Aufbau kostspielig ist und zudem bis zu sechs Wochen dauert.

Um einzelne Aspekte im Detail zu analysieren, kommt allerdings weiterhin die zweidimensionale Darstellung zum Einsatz: „Diese bietet aktuell noch eine höhere Auflösung und eine bessere Qualität als die begehbare VR-Installation“, sagt Martin Rademacher, Leiter des Projekts VR Holodeck bei Audi.

Technologische Umsetzung

Um im Holodeck arbeiten zu können, trägt jeder Nutzer eine VR-Brille und zwei Hand-Controller zur Interaktion. Auf dem Rücken hat er einen Rucksack mit einem leistungsfähigen, nur drei Kilogramm schweren PC. Dieser berechnet die Szene. Die mobilen PCs der Nutzer sind über WLAN mit einer zentralen Workstation verbunden, die den Datenaustausch steuert. Das dreidimensionale Modell kann in verschiedene Umgebungssettings überführt werden. In einer weiteren Ausbaustufe ermöglicht das Holodeck, Teilnehmer anderer Audi-Standorte hinzuzuschalten, was die Arbeitsorganisation deutlich erleichtert. Nach Produktionsstart dient das System dazu, die Qualität eines Modells zu sichern.

Das Gesamtkonzept hat Audi gemeinsam mit der Stuttgarter Medien­agentur Lightshape entwickelt. Noch im Laufe dieses Jahres will das Unternehmen es in die Arbeitsprozesse einführen. Ziel der aktuellen Testphase ist auch, Möglichkeiten des Einsatzes in anderen Unternehmensbereichen auszuloten: Die Produktionsplaner bei Audi haben bereits ganze Bandabschnitte im System virtuell dargestellt, um künftige Abläufe zu visualisieren. Auch mit anderen Marken des Volkswagen-Konzerns steht die Abteilung im Austausch.

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