Lenze AG
Mitarbeiterniveau von 2004 angepeilt
Lenze hat sehr früh ein Kostensenkungs-Programm eingeleitet. Dadurch glaubt Lenze-Vorstand Dr. Erhard Tellbüscher (Bild links) die derzeitige Krisenzeit gut zu überstehen, wie er auf der Bilanzpressekonferenz anlässlich der Motek in Stuttgart ausführte.
Lenze bekam die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise voll zu spüren: „Das Wachstum im Maschinenbau verlangsamte sich zunächst, um dann nahezu aus vollem Tempo eine Vollbremsung hinzulegen", resümiert Dr. Erhard Tellbüscher das vergangene Jahr. Für Lenze bedeutete dies, dass der Umsatz von 621 Mio. € im Vorjahr um 19 % auf 505 Mio. € in 2008/2009 sank.
Frank Maier: zuletzt Geschäftsführer der Lenze Automation GmbH, ergänzt der Diplom-Ingenieur ab Oktober den Vorstand der Lenze AG. Die Verantwortungsbereiche sind: Innovation und Managementsysteme.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten sank von knapp 49 Mio. € im Vorjahr auf rund 7 Mio.€ und unter Berücksichtigung von Sondereffekten durch die Aufwendungen für den Sozialplan und begleitende Maßnahmen auf -10 Mio. €. Quintessenz ist: Das Konzernergebnis nach Steuern beläuft sich aufgrund des Rückgangs des operativen Ergebnisses und der angefallenen Sonderbelastungen auf -9 Mio. € (Vorjahr: 35 Mio. €.).
Als Konsequenz sollen in den kommenden Monaten strukturelle und organisatorische Veränderungen folgen.
So wird Frank Maier zum Oktober Mitglied des Vorstandes der Lenze AG. Der 46-jährige ist seit 2005 im Unternehmen und war zuletzt Geschäftsführer der Lenze Automation GmbH. Er bekommt die Bereiche Innovation und Managementsysteme verantwortlich übertragen. Zudem wird die Lenze AG noch in 2009 in eine Societas Europaea umgewandelt. Mit dem Wandel zur europäischen Aktiengesellschaft soll unter anderem das internationale Image und der Markenauftritt gestärkt werden. Zudem ermögliche die neue Form eine bessere Einbindung der Belegschaft auf europäischer Ebene und erlaube bei Veränderungen auf europäischer Ebene eine größere Durchgängigkeit.
Da der Auftragseingang derzeit 35 Prozent niedriger liege als vor der Krise, will Dr. Tellbüscher den Mitarbeiterstamm „in den nächsten Monaten auf etwa 2700 Mitarbeiter zurückführen."
Im Geschäftsjahr 2007/2008 waren noch 3449 Menschen bei Lenze beschäftigt, in 2008/09 musste Lenze schon auf 3203 Mitarbeiter reduzieren.
Mit den angestrebten 2700 Mitarbeitern würde das Niveau nun unter die Anzahl an Mitarbeitern des Jahres 2004/05 (2896) fallen. „Sollte sich die Krise im laufenden Jahr nicht weiter deutlich verschärfen, werden wir die Situation mit den eingeleiteten Maßnahmen gut überstehen", nimmt der Vorstandsvorsitzende auf den weiteren Konjunkturverlauf Bezug. Er erwartet, dass das Umsatzvolumen mindestens für die nächsten drei bis vier Jahre um 20 Prozent unter dem Niveau des Rekordjahres 2007/08 verharren wird.
Erweiterte Frequenzumrichter-Plattform
Der 8400 protec: Mit dieser dezentralen Antriebslösung ergänzt Lenze jetzt die Frequenzumrichter-Plattform 8400.
Anläßlich der Motek in Stuttgart stellte Lenze den Frequenzumrichter 8400 protec vor. Das Gerät erweitert die Frequenzumrichter-Plattform 8400 um eine dezentrale Antriebslösung mit integrierter Sicherheitstechnik. Mit einem Leistungsbereich von 0,75 bis 4 kW sollen sich die Geräte besonders für Fördertechnik-Anwendungen in der Automobil-,Getränke- und Druckindustrie oder Logistik eignen.
Die Geräte in Schutzart IP65 bieten vollständig steckbare Anschlüsse, integrierte Sicherheitstechnik (Profisafe) und Vorort-Diagnose.
Als weitere Ergänzung der Plattform soll im Laufe des kommenden Jahres der 8400 motec auf den Markt kommen, eine dezentrale Antriebslösung aus Getriebe, Motor und Umrichter.












