Umsatzzahlen

Meinrad Happacher,

Lenze wieder auf Kurs

Lenze schließt fast wieder zu den Umsatzzahlen des Rekordjahres 2007/2008 auf und stellt auf der SPS/IPC/Drives einen neuen Servo-Inverter vor.

Dr. Tellbüscher: Vor allem die ausländischen Produktionen werden ausgebaut.

© Lenze

Lenze hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2010/2011 um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert und erzielte damit das bisher stärkste Wachstum der Unternehmensgeschichte. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Erhard Tellbüscher kommentierte das hohe Wachstum auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Hameln: „Die tiefe Wirtschaftskrise wechselte rasch in ein äußerst kräftiges Wachstum. Wir waren auf einen Anstieg vorbereitet, jedoch überraschte uns die Vehemenz, welche einen zeitweisen Anstieg des Auftragseingangs von beinahe dem Doppelten des Vorjahres her­vorrief.“

Der Umsatz der Lenze SE stieg im Geschäftsjahr 2010/2011 gegenüber dem Vorjahr um 150 Mio. € auf 567,0 Mio. € (Vorjahr: 416,9 Mio. €). Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten stieg deutlich auf 48,0 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €). Das Ergebnis nach Steuern beträgt 28,1 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €). Die Rekord-Umsatzzahlen des Jahres 2007/2008 mit 621 Mio. € konnten allerdings noch nicht erreicht werden.

Das Ergebnis in 2010/11 reicht schon fast wieder an die Rekordzahlen des Jahres 2007/08 heran. Was den Umsatz betrifft, klafft noch eine Lücke von 54 Mio €.

© Lenze

Die Finanzlage der Lenze-Gruppe hat sich deutlich verbessert. Zwar sank die Eigenkapitalquote von 60 Prozent auf 58 Prozent. In absoluten Zahlen aber stieg die Ausstattung des Unternehmens mit Eigenmitteln deutlich, der relative Rückgang ist also eine Folge des hohen Wachstums.

Die Zahl der zum Ende des Berichtsjahres in der Lenze-Gruppe beschäftigten Mitarbeiter stieg um 199 Personen auf 3.096 (Vor­jahr: 2.897). Im Durchschnitt waren im Berichtsjahr 3054 Mitarbeiter (Vor­jahr: 2972) beschäftigt. Die Zahl der im Durchschnitt in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter hat sich im Geschäftsjahr 2010/2011 von 1635 auf 1585 Personen reduziert. Der Anteil der im Inland beschäftigten Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft sank damit von 55 Prozent im Vorjahr auf knapp 52 Prozent. „Dies ist eine Folge des überdurchschnittlichen Wachstums anderer Märkte, insbesondere des asiatischen, und des guten Wachstums auf dem amerikanischen Kontinent“, sagt Tellbüscher.

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Ausblick auf das nachfolgende Geschäftsjahr

Laut Dr. Tellbüscher mehren sich die Anzeichen für ein langsameres Wirtschaftswachstum. „Die Finanzkrisen einzelner europäischer Länder und der USA sowie die Drosselung von Krediten in China führen außerdem zu neuen Unsicherheiten.“

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Tellbüscher bleibt aber optimistisch: „Wir schätzen den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres 2011/2012 positiv ein. Die Auftragsvergabe an den Maschinenbau ist gut und die Auftragspolster sind entsprechend hoch.“ So könne das Umsatzwachstum am Ende des Geschäftsjahres eventuell doch bei rund zehn Prozent liegen.

Neuer Servo-Inverter zur SPS/IPC/Drives

Der neue Servo-Inverter i700: In Kombination mit dem Controller 3200 C soll er den Kern des Lenze Automatisierungssystems für Maschinen mit zentraler Bewegungsführung bilden.

© Lenze

Zur SPS/IPC/Drives bringt Lenze den für Mehrachsanwendungen konzipierten Servo-Inverter i700 auf den Markt. In einem ersten Ausbauschritt umfasst der Inverter Einzel- und Doppelachsmodule für den Leistungsbereich von 0,37 bis 15 kW sowie passende Versorgungsmodule. Als einen Pluspunkt stellt das Unternehmen die einfache Verdrahtung per Steckverbinder heraus. Die Versorgungsmodule benötigen in der Regel keine Filtermaßnahmen sowie keine DC-Sicherung und sind werksseitig mit einem Bremschopper ausgerüstet. Der Zwischenkreisverbund wird zwischen den i700 Geräten ohne Kabel über ein Schienensystem realisiert, das sich durch das Drehen von Bügeln herstellen lässt.

Auch das Engineering soll sich vereinfachen: So ist der i700 für das Eingineering über lediglich ein Interface konzipiert. Der automatische Download von Parametern und Firmware sowie Autotuning-Funktionen für eine schnelle Inbetriebnahme sollen das Engineering zusätzlich vereinfachen. Der i700 unterstützt das Spektrum an Motortechnologien von Standard-Drehstrom bis hin zu synchronen Servomotoren. Mit niedrigen Zykluszeiten (250µs bei der Positionsregelung) und einer Signalauflösung von 32 Bit sowie einer Überlastfähigkeit von über 200 Prozent soll sich der neue Servo-Inverter ebenso für hochdynamische und präzise Mehrachsanwendungen eignen – etwa in Handling- und Verpackungsmaschinen – , wie auch für Robotikanwendungen und einfache Positionieraufgaben.

Die integrierten Safety-Funktionalitäten „Safe Torque Off (STO)“ soll zum Standard-Angebot gehören, für die Realisierung erweiterter Sicherheitskonzepte soll zudem künftig eine Gerätevariante zur Verfügung stehen, die zum Beispiel SS1, SS2, SOS, SLS, SDI, SLI bietet und das höchste Sicherheitsniveau (SIL 3, PL e) über EtherCAT (FSoE) erreicht.

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