Schwerpunkte

Miba

Die ersten Schritte der Digitalisierung

09. März 2020, 13:17 Uhr   |  Meinrad Happacher

Die ersten Schritte der Digitalisierung
© Miba

Echtzeit-Transparenz im Materialfluss: Dieses Ziel setzte sich das Unternehmen Miba, als es die Digitalisierung der internen Logistikabläufe anging. Wie gut aber gelang letztlich die enge ­Verknüpfung von ERP und MES? – Ein Erfahrungsbericht.

Mit fast 8000 Mitarbeitern in 29 Werken rund um die Welt produziert die Miba täglich Sinterformteile, Motoren- und Industriegleitlager, Reibbeläge, Leistungselektronik-Komponenten, Beschichtungen und Sondermaschinen. »Mit all den Insel-Maßnahmen, die wir in Richtung Industrie 4.0 und Digitalisierung bereits gesetzt haben, reifte auch die Erkenntnis, dass es eine ganzheitliche Betrachtung der Themen benötigt, um nachhaltig erfolgreich zu sein«, beschreibt Dietmar Hocheneder, Head of Supply Chain Management bei Miba Sinter Austria die damalige Situation. „Der Startschuss fiel mit der Entwicklung des Konzepts ‚Smart Factory‘ zur umfassenden Digitalisierung der internen Logistikabläufe.“

Die IT-Landkarte

Ein detailliertes Big Picture der Produktionslandschaft sollte den Zusammenhang zwischen ERP, MES, Maschinenebene und den weiteren betroffenen Systemen visualisieren. »Diese Phase des Projekts lieferte wichtige Erkenntnisse darüber, was für unsere Zwecke die richtigen Systeme sind und wie wir sie im Sinne einer digitalen Fertigung am effektivsten miteinander in Verbindung bringen und einsetzen können. So wurden wir beispielsweise darin bestätigt, dass wir für die jeweiligen Anwendungsgebiete individuelle Lösungen brauchen, wobei eine klare Trennung 
zwischen internen (MES) und externen Prozessen (stammdatenführend: SAP) vorgenommen wurde. Die enge Verbindung zwischen den beiden Systemen versteht sich dabei von selbst.«, so Hocheneder weiter.

Der Schritt in den Echtzeit-Betrieb

»Die Ergebnisse aus dieser Testphase haben uns überzeugt und so wagten wir den Schritt in den Echtbetrieb«, sagt Hocheneder. »Zuvor standen wir jedoch noch vor der Herausforderung zu entscheiden, welche Maßnahmen wir zuerst umsetzen wollten. Also definierten und priorisierten wir Arbeitspakete und wählten eine repräsentative Unit an unserem Standort in Vorchdorf, innerhalb derer wir die Pakete bei einem überschaubaren Mengengerüst abbilden konnten.«
  
Eines war den Verantwortlichen bei der Miba in diesem Zusammenhang 
von Anfang an bewusst: Zum Erreichen der Digitalisierungsziele braucht es die umfangreiche Integration der führenden Software-Systeme. Dietmar Hocheneder: »Eine Industrie-4.0-taugliche Fertigungsplanung und -steuerung kann nur dann funktionieren, wenn die gelieferten Informationen in den Systemen topaktuell und vor allem auch richtig sind. Diese Echtzeit-Transparenz erhält man allerdings nur, wenn man sämtliche Aktivitäten, die in der Produktion passieren, auch ohne Verzögerung den Systemen mitteilt und diese die Informationen unmittelbar und zielgerichtet aufbereitet.« Eines der Arbeitspakete widmete sich dementsprechend der direkten Kommunikation zwischen MES und der Maschinensteuerung. Ergänzt um organisatorische Maßnahmen lassen sich daraus bereits viele Mehrwerte ableiten. Diese erstrecken sich heute von der automatischen Bildung von Transporteinheiten bis hin zum Wegfall von manuellen Zählungen – bis dato eine große potenzielle Fehlerquelle!

Seite 1 von 4

1. Die ersten Schritte der Digitalisierung
2. Meilenstein Data-Matrix-Code
3. Arbeiten im Reaktionsmodus - das Interview zum Thema
4. Der ‚Digitalisierungsindex Mittelstand 2018‘

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Was bringt das Jahr 2020?
Verhaltener Start ins neue Geschäftsjahr
Im anhaltenden Transformations-Modus
Safety für kleinere Anlagen
Digitale Vernetzung wird zum Top-Thema
Wie verändert das IoT die Unternehmen in 2020?