Antriebstechnik
EU-Verordnung für energiesparende Antriebe und Motoren verabschiedet
Ende Juli hat das Europäische Parlament in Brüssel die im Jahr 2005 erstellte EUP-Richtlinie (Energy using Products) endgültig verabschiedet. Zugleich wurden produktspezifische Durchführungsmaßnahmen für den Einsatzes energieeffizienter Drehstrom-Normmotoren und elektrischer Antriebe beschlossen.
Die neue Regelung sieht vor, dass ab 16. Juni 2011 in Europa Drehstrom-Normmotoren der Größen 0,75 bis 375 KW nur noch in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie mindestens der international genormten Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen. Solche Normmotoren treiben unter anderem Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Aufzüge, Rolltreppen und Transportbänder an. Wenn alle Antriebssysteme in Deutschland mit Energiesparmotoren der neuen Generation ausgerüstet wären, würde das zu einer Energieeinsparung von rund 14 TWh führen - rechnet der ZVEI-Fachverband Elektrische Antriebe vor.
Antriebssysteme mit elektronischer Drehzahlregelung werden von der neuen Verordnung ab Januar 2015 adressiert. Ab diesem Datum verkaufte IE2-Motoren dürfen nur noch mit elektronischer Drehzahlregelung eingesetzt werden. Alternativ ist dann der Einsatz von Motoren möglich, die mindestens der Effizienzklasse IE3 entsprechen. Diese sind heute noch nicht in der Breite verfügbar. Technisch und wirtschaftlich wäre es nach ZVEI-Untersuchungen sinnvoll, mindestens jeden zweiten Motor mit elektronischer Drehzahlregelung auszustatten. Das würde zu einer weiteren Energieeinsparung von 24 TWh führen.
„Die deutschen und europäischen Motoren- und Antriebshersteller begrüßen diese Entscheidung. Sie gibt sowohl den Herstellern als auch den Anwendern Planungssicherheit" - kommentiert Günter Baumüller, Vorsitzender des Fachbereichs Elektrische Antriebe im ZVEI, die Brüsseler Entscheidung. Weltweit sei die neue Verordnung wegweisend, da sie erstmals auch intelligente Antriebssysteme, das heißt Elektromotoren mit elektronischer Drehzahlregelung, einschließe.
Allein in Deutschland laufen heute etwa 35 Millionen alte Drehstrommotoren. Auch wenn sich die Anschaffungskosten je nach Anwendung in weniger als einem bis zu einigen Jahren durch die eingesparten Stromkosten rechnen, liegt die derzeitige Modernisierungs- beziehungsweise Austauschrate nur bei drei bis vier Prozent pro Jahr. Es würden also über 20 Jahre vergehen, bis der Altbestand durch energiesparende neue Techniken ersetzt worden ist. "Ergo erfordert die umweltpolitisch gewollte Beschleunigung der Modernisierung des riesigen Altbestandes eine stärkere politische Flankierung", so Baumüller.











