Siemens
„Antriebssysteme sind wichtiger Hebel für Energieeinsparungen“
Produktivität, Zuverlässigkeit und Energieeffizienz – mit diesen Schlagworten will der Siemens-Sektor Industry seinen diesjährigen Hannover-Messe-Auftritt plakativ wie inhaltlich prägen. Vor allem in der Antriebstechnik sieht Klaus Helmrich, CEO Drive Technologies, einen wichtigen Hebel zur Realisierung von Einsparungen.
Noch laufen die Geschäfte mit der Antriebstechnik einigermaßen rund im Hause Siemens – wenngleich die weltweite Geschäftseintrübung auch in der Sparte „Drive Technologies“ ihre Spuren hinterlässt. So konnte dieser Bereich dank eines hohen Auftragsbestandes im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zwar nochmals um 8 % auf 2,123 Mrd. Euro steigern; die Wachstumsrate des Gesamtjahres 2007/2008 in Höhe von 17 % ist jedoch derzeit in weite Ferne gerückt. Und auch das Ergebnis lag mit 233 Mio. Euro am unteren Rand des für die Division geltenden Zielkorridors von 11 bis 16 % vom Umsatz.
Klaus Helmrich, CEO Drive Technologies: „In der Industrie geht es aktuell weniger um weiteren Kapazitätsausbau, sondern vielmehr darum, wie sich die Produktivität der Anlagen steigern lässt.“
Nichts desto trotz sieht Klaus Helmrich seine Sparte mit Blick auf die bevorstehende Hannover Messe gut aufgestellt: „Gerade unter den Bedingungen der aktuellen wirtschaftlichen Situation müssen sowohl Maschinenhersteller als auch Maschinenanwender in ihren Betrieben auf Kosteneffizienz achten aber gleichzeitig die Weichen für ihre Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit in ihrem Produktportfolio stellen.“ Dem Thema Energieeffizienz kommt hier sowohl in der Fertigungs- als auch in der Prozessindustrie eine zentrale Bedeutung zu, denn – so Helmrich: „Elektrische Antriebe spielen eine dominierende Rolle hinsichtlich des Energieverbrauchs. Zwei Drittel der Antriebsysteme sind elektrische Motoren. 70% der verbrauchen Energie in Anlagen wird durch Motoren verursacht. Wir beziffern das globale Einsparpotential durch drehzahlveränderbare Antriebe und hocheffiziente Motoren auf 120 Terrawattstunden pro Jahr.“
Ein Potential also, das sich heute schon heben lässt: „Mit Blick auf die rückspeisefähigen Umrichter und insbesondere die Energiesparmotoren der NEMA- und IEC-Reihe können wir von uns behaupten, dass wir damit schon jetzt die Standards erfüllen, die erst ab dem Jahr 2010 gefordert sein werden. Energieeffiziente Antriebe amortisieren sich in der Regel binnen 18 Monaten und oft auch weit darunter.“
Als weiteres Beispiel dafür, wie sich mit einem konsequenten Energiemanagement beträchtliche Einsparungen realisieren lassen, führt Helmrich die Automobilindustrie an. Insgesamt erfordert die Herstellung eines Autos zwischen 700 und 1000 kWh an elektrischer Energie in den primären Herstellungsprozessen - Logistikelemente noch nicht mitgerechnet. Gerade die Lackieranlage als zentraler Bestandteil einer Autofertigung stellt durch den langsamen Bearbeitungsprozess hohe Anforderungen an eine konstant hohe und dauerhafte Stromzufuhr. Gleichzeitig lassen sich durch die in einer Anlage integrierten Strömungsmaschinen zur Be- und Entlüftung erhebliche Potentiale durch drehzahlgeregelte Systeme erschließen.
Konkret lässt sich Helmrich zufolge in konventionellen Lackierstraßen pro Fahrzeug ein Energieverbrauch von bis zu 320 kWh ansetzen, also zwischen 30 und 50 % der Gesamtenergieaufwendungen. Durch den Einsatz von Energiesparmotoren und drehzahlgeregelten Gebläsen könne hier mehr als 70 Prozent der Energieaufwendungen gegenüber konventionellen Lösungen einspart werden: rund 132 kW pro Fahrzeug über die Verwendung von EFF1-Motoren, 90 kW über rückspeisefähige Komponenten sowie weitere 30 kW bei Verwendung drehzahlgeregelter Gebläse.











