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Artikel und Hintergründe zum Thema

B&R / ABB

Meinrad Happacher,

Die Folgen der Übernahme

Wie geht es nach der Übernahme durch ABB bei B&R weiter? B&R-Geschäftsführer Hans Wimmer hat auf der Hannover Messe 2017 zum jüngsten Zukauf des ABB-Konzerns Stellung bezogen.

Hans Wimmer: "B&R bleibt ein eigenständiges Unternehmen, das seine Entscheidungen selbstständig trifft!"

© B&R Industrie-Elektronik

Anfang April 2017 gab der ABB-Konzern die Übernahme des österreichischen Unternehmens Bernecker+Rainer bekannt, um damit seine historische Lücke in der Maschinen- und Fabrikautomation zu schließen. Als einzigartige Chance für Mitarbeiter, Kunden und den Standort Eggelsberg bezeichnete Hans Wimmer auf der Hannover Messe nun die Übernahme durch ABB. Die Transaktion wird voraussichtlich Anfang Sommer abgeschlossen sein. „ABB bietet eine großartige Plattform für das nächste Kapitel in unserer Wachstumsgeschichte“, sagte Wimmer und ergänzt: „Damit kommen wir unserem Ziel, die Umsatzmilliarde zu erreichen, einen bedeutenden Schritt näher.“ (625 Mio. Euro Umsatz in 2016, Anm. d. Red.)

Gemeinsam mit ABB will Wimmer in Zukunft sämtliche Anforderungen der Kunden für das Industrial IoT abdecken. Innerhalb des ABB-Konzerns soll B&R weiter als eigenständige Business Unit bestehen, die am Markt nach wie vor als rechtlich eigenständiges Unternehmen agiert. „Daher bleiben die Management-Strukturen und alle Ansprechpartner für unsere Kunden gleich“, betonte Wimmer. Auch die B&R-Niederlassungen in der ganzen Welt sollen behalten und weiterhin ausgebaut werden. „Die lokalen Einheiten bleiben ein wichtiger Teil von B&R“, bestärkt der B&R-Geschäftsführer.

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Ausbau an drei Standorten

Um für eine steigende Nachfrage gerüstet zu sein, erhöht das Unternehmen am Hauptsitz in Eggelsberg gerade die Produktionskapazität für Leiterplatten um 20 %. Der Standort Gilgenberg – wenige Kilometer vom Hauptsitz in Eggelsberg entfernt – wird ebenfalls erweitert. Dort baut B&R eine mechatronische Fertigung auf. Erweitert und modernisiert wird außerdem das Salzburger Entwicklungsbüro von B&R: Für die Entwicklung von industriellen Kommunikationstechnologien, Robotik und Steuerungstechnik entstehen 50 zusätzliche Arbeitsplätze.

Die Produkt-Überlappungen

Zu den Überschneidungen im Produktportfolio von ABB und B&R sagt der Geschäftsführer: „Dort wo es kleine Überlappungen gibt, werden wir in enger Abstimmung mit allen Bestandskunden eine Strategie ausarbeiten und umsetzen. Bereits festgelegt ist, dass die ABB-Teams für die Bereiche Steuerungen (SPS) und Servoantriebstechnik in die B&R-Organisation integriert ­werden.“

Aber wie sieht es auf der anderen Seite mit dem B&R-Produkt Aprol aus? Steht dieses nicht in Konkurrenz zur Prozessleittechnik von ABB? Hierzu Wimmer: „Aprol wird seit vielen Jahren erfolgreich im Bereich der Fabrikautomatisierung eingesetzt und daran wird sich auch nichts ändern. Die ABB-Leittechnik-Produkte hingegen kommen bei großen Prozessautomatisierungsaufgaben zur Anwendung. Wie die Verbindung der Lösungen aussehen kann, gilt es zu prüfen, das hat allerdings keine hohe Priorität, weil aktuell die Produkte beider Unternehmen am Markt Platz haben und erfolgreich sind.“

Intelligenz ­eingehaucht

Die 'Orange Box' von B&R sammelt Daten von bisher unvernetzten Maschinen und Linien und wertet diese aus.

© B&R Industrie-Elektronik

Auf der Hannover Messe 2017 stellte B&R erstmals das Lösungspaket ‚Orange Box‘ vor. Die Orange Box sammelt Daten von bisher unvernetzten Maschinen und Linien und wertet diese aus. So können Anlagenbetreiber ihre Bestandsanlagen für eine Smart Factory ertüchtigen.

Die Orange Box setzt sich zusammen aus einer Steuerung und sogenannten Mapps. Dabei handelt es sich um vorkonfigurierte Software-Bausteine der ‚Mapp Technology‘ von B&R. Die Steuerung sammelt Betriebs­daten einer beliebigen Maschine über I/O-Module oder direkt über eine Feldbus-Verbindung. Aus diesen Daten erzeugen die Mapps Kennzahlen – zum Beispiel die Gesamtanlageneffektivität (OEE) –, die anschließend angezeigt werden können. Die gewonnenen Daten und Informationen lassen sich mit OPC UA auch an überge­ordnete Systeme übertragen.

Die bestehende Hard- und Software bleibt gleich, wenn die Orange Box an eine Maschine angeschlossen wird.  Maschinen- und Anlagenbetreiber erhöhen die Pro­duktivität, ohne viel Zeit oder Geld inves­tieren zu müssen. Um grundsätzliche Betriebsdaten zu sammeln und zu analy­sieren, reichen eine 25 mm breite Kompaktsteuerung und die Software-Komponente ‚Mapp OEE‘ aus. Für weitere Funktionen – zum Beispiel Alarmmanagement oder Energie-Monitoring – kann die Lösung mit zusätzlichen Software-Komponenten und gegebenenfalls performanteren Steuerungen ausgebaut werden. Soll auch die Bedienoberfläche an den aktuellen Stand der Technik angepasst werden, stehen Panels mit integrierter Steuerung oder Panel-PCs zur Verfügung.

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