Bosch Rexroth AG
Gute Zahlen zum 10. Geburtstag
Am 1. Mai 2001 entstand aus dem Zusammenschluss der Mannesmann Rexroth AG mit dem Geschäftsbereich Automatisierungstechnik von Bosch die Bosch Rexroth AG. Zum 10. Geburtstag konnte Firmenlenker Dr. Karl Tragl wieder steigende Umsätze für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010 vermelden.
„Wir sind wieder zurück auf Wachstumskurs“ – mit diesen Worten richtete sich Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz an die versammelten Journalisten. Konkret konnte der Zulieferer für den Maschinenbau, mobile Arbeitsmaschinen und erneuerbare Energien seinen Umsatz im Jahr 2010 um 22 % auf knapp 5,1 Mrd. Euro steigern. Diese Entwicklung werde sich im laufenden Geschäftsjahr fortsetzen, zumal sich bereits im Vorjahr der Auftragseingang auf rund sechs Milliarden Euro verdoppelt hat. „Damit kommen die Spitzenwerte aus den Zeiten vor der Krise schneller wieder in Sicht als noch vor einem Jahr gedacht“, sagte Tragl.
Die stärksten Zuwächse erzielte das Unternehmen aus Lohr am Main in der Region Asien/Afrika/Australien und konnte dort den Umsatz um 38 % auf 1,36 Mrd. Euro steigern. Innerhalb Asiens hat sich China zum größten Einzelmarkt außerhalb Deutschlands entwickelt. In Nord- und Südamerika stieg das Geschäftsvolumen um 36 % auf 829 Mio. Euro. Hier schob sich Brasilien erstmals unter die zehn umsatzstärksten Länder des Unternehmens vor. In Europa (ohne Deutschland) legte das Geschäft insgesamt um knapp neun Prozent auf 1,62 Mrd. Euro zu. Deutlich kräftiger entwickelte sich der Umsatz in Deutschland mit plus 18 % auf 1,25 Mrd. Euro. Noch ist Deutschland damit größter Einzelmarkt für Rexroth. Allerdings will Tragl angesichts des rasanten Wachstums in Asien nicht ausschließen, „dass China in den nächsten Jahren Deutschland als größte Landesgesellschaft ablöst.“
Zum Jahreswechsel beschäftigte das Unternehmen 34.900 Frauen und Männer, davon rund 18.200 in Deutschland. Während im Inland die Zahl der Mitarbeiter stabil blieb, wurde die Belegschaft vor allem in Asien verstärkt. In dieser Region hat Bosch Rexroth die Kapazität um 13 % ausgebaut und beschäftigt dort inzwischen 5.100 Mitarbeiter.
Die Entwicklung in den Anwendungsmärkten
Besonders positiv entwickelten sich Tragl zufolge im vergangenen Geschäftsjahr die Aktivitäten für mobile Anwendungen. Als Folge sich international verschärfender Abgasregelungen müssen zum Beispiel Hersteller von Baggern, Planierraupen, Mähdreschern, Traktoren und Fahrzeugen für die Forstwirtschaft entsprechend der TIER-4- final-Vorgabe schrittweise die Emissionen um 90 % senken. „Um diese neuen Werte zu erreichen, müssen die Hersteller über eine Abgasnachbehandlung hinaus voraussichtlich auch kleinere Motoren und abgesenkte Drehzahlen einsetzen“, glaubt Tragl. Darüber hinaus vernetzen die Bosch-Rexroth-Entwickler Dieselmotoren mit Hydrauliksteuerung und reduzieren so den Kraftstoffverbrauch um bis zu 20 % bei gleicher Leistungsfähigkeit.
Im Anlagenbau und der Fabrikautomation erholten sich besonders frühzyklische Branchen wie Kunststoffmaschinen. Bosch Rexroth erweitert zudem seine Lösungspalette in den Bereichen Rohstoffgewinnung und Recycling. So liefert das Unternehmen derzeit die Komponenten für den Bau der ersten vollhydraulischen Anlage zur Gewinnung von Ethanol aus Zuckerrohr in Bolivien. Dabei ergänzen sich hier Hochleistungsantriebe des von Bosch Rexroth erworbenen schwedischen Unternehmens Hägglunds mit den Hydraulikaggregaten und Zylindern von Bosch Rexroth.
Was die Windenergie als drittes Standbein von Bosch Rexroth betrifft, so ging die Zahl der neu installierten Anlagen in Europa und den USA um 19 beziehungsweise 50 % zurück, was sich auch in den Zahlen des Unternehmens negativ bemerkbar machte. Der Markt in China hingegen legte nochmals zu - dort wurde 2010 die Hälfte aller weltweit errichteten Windturbinen in Betrieb genommen. In Summe geht Tragl davon aus, dass der Markt für Windenergie zum Ende des Jahres insgesamt wieder anzieht und in den Folgejahren weiterhin sehr positive Perspektiven eröffnet. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen eng mit Herstellern von Meeresenergieanlagen zusammen. Zwar werde es noch einige Jahre dauern, bis Rexroth gemeinsam mit seinen Partnern auf diesem Gebiet die Serienreife erreicht; „aber das Potenzial der Meeresenergie ist genauso groß wie das der Windenergie“, betonte Tragl.










