Bosch Rexroth
Umstrukturierung greift ab Juli
Mit einer neuen Organisation reagiert Bosch Rexroth auf die veränderten Wachstumschancen und Rahmenbedingungen nach der Krise. Auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt/Main erläuterte der scheidende Vorstandsvorsitzende Dr. Albert Hieronimus (im Bild) die neue Unternehmensstruktur.
Zum 1. Juli strukturiert sich Bosch Rexroth nicht mehr nach seinem Technologie-Portfolio - Hydraulik, Pneumatik, Elektrik, Linear- und Montagetechnik. Künftig richtet sich der Konzern nach Marktsegmenten und Branchen aus: Drei umsatz- und ergebnisverantwortliche Geschäftsbereiche bilden die unterschiedlichen Anforderungen und Geschäftsmodelle der Zielmärkte ab - Mobile Applications, Industrial Applications und Renewable Energies.
Wachablösung an der Unternehmensspitze: Dr. Karl Tragl (links) folgt im Sommer Dr. Albert Hieronimus, der 2011 in den Aufsichtsrat wechselt.
„Jeder Bereich wird dabei für einzelne Produktsegmente für Entwicklung und Produktion verantwortlich sein", erklärte Dr. Albert Hieronimus, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt/Main.
Der Bereich Mobile Applications umfasst die Systemlösungen, Komponenten und Module für Arbeitsmaschinen für das Baugewerbe, die Landwirtschaft und andere Einsatzbereiche. Produkttechnisch werden die entsprechenden Motoren und Pumpen, mobile Steuerungen, Mobilelektronik sowie Getriebe und Kompakthydraulik in diesen Bereich eingegliedert.
Renewable Energies bündelt die Getriebe- und Antriebslösungen sowie das Condition-Monitoring-Angebot für die Windenergie und die künftig an Bedeutung zunehmende Meeresenergie (Gezeitenkraftwerke).
Industrial Applications adressiert gleichermaßen die Fabrikautomation, den Maschinen- (CNC, Druckmaschinen) wie auch den Anlagenbau. Diese Branchen unterliegen einem starken Wandel, der die Nachfrage nach Technologie übergreifenden Lösungen verstärkt. Daher werden auch alle für diese Marktsegmente notwendigen Antriebs- und Steuerungstechnologien dort konzentriert: Industriesteuerungen, Aggregate, elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik, Linear- und Montagetechnik sowie die Pneumatik. „Damit setzen wir auch organisatorisch die Drive-&-Control-Strategie um, die bereits seit 2001 Grundlage unseres Geschäftsmodells ist," betont Hieronimus.
Entsprechend den drei neuen Geschäftsbereichen wird auch der bisher produktorientierte Vertrieb neu formiert und anhand der Branchen ausgerichtet. Mit dem „Go-Live" der Unternehmensstruktur zum 1. Juli übergibt Hieronimus den Vorstandsvorsitz an seinen Vorstandskollegen Dr. Karl Tragl, steht bis zum Jahresende aber weiterhin beratend zur Verfügung. 2011 folgt der Wechsel in den Aufsichtsrat der Bosch Rexroth AG.
2009 in Zahlen
Das Geschäftsjahr 2009 von Bosch Rexroth war vom Umsatzeinbruch geprägt, konkret: minus 30 Prozent von 5,88 Mrd. Euro auf 4,14 Mrd. Euro. „Trotz eines weltweit deutlich gesunkenen Geschäftsvolumens im Krisenjahr 2009 konnte das Unternehmen zweistellige Wachstumsraten in China und Indien erzielen," zeigt Hieronimus einen weiteren Aspekt der Neuausrichtung auf. Durch die Krise ist die Bedeutung Asiens für Bosch Rexroth deutlich gestiegen. Nach Einschätzung des Unternehmens handelt es sich um eine dauerhafte Entwicklung: 2009 erwirtschaftete Bosch Rexroth ein Viertel des Umsatzes in Asien, 2008 waren es rund 16 Prozent.
Zum Vergleich: Der Umsatz in Deutschland sank von 2008 auf 2009 um 38 Prozent von 1,7 Mrd. Euro auf 1 Mrd. Euro; in Europa insgesamt um 36 Prozent auf knapp 1,5 Mrd. Euro und in Amerika um 32 Prozent auf rund 600 Mio. Euro. Die Konsequenz: Die vorhandenen Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten in China und Indien aber auch im ebenso wachstumsstarken Brasilien werden in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Langfristig wird dort auch Entwicklungs-Know-how aufgebaut beziehungsweise verstärkt.
„Nachdem in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres der Auftragseingang den entsprechenden Vorjahreswert übersteigt, rechnen wir mit einer spürbaren Erholung des Umsatzes im zweiten Halbjahr," sagt Hieronimus, bei der Vorstellung der Unternehmenszahlen. In den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres lag der Auftragseingang über den Vorjahreswerten, erreichte aber noch nicht das Niveau von 2008. Hieronimus erwartet eine spürbare Erholung erst ab dem zweiten Halbjahr. „Ich gehe davon aus, dass wir das Vorjahr hinsichtlich Auftragseingang und Umsatz deutlich übertreffen", so Hieronimus.











