Elektromobilität
Die Rolle des Maschinenbaus
Die Elektromobilität wird sich nicht nur in neuen Fahrzeug-Konzepten sondern auch in anderen mobilen Maschinen und neuen Produktions-Technologien niederschlagen – davon ist zumindest VDMA Präsident Dr. Manfred Wittenstein überzeugt, wie er anlässlich des 2. E-MOTIVE Expertenforum Elektrische Fahrzeugantriebe am 09. September in Hannover ausführte.
„Wir stehen vor einem der anspruchsvollsten technologischen Transformationsprozesse der letzten Jahrzehnte", betont Wittenstein auf der Veranstaltung. Demnach werde sich die Elektromobilität in gänzlich neuen Fahrzeugkonzepten, anderen mobilen Maschinen und neuen Produktionstechnologien niederschlagen. Die intelligente Produktion, der Maschinenbau, stehe im Zentrum dieses Prozesses. Konkret bedeute das: „Wir müssen Lithium-Ionen-Batterien nicht nur erforschen, sondern vor allem kostengünstig und in großen Stückzahlen produzieren können. Wir brauchen in Deutschland eine stringente Wertschöpfungskette für die Mobilität der Zukunft."
Der deutsche Maschinenbau, so Wittenstein, werde mit seinen weltweit führenden Innovationsnetzwerken der industriellen Gemeinschaftsforschung seinen Beitrag leisten und nannte als Beispiel die Forschungsvereinigungen Antriebstechnik und Verbrennungskraftmaschinen im VDMA: „330 Unternehmen aus dem Maschinenbau realisieren mit 2200 Experten aus der Industrie über 180 Projekte im Jahr und das mit den besten Wissenschaftlern in Deutschland."
In diesem Zusammenhang begrüßt Wittenstein zwar den nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung, bemängelt jedoch, dass dieser Plan zu kurz greife in Sachen Produktionstechnologie und Nutzung des effizienten Instruments der industriellen Gemeinschaftsforschung. „Denn neben einzelnen Leuchtturm-Projekten und dem Focus Batterie-Entwicklung benötigen wir breitenwirksame Ansätze, zum Beispiel bei den Produktionstechnologien für Energiespeicher oder Leichtbaufahrzeuge." Wittenstein kritisiert auch die geplante Kürzung der Gelder für Produktionsforschung auf 62 Millionen Euro für 2010: „Für Deutschland wäre das ein Armutszeugnis!". Zum Vergleich: Japan unterstützt mit 200 Millionen Dollar die Entwicklung verbesserter Traktionsbatterien. China fördert effiziente Antriebstechnologien mit einem Fonds, der eine Milliarde Euro schwer ist. Die USA investieren zwei Milliarden Dollar allein in die Batterie-Technologie und in Komponenten für Elektrofahrzeuge, und geben 25 Milliarden Euro an Krediten für Produktionswerke für Kraftstoffsparende Fahrzeuge.
„Wir haben alle Chancen, technologischer Leitmarkt für die Mobilität auch des 21. Jahrhunderts zu werden", betont Hartmut Rauen, Geschäftsführer Antriebstechnik im VDMA. Denn technologisch sei Deutschland hervorragend aufgestellt. Das werde auch die „Mobilitec", die erstmals auf der Hannover Messe 2010 stattfindet, eindrücklich zeigen.










