Rexroth
80 % weniger Aufwand bei Handling-Applikationen
Mit der Lösungsplattform „EasyHandling“ stellt Rexroth auf der Messe das Thema Handhabung in den Mittelpunkt und verspricht Systemintegratoren und Maschinenherstellern in diesem Zusammenhang Zeiteinsparungen je nach Applikation von bis zu 80 %. Dr. Steffen Haack, Mitglied der Geschäftsleitung der Business Unit Industrial Applikation, erläutert den dahinter stehenden Ansatz.
Steffen Haack, Rexroth: „Auf der Messe können die Standbesucher eine komplette Achse in wenigen Minuten in Betrieb nehmen und sich so selbst ein Bild von der Zeiteinsparung durch EasyHandling machen.“
Herr Dr. Haack, was verbirgt sich konkret hinter EasyHandling?
Haack: Die Grundlage von EasyHandling bildet eine dreistufige Systemlösungsarchitektur mit den Varianten basic, comfort und advanced. Die Variante basic enthält mechanische Ein- und Mehrachs-Linearsysteme inklusive Motoren und Pneumatik mit aufeinander abgestimmten mechanischen Schnittstellen. EasyHandling comfort erweitert die basic-Achsen um vorparametrierte Servoantriebe. In Verbindung mit einer neuen Multi-Geberschnittstelle zur Auswertung aller gängigen Encoder-Typen und multiprotokollfähiger Kommunikationshardware lassen sich somit auch sehr spezielle Antriebsaufgaben erfüllen. In der dritten Stufe, EasyHandling advanced, ersetzt eine skalierbare und vorkonfigurierte Motion-Logic nach IEC 61131-3 und PLCopen aufwendiges Programmieren durch schnelles Konfigurieren vordefinierter Funktionen.
Was ist wirklich neu an diesem Konzept – Sie greifen dabei ja im Wesentlichen auf bestehende Komponenten aus dem Rexroth-Portfolio zurück?!
Haack: Neu daran ist, dass wir sämtliche Engineeringschritte – von der Auslegung bis zum einsatzbereiten Handlingsystem – analysiert und alle Arbeitsschritte für den Systemintegrator stark vereinfacht haben. Beispiel Inbetriebnahme der elektrischen Achsen: Hierfür stellen wir ein Engineeringtool zur Verfügung, in dem achsindividuelle elektrische und mechanische Daten bereits hinterlegt sind. Der Inbetriebnahme-Assistent erkennt selbstständig das elektronische Typenschild des Motors mit allen notwendigen Daten. Nach Eingabe der Seriennummer des Linearmoduls übernimmt der Software-Assistent automatisch die individuellen mechanischen Parameter in den Antrieb.
Das reduziert die Inbetriebnahme auf die Eingabe einer Handvoll anwendungsspezifischer Daten und spart bis zu 90 % der bisher benötigten Zeit. Durch die hinterlegten achsspezifischen Mechanikdaten gibt die Software darüber hinaus dem Bediener laufzeit- und wegabhängige Wartungshinweise für jede einzelne Achse. Das gewährleistet beispielsweise das Einhalten von Wartungsintervallen. Nicht zuletzt entfällt bei EasyHandling advanced der bisher übliche Programmieraufwand fast vollständig. Für den Großteil der Anwendungen ist ein Konfigurieren der vordefinierten Funktionalitäten und Kinematiken ausreichend.
Mit EasyHandling adressieren Sie gezielt die Handhabungs- und Montagebranche. Die Senkung der Engineeringkosten ist aber auch in anderen Branchen ein wichtiges Thema!
Haack: Aktuelle Wertschöpfungsanalysen zeigen, dass beim Engineering und der Inbetriebnahme von Handlingsystemen schnell Arbeitszeitkosten von mehreren tausend Euro entstehen können – und das bei kleinsten Losgrößen oder Einzelanfertigungen. Darum ist das Einsparpotenzial hier besonders groß. Was aber nicht heißt, dass wir das Thema Einsparung von Engineering-Zeiten in anderen Branchen außen vor lassen. So passt beispielsweise die in ‚IndraMotion for Packaging‘ integrierte Funktion FlexProfile bei Parameter-Änderungen an einer Achse die Parameter der damit zusammenhängenden weiteren Achsen automatisch an. Das reduziert Produkt- und Format-Umstellungen auf einen Tastendruck an der Steuerung.











