Schwerpunkte

Grafische Bedienoberflächen

Funktionstests automatisiert - das Projekt Attest

09. Juli 2008, 00:00 Uhr   |  Meinrad Happacher

Beim Funktionstest automatisierungstechnischer Produkte erfolgt die Interaktion mit grafischen Bedienoberflächen meist manuell, was zu hohem Personal- und Zeitaufwand führt. An der TU München entstand im Rahmen des Verbundforschungsprojekts „Attest“ eine Lösung zur effizienten Automatisierung dieser Aufgabenstellung.

Umfangreiche PC-basierte Softwaretools zur Parametrierung, Konfiguration und Programmierung sind bei Produkten wie beispielsweise einem elektrischen Antrieb nicht mehr wegzudenken. Mit Hilfe der Tools kann der Kunde das Produkt optimal integrieren und auf seine konkrete Aufgabenstellung hin anpassen. Dies erfordert jedoch vom Anbieter dieser Produkte neben dem Test des eigentlichen Produkts den Test des dazugehörigen Software-Tools, welches über eine grafische Bedienoberfläche bedient wird. Deren ständige Weiterentwicklung, eine Vielzahl von Produkt-Varianten und Einstellmöglichkeiten sowie notwendige Regressionstests nach einer Fehlerbehebung, bedingen einen hohen wiederkehrenden Testbedarf. Eine Automatisierung der Testdurchführung kann hierbei helfen, die vielen unverzichtbaren Testläufe zügig abzuarbeiten.

Die Schwierigkeit ist allerdings, dass die grafische Bedienoberfläche auf eine manuelle Bedienung und nicht auf den Zugriff durch ein technisches System ausgelegt ist. Um eine durchgängig automatisierte Testdurchführung zu ermöglichen, muss ein entsprechendes Werkzeug also die Aktionen des menschlichen Bedieners nachbilden. Dazu gehören sowohl die Eingaben des Benutzers als auch die Erfassung der über die Bedienoberfläche angezeigten Informationen. Folgende verbreitete Ansätze werden bis dato verfolgt, um die gestellte Aufgabenstellung zu lösen:

Capture & Replay

Der Ansatz basiert auf der Aufzeichnung von Benutzereingaben, die anschließend beliebig oft automatisch abgespielt werden können. Nachteil ist: Bei einer Veränderung des zeitlichen Ablaufs oder der Bildschirmauflösung klicken diese Tools meistens „ins Leere". Nach einer Veränderung der Bedienoberfläche müssen die Aufzeichnungen meist komplett neu erstellt werden.

Instrumentierung

Bei diesem Ansatz wird eine zusätzliche Testschnittstelle in das Softwaretool integriert. Dadurch ist ein robuster Zugriff sichergestellt. Die Bedienung erfolgt dabei jedoch nicht mehr direkt über die Bedienoberfläche, was die Aussagekraft des Tests vermindert. Der Aufwand zur Pflege dieser Schnittstelle ist zudem nicht zu vernachlässigen.

Skriptbasierte Tools

Diese Tools ermöglichen in Abhängigkeit der verwendeten Umsetzungstechnologie der Bedienoberfläche (Windows Forms, HTML) einen robusten Zugriff auf die zu bedienende Benutzeroberfläche. Der Nutzer dieser Tools implementiert die Ablaufskripten, welche die Bedienhandlungen des menschlichen Bedieners widerspiegeln. Wesentlicher Nachteil dieses Ansatzes: Ein hoher Implementierungsaufwand zur Erstellung und Pflege der Skripten.

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1. Funktionstests automatisiert - das Projekt Attest
2. Ein neuer Lösungsansatz
3. Testfalldurchführung
4. Die Ergebnisse

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