Danfoss

Günter Herkommer,

Motor und Umrichter - komplett oder einzeln

Danfoss bringt einen neuen, motormontierten Frequenzumrichter an den Start. Das Besondere am VLT FCM 106: Die Elektronik kann auch allein bezogen werden, um eigene Antriebe ohne großen Engineering-Aufwand mit einer Drehzahlregelung auszustatten.

Über die Eigenkühlung und eine individuell anpassbare Adapterplatte lässt sich der Umrichter an die verschiedensten Motoren montieren.

© Danfoss

Beim Einsatz zentraler Frequenzumrichterlösungen benötigt der Anwender Schaltschränke zu ihrem Schutz sowie eine teils aufwendige Verkabelung. Bei einer dezentralen Lösung wie dem VLT Drive Motor FCM 106 lässt sich dies einsparen. Das Gerät kann Asynchron- sowie Permanentmagnet-Motoren betreiben und ist somit Technologie-unabhängig einsetzbar. Die Einheit ist in IP 66 verfügbar und widersteht auch starker Schmutz-, Feuchte- oder Staubbelastung, großen Temperaturschwankungen sowie Vibrationen.
"Das Besondere an dem FCP 106 ist, dass die Elektronik praktisch an jeden Motor angepasst werden kann", betont Michael Burghardt, Produktmanager im HVAC-Bereich bei Danfoss in Offenbach. Dementsprechend kann der Anwender statt dem Komplettpaket mit Asynchron- oder Permanentmagnet-Motor das Umrichteroberteil einzeln bestellen und auf einen eigenen, eventuell bereits vorhandenen Motor montieren. Die Verbindung zwischen Elektronik und Motor ist bis zu einer Leistung von 7,5 kW als Steckverbinder ausgeführt. Somit ist das Gerät auch im Servicefall sehr einfach montierbar.

Michael Burghardt, Danfoss: "Eine Einhaltung der EU-Richtlinie zu den Motorwirkungsgraden ist mit den neuen Geräten einfach umsetzbar – auch als Nachrüstlösung."

© Danfoss

"Die Entwicklungsidee war, dass wirklich jeder die neuen Geräte einsetzen können soll, ohne sich tiefes Wissen aneignen zu müssen", weist Burghardt auf einen weiteren Vorteil des neuen Konzeptes hin und ergänzt: "Das Grundwissen eines Technikers, der auf dem Stand der Technik ist und mit Elektromotoren zu tun hat, reicht dazu völlig aus. Damit lässt sich bei einer gegebenen Maschine sehr einfach der Technologiesprung vom ungeregelten Motor zum geregelten Antriebssystem erreichen. Im Prinzip heißt es anbauen, anschalten, loslegen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Drehstrom-Asynchronmaschine, einen Kupferläufermotor oder um einen PM-Motor handelt."

Dass dezentrale Lösungen mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen Schmutz, Temperatur und Vibrationen gepaart mit der Forderung nach angemessener Lebensdauer und sehr hohem Funktionsumfang nicht preiswert sind, gesteht Burghardt durchaus ein; daher stelle der FCM 106 "passgenau alle grundlegenden Funktionen für Industrie-, Pumpen- und Lüfteranwendungen zur Verfügung". Zudem wurde bei dem Gerät ein Overengineering bewusst vermieden und der Funktionsumfang im Vergleich zum Vorgängermodell FCM 300 gezielt erweitert, um den gestiegenen Anforderungen bei den Zielanwendungen gerecht zu werden, ohne das Gerät zu überladen. Technologie-Ansätze wie die Automatische Energie-Optimierung (AEO) von Danfoss sind ebenfalls in das Gerät integriert; als Kommunikationsprotokolle stehen zunächst das FC-Protokoll, Modbus, Metasys sowie Bacnet zur Verfügung, weitere sind in Vorbereitung.

Insgesamt deckt der neue Motorumrichter den Leistungsbereich 0,55 bis 22 kW ab. "In der ersten Stufe bringen wir das Gerät mit einer Leistung bis 7,5 kW, kurz darauf folgt in einen zweiten Schritt die Erweiterung bis 22 kW", kündigt Michael Burghardt an.

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