Normung Digitaler Produktpass
OPC Foundation kooperiert mit CEN und CENELEC
Die OPC Foundation schließt eine Liaison-Vereinbarung mit CEN und CENELEC. Ziel ist die Standardisierung interoperabler Lösungen für den Digitalen Produktpass in Europa auf Basis offener und systemagnostischer Standards.
Die OPC Foundation beteiligt sich künftig offiziell an den Arbeiten des gemeinsamen Technischen Komitees CEN/CENELEC JTC 24 „Digitaler Produktpass – Framework and System“. Die Vereinbarung ist unbefristet und an die kontinuierliche Mitarbeit der Organisation in den entsprechenden Arbeitsgruppen gebunden.
Im Fokus steht die Abstimmung von Datenmodellierungstechnologien sowie die Entwicklung interoperabler, systemunabhängiger Lösungen für den Digitalen Produktpass (DPP). Diese sollen sich von eingebetteten Systemen bis in Cloud- und Unternehmensumgebungen skalieren lassen.
OPC UA als Basis für interoperable Datenmodelle
Zentraler technischer Baustein ist OPC UA. Der Standard ist in der Automatisierung vor allem für sicheren Informationstransport etabliert, bietet jedoch darüber hinaus Funktionen zur semantischen Informationsmodellierung. Diese Fähigkeiten sollen im Rahmen der Zusammenarbeit genutzt und erweitert werden, um standardisierte Datenmodelle und Schnittstellen für den Digitalen Produktpass bereitzustellen.
Ziel ist ein vertrauenswürdiger, semantisch strukturierter Datenaustausch über branchenspezifische Datenräume hinweg. Dabei sollen regulatorische Anforderungen berücksichtigt und skalierbare Implementierungen ermöglicht werden. Die Integration reicht laut Vereinbarung bis zur Anbindung der Shopfloor-Ebene über OPC-UA-fähige eingebettete Systeme als Datenquellen für DPP-Informationen.
Interoperabilität als Normungsziel
Bmstr. Ing. Otto Handle, Convenor von CEN/CENELEC/JTC 24 WG4 – Digitaler Produktpass – Interoperabilität, erklärte: „Ein Ziel der Normungsarbeit von JTC 24 ist Interoperabilität über alle Systemgrenzen hinweg. Das Normungsmandat der Europäischen Kommission stellt klar fest, dass der Digitale Produktpass systemagnostisch und herstellerunabhängig sein muss. Integration und Interoperabilität mit dem vollständigen DPP-System müssen für jede Software und jedes System gemäß diesen Standards möglich sein. Daher begrüßen wir die OPC Foundation ausdrücklich in dieser Liaison und freuen uns auf die Modellierung von DPPs mit OPC UA sowie auf die Integration der spezifizierten JTC-24-APIs und Datenmodelle – einschließlich der Anbindung der Shopfloor-Ebene über OPC UA-fähige eingebettete Systeme als DPP-Datenquellen.“
Erich Barnstedt, Liaison Officer der OPC Foundation und Vertreter von Microsoft, ergänzte:
„Diese Liaison stellt sicher, dass Digitale Produktpässe auf wirklich offenen, standardisierten und interoperablen Grundlagen aufgebaut werden. Durch die Einbringung der äußerst erfolgreichen OPC UA-Modellierungsfähigkeiten in DPPs – einschließlich einer Open-Source-Referenzimplementierung – ermöglichen wir eine nahtlose Integration von DPP-Daten über Hersteller, Plattformen und Systemebenen hinweg. Bemerkenswert ist dabei der Zeitrahmen: Von den ersten Konzepten bis zur fertigen Implementierung benötigte die OPC Foundation lediglich zwei Wochen.“
Die Kooperation soll zur Harmonisierung technischer Standards für den Digitalen Produktpass beitragen und die digitale Transformation sowie Nachhaltigkeitsziele der Europäischen Union unterstützen.










